15. Februar 2011

Highlander Inn, Whisky Bar Tipp im Speyside

Es ist zwar nicht die größte Whiskybar im Speyside (da hat das gegenüberliegende Craigellachie-Hotel ein paar Flaschen mehr im Regal stehen), aber bestimmt die Bar mit dem fachkundigsten Personal!

Die Auswahl ist mit Absicht etwas kleiner gehalten, damit man keine Angst haben muss, auf einen bereits oxidierten und total laffen Whisky (Flaschen mit einem niedrigen Füllstand, die schon über Jahre auf einen Kunden warten) zu stoßen. Ein bis zwei Rückfragen vom Barkeeper, worauf man denn Lust hätte, und schon steht eine passende Abfüllung vor einem auf dem Tresen. So macht probieren Spaß! ...auch für jemanden, der schon einige Whiskies kennt ;-)

Nun gibt es im Highlander Inn neben Duncan Elphick, *dem* Mann des Whiskies aus Craigellachie, auch noch Tatsuja Minagawa aus Japan, den es vor vielen Jahren wegen der Whiskies nach Schottland verschlagen hat. Das hindert ihn aber nicht daran, sich trotzdem auf vielen Whiskymessen für japanische Whiskies stark zu machen. 

Japan trifft Schottland

Was mache ich also im Highlander Inn? Klar: ein paar ganz besondere japanische Einzelfassabfüllungen probieren! Dabei bekam Tatsuja den ganzen Abend sein Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht:

Wir waren im Herzen von Whisky-Country, in der Bar waren 5 Japaner, 2 Kanadier und 1 Deutscher, der sich dann auch noch auf japanische Whiskies stürzt. Er nannte es eine verkehrte Welt – ich ein neues Erlebnis! Denn wo sonst hat man die Gelegenheit, so exotische japanische Whiskies zu trinken?

Also was hatte ich unbedingt probieren müssen:

Karuizawa, 1982-2009, Sherry first fill, 56,1%vol. (Sukhinder Singh bottling)
Nase: „dicker“ Sherry Toffee, Fudge, Schokolade und man sitzt dabei auf einem feinen Ledersofa ;-)
Geschmack: ganz deutlich Sherry, Himbeere, dunkle Schokolade – das Holz ist erstaunlich gut eingebunden und stört in keiner Weise
Nachklang: sehr lang und eine Schokolade, die einfach nicht enden will

Hakushu 1989-2009, 62%vol. sherry butt (Suntory)
Nase: Schokoriegel mit viel Karamell (Mars???), Rosinen, „Cognac-Bohnen“ mit einer Zuckerkruste
Geschmack: Schokolade & Sherry – aber wo ist meine Cognac-Bohne geblieben? (die ist im Mund verschwunden),
weniger Holz am Gaumen, als man vermuten möchte und die 62% merkt man kaum (und ist ohne Wasser eine Geschmacksexplosion am Gaumen)
Nachklang: sehr lang, mit deutlich Sherry und Schokolade

Fazit
Irgendwie hatte ich an dem Abend in das „Schoko-Regal“ gegriffen und ich habe nicht bereut, im Speyside mit zwei Japanischen Whiskies fremdgegangen zu sein ;-)

Auch sonst ist das Highlander Inn als Ausgangspunkt für Touren im Speyside hervorragend geeignet: Es bietet Bed & Breakfast in nett renovierten Zimmern - und viele Whisky-Ziele liegen quasi um die Ecke. 



Kommentare:

Anonym hat gesagt…

hach, erinnerungen an meinen letzt jährigen urlaub in schottland und dem wundervollen abend eben da :-) danke
volker

Whisky-Igel hat gesagt…

Hallo Volker,
ja, man kommt immer gerne wieder nach Schottland zurück (und dann natürlich auch in das Highlander Inn ;-))

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