21. März 2011

Meine Frühjahrswhiskies aus den Highlands sind da

Anfang des Jahres hatte ich das Glück, mir zwei leckere Scotch Single Malts aus ex Sherry-Fässern zu sichern: Die Abfüllungen aus den südlichen Highlands – ein Glengoyne von 1997 und ein Glenturret von 1992 – sind ideal, um uns in die wärmere Jahreszeit zu begleiten. Der Glenturret wird dabei meinen Mortlach von 1990 mit seinen feinen Frucht- und Sherrynoten ersetzen, der leider viel zu schnell ausverkauft war...

Tasting Notes: 

Glengoyne (TWC) 1997
13 Jahre, 53,8%vol., Sherry first fill,

Aroma: Sherry (kein Wunder), Fudge und dunkle Schokolade
Geschmack: schwere Sherrytöne (sehr ölig), schwarzer Tee mit einem Tropfen Milch
Nachklang: die Sherrysüße bleibt lange am Gaumen und recht wenig Holz


Glenturret (TWC) 1992
16 Jahre, Sherry refil but, 46%vol. %,

Aroma: getrocknete Apfelringe (Trockenobst), Schokolade und luftgetrockneter Schinken
Geschmack: nur ein Hauch Sherry, Toffee und dunkle Schokolade – leichte Eichennoten am Gaumen
Nachklang: mittel lang, mit einer runden & weichen Eichennote

Jetzt bin ich nur noch fleissig am Samples probieren für einen „zarten“ Sommerwhisky: voraussichtlich aus einem ex Bourbon cask - für eine schöne Vanille-Note.

Slainte und auf einen sonnigen Frühling

14. März 2011

138 Jahre Speyside in 6 Drams

Es muss nicht immer Islay sein (sagen jedenfalls einige ;-))

Um das zu beweisen, hat SCOMA in Jever letzte Woche ein paar wirklich tolle Speyside Whiskies für den Degustationsabend ausgewählt:


  • Glen Grant, 25 y.o. ; 40% - Gordon & MacPhail
  • Mortlach 16 y.o. ; 43% - Flora & Fauna
  • Glenlivet Sherry Cask, 14 y.o. ; 46% - Glenscoma
  • Glendronach Port Cask Finish, 20 y.o.; 46% - OA
  • Longmorn Sherry Cask 1964, 46 y.o. ; 53% - Gordon & MacPhail
  • Balvenie peated cask, 17 y.o. ; 43% - OA
Wie man sehen kann, ist Jever nicht nur für sein Bier bekannt und so war der Abend auch ausgebucht.
Mein persönliches Highlight dabei war der Longmorn von 1964:

Tasting Notes: 

Longmorn Sherry Cask 1964
46 Jahre, 53% von Gordon & MacPhail

Aroma:    Schwerer Sherry, Backpflaumen und kräftige Kräuternoten
Geschmack:  Deutliche Sherrynoten mit Kräutern, Waldmeister – das Holz ist sehr gut in den Whisky eingebunden
Nachklang: Lang und rund

Leider ist dieser tolle Tropfen schon ausverkauft – sonst hätte ich glatt mal wieder einen neuen Lieblinswhisky… Aber so geht die Suche weiter!

Slainte

1. März 2011

3 von Islay – neue Whisky Chamber Abfüllungen

Islay-Whiskies sind ja normalerweise für Ihre ausgeprägte Torfnote bekannt, und die Fangemeinde wächst ständig. Da muss ich natürlich auch entsprechende Islay-Abfüllungen in meinem Whisky Chamber Sortiment haben, aber wie immer will ich meinen Fans auch etwas Besonderes bieten:

Darum habe ich diesmal Single Malts ausgesucht, die zwischen 10 und 27 Jahren in unterschiedlichen Sherryfässern gereift sind. Interessant ist beim Querverkosten, wie unterschiedlich die Sherryfässer auf den Whisky gewirkt haben:

Der Islay Sherry Gentleman ist ganz eindeutig der Caol Ila, der 27 Jahre in einem Oloroso Fass reifen durfte. Er hat deutlich weniger Phenol in der Nase als seine zwei Brüder und ist auch im Mund sehr ausgewogen und weich.

Der Bunnahabhain ist nach 13 Jahren in einem Pedro Ximenez Sherry Fass schon wegen dem außergewöhnlichen Fass eine kleine Rarität – und das spürt man auch sofort in der Nase und am Gaumen: Er hat eine sehr ausgeprägte Sherrynote, ohne aber dabei künstlich zu wirken – und im Mund kommt dann auch das Phenol sehr deutlich zur Geltung. Es ist schließlich ein „echter“ Islay Whisky.

Der dritte im Bunde ist ein Laphroaig aus einem Sherry Refill cask, wo der Sherry nur mit einem Hauch um die Nase weht. Der Torf (Phenol) dominiert bei dieser Abfüllung ganz deutlich. Es ist bereits meine 6. Laphroaig Abfüllung und bei keiner kam so viel „Asphalt“ an den Gaumen wie bei diesem Fass. Bei so einer ungewöhnlichen Geschmacksnote konnte ich einfach nicht nein sagen ;-).


Tasting Notes:

Bunnahabhain (TWC) 1997, 13 Jahre 
54,4%vol - ex Pedro Ximenez Sherry cask

Aroma: Torf mit einer süßlichen Kräuternote (Ricola –wer hat’s erfunden?) Aprikosen in Sherry
Geschmack: eine tolle Mischung aus runden Sherrynoten und nicht zu aufdringlichem Phenol
Nachklang: lang und sehr ölig – und kaum Holz am Gaumen

Caol Ila (TWC) 1983, 27 Jahre
51,4%vol., ex sherry butt

Aroma: eine runde „Sherry-Torf“ Note“ – Speck in Honig über Torfrauch geräuchert
Geschmack: Salz, Speck mit der Honigkruste im Torfrauch und ein Hauch von Barrique
Nachklang: Am Anfang findet man die Eiche am Gaumen, die aber langsam dem süßen Sherry weicht, welcher dann lange anhält

Laphroaig (TWC) 2000, 10 Jahre
56,6%vol., Sherry refill cask

Aroma: Torf, Teer (und das ganz deutlich) und in der Nase ein süßer Hauch von Backpflaumen Geschmack: eine Straße wird geteert, Thymian (italienische Kräuter), Holz ist gut eingebunden Nachklang: sehr lang (es war wohl eine lange Straße, die da geteert wurde)

Slainte!