1. März 2011

3 von Islay – neue Whisky Chamber Abfüllungen

Islay-Whiskies sind ja normalerweise für Ihre ausgeprägte Torfnote bekannt, und die Fangemeinde wächst ständig. Da muss ich natürlich auch entsprechende Islay-Abfüllungen in meinem Whisky Chamber Sortiment haben, aber wie immer will ich meinen Fans auch etwas Besonderes bieten:

Darum habe ich diesmal Single Malts ausgesucht, die zwischen 10 und 27 Jahren in unterschiedlichen Sherryfässern gereift sind. Interessant ist beim Querverkosten, wie unterschiedlich die Sherryfässer auf den Whisky gewirkt haben:

Der Islay Sherry Gentleman ist ganz eindeutig der Caol Ila, der 27 Jahre in einem Oloroso Fass reifen durfte. Er hat deutlich weniger Phenol in der Nase als seine zwei Brüder und ist auch im Mund sehr ausgewogen und weich.

Der Bunnahabhain ist nach 13 Jahren in einem Pedro Ximenez Sherry Fass schon wegen dem außergewöhnlichen Fass eine kleine Rarität – und das spürt man auch sofort in der Nase und am Gaumen: Er hat eine sehr ausgeprägte Sherrynote, ohne aber dabei künstlich zu wirken – und im Mund kommt dann auch das Phenol sehr deutlich zur Geltung. Es ist schließlich ein „echter“ Islay Whisky.

Der dritte im Bunde ist ein Laphroaig aus einem Sherry Refill cask, wo der Sherry nur mit einem Hauch um die Nase weht. Der Torf (Phenol) dominiert bei dieser Abfüllung ganz deutlich. Es ist bereits meine 6. Laphroaig Abfüllung und bei keiner kam so viel „Asphalt“ an den Gaumen wie bei diesem Fass. Bei so einer ungewöhnlichen Geschmacksnote konnte ich einfach nicht nein sagen ;-).


Tasting Notes:

Bunnahabhain (TWC) 1997, 13 Jahre 
54,4%vol - ex Pedro Ximenez Sherry cask

Aroma: Torf mit einer süßlichen Kräuternote (Ricola –wer hat’s erfunden?) Aprikosen in Sherry
Geschmack: eine tolle Mischung aus runden Sherrynoten und nicht zu aufdringlichem Phenol
Nachklang: lang und sehr ölig – und kaum Holz am Gaumen

Caol Ila (TWC) 1983, 27 Jahre
51,4%vol., ex sherry butt

Aroma: eine runde „Sherry-Torf“ Note“ – Speck in Honig über Torfrauch geräuchert
Geschmack: Salz, Speck mit der Honigkruste im Torfrauch und ein Hauch von Barrique
Nachklang: Am Anfang findet man die Eiche am Gaumen, die aber langsam dem süßen Sherry weicht, welcher dann lange anhält

Laphroaig (TWC) 2000, 10 Jahre
56,6%vol., Sherry refill cask

Aroma: Torf, Teer (und das ganz deutlich) und in der Nase ein süßer Hauch von Backpflaumen Geschmack: eine Straße wird geteert, Thymian (italienische Kräuter), Holz ist gut eingebunden Nachklang: sehr lang (es war wohl eine lange Straße, die da geteert wurde)

Slainte!

Kommentare:

Detlef hat gesagt…

Das liest sich alles sehr "lecker", vor allem der Laphroaig. Laut deiner Beschreibung scheint er aber sehr rund zu sein, also keine fiese Socke wie dein vorletzter Laphroaig.

Whisky-Igel hat gesagt…

Moin Detlef,
von der Nase könnte es fast ein runder Bowmore sein, aber dann im Mund wird richtig geteert :-) ...und die Strasse ist lang!
Slainte

Detlef hat gesagt…

Vielleicht ist er etwas für das nächste Blindtasting, aber leider haben es "die Getorften" immer sehr schwer.

Whisky-Igel hat gesagt…

lieber Detelf, das werde ich wohl nicht wieder riskieren :-), da werde ich doch eher "Bodenständig" vorgehen.

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