19. Dezember 2011

Irland verliert seinen letzten Whiskey

Keine Bange: auf der grünen Insel wird schon noch Whiskey hergestellt, aber eben nicht mehr von einem „Irischen Unternehmen“: 

Photo courtesy PDPhoto.org
Gerade wurde bekannt, dass die Firma Cooley mit ihren Marken (z.B. Connemara, Tyrconnel)  an den amerikanischen „Beam“ Konzern gegangen ist (man kennt die Firma von Jim Beam Bourbon und Teachers Scotch Whisky).

Das ist darum bemerkenswert, weil der Eigentürmer von Cooley, Mr. Teeling in den 80er Jahren seine Firma gerade aus Protest gegen den Verkauf von United Irish Distillers (UID) an Pernod Ricard gegründet hatte. Er hatte seinerzeit die Brennerei in Irland erworben, um weiter einen „nationalen“ Whiskey zu produzieren.

Aber letztendlich geht es wohl doch um Geld und Marktmacht und darum geht die Konzentration im Whiskey & Whiskybusiness weiter – hoffen wir mal, dass das nicht irgendwann zu einem „Einheitswhisk(e)y führt.

Slainte


Quelle: irishtimes

13. Oktober 2011

Islay Christmas Malt 2011

Irgendwie ist für mich jetzt schon Weihnachten: Gerade habe ich meine neueste Abfüllung bekommen, einen Bunnahabhain, destilliert am 24. Dezember 1990 – was gibt es Besseres zum Fest für einen Whisky-Fan?

Am liebsten hätte ich das Fass natürlich am 24.12.2011 abfüllen lassen, aber das ist ein Samstag und da wird auch in Schottland nicht überall gearbeitet - und wir hätten ihn nicht rechtzeitig zum Fest im Glas...

Dabei passt der unpeated Bunnahabhain aus einem Sherry first fill cask bestimmt auch sehr gut als Digestif zur Weihnachtsgans (Alkohol hat er jedenfalls noch genug).

Tasting Notes:

Bunnahabhain (TWC)1990/12/24, 
20 Jahre, 54,2%vol.

Region:         Islay
Aroma:         Eingelegte Kirschen & dunkle Schokolade (Mon Cherie), eine leichte, süßliche Kräuternote
Geschmack:  Der Sherry ist recht dominant, was ihm aber nicht schadet und am Ende sehr rund
Nachklang:   mittel bis lang und für einen first fill Sherry mit 20 Jahren sehr harmonisch


Slainte und lassen wir die letzten Monate des Jahres auf uns zukommen

27. August 2011

Helikopter Whiskytasting in der Schweiz

Und wieder einmal gab es auf ca. 4.000 Meter eine Überraschung – ich hatte es nach den Erfahrungen der letzten Jahre auch schon fast erwartet. Aber der Reihe nach:

Die Vorausscheidung für das alljährliche Höhentasting der „Smallest Whisky Bar on Earth“ (SWBOE) fand wieder am Freitag (19.8.11) vor dem eigentlichen Abheben statt.

7 Whiskies und ein Rum mussten blind gegeneinander antreten und nur die 3 Whiskies mit den meisten Punkten (der Rum trat außer Konkurrenz an) durften am Samstag mit in den Heli. Mit etwas mehr Egoismus (ich hatte meiner eigenen Abfüllung zu wenig Punkte gegeben) hätte ich es mit meinem Glengoyne wohl noch so gerade ins Finale geschafft – aber so sind

  • der Bunnahabhain von (C&S), 
  • der Glenlivet 21 Jahre und
  • der "Namenlose Whisky" aus der Schweizer Destillerie Locher
zum Rundflug über die Engadiner Bergwelt gestartet.


Vorbereitungen


Für das Tasting hat die SWBOE extra ein „Tastingboard“ anfertigen lassen, damit man während des Fluges die Hände frei hatte und etwaige "Schräglagen" ausgleichen konnte – ein gewaltiger Aufwand, aber es hat prima funktioniert. Mal schauen, ob Detlef sich das Teil patentieren lässt?


Wer war der Gewinner?

Wie im letzten Jahr war es wieder der Schweizer Whisky (ich glaube, der wird extra so destilliert und gelagert, dass er ab 2.000m sein bestes Aroma entwickelt. Ich wüsste nur zu gerne, wie der Vergleich ausginge, wenn er auf Meereshöhe oder in den Schottischen Highlands gemacht würde… ;-)

Das Flugwetter war einmalig und wir hatten trotz des Whiskies (nein, wir waren nicht benebelt!) eine einmalige Aussicht auf die Berge um Samedan und St. Moritz!

Wieder einmal hat sich Detlef Sommer für uns etwas ganz besonderes einfallen lassen. Die Latte liegt buchstäblich immer höher und es wird somit für 2012 bestimmt nicht leicht, eine Steigerung für uns „Taster“ zu organisieren. Lassen wir uns überraschen!

Slainte und vielen Dank nochmals an den Organisator!





18. August 2011

Whisky in the Sky...

Nach früheren Höhen-Tastings auf über 3000m auf dem Piz Umbrail (2008) und dem Piz Corvatsch (2009) ging es letztes Jahr *in* den Berg zum Whisky Blind Tasting:


Start war das Kraftwerk Palü, wo es dann mit der „Puschlaver Geisterbahn" entlang der Druckleitung – im(!) Berg – steil in die Tiefe ging.

Diesmal will die “Smallest Whisky Bar on earth” in Samedan noch höher hinaus, und zwar mit einem Helikopter – also sozusagen ein „Blind Heli Tasting“.

Ich bin diesmal mit meinem TWC Glengoyne von 1997 dabei – einem Sherry first fill. Hier die Tasting Notes (erstellt auf ca. 360 m ü.NN. – der Geschmack verändert sich ja erfahrungsgemäß in der Höhe etwas):

Glengoyne (TWC) 1997 - 13 Jahre
53,8%vol., Sherry first fill

Aroma:         Sherry (kein Wunder), Fudge und dunkle Schokolade
Geschmack: schwere Sherrytöne (sehr ölig), schwarzer Tee mit einem Tropfen Milch
Nachklang:  die Sherrysüße bleibt lange am Gaumen und recht wenig Holz

Ich bin schon gespannt, wer dieses Jahr der Lieblingswhisky der Teilnehmer wird und hoffe, dass mein Glengoyne unter die Top 3 kommt (also in den Helikopter ;-))

Slainte und auf in den Himmel über dem Engadin

12. August 2011

Mein Sommerwhisky 2011: Glen Grant von 1991

Da der Sommer dieses Jahr nicht so richtig mitspielen will, ist es wohl kein Zufall, dass mein neuester Sommerwhisky auch einen Hauch von Herbst hat - oder vielleicht spielt mir das Unterbewusstsein bei den geschmeckten Aromen einen Streich?

Jedenfalls finde ich, dass mein neuer Glen Grant eine schöne fruchtige Seite hat – sehr angenehm als Aperitif (wenn es denn doch noch etwas wärmer werden sollte). Daneben bringt er aber mit Orangenschale auf Anisplätzchen vorsichtshalber auch Anklänge vom Herbst mit.

Mit seinen 54,9%vol. ist er schön wärmend und lässt dann auch mal einen Augustabend bei 14°C leichter ertragen.

Tastingnotes Glen Grant (TWC) 1991
19 Jahre, 54,8%vol. ex Bourbon barrel

Aroma:        Marmelade (Orangenschale), frisch fruchtig, Vanille und Anisplätzchen
Geschmack: Creme Brulée, sehr weich und rund. Am Ende kommt ein Hauch Süßholz an den Gaumen
Nachklang:  lang anhaltend und einer optimal eingebundenen Eiche

….und wenn es mit dem Wetter so weitergeht, habe ich schon einmal vorgesorgt und einen Bowmore abfüllen lassen. Der soll Anfang September in Deutschland sein und für noch mehr Wärme ;-) sorgen….

Slainte

18. Juli 2011

Whisky Strom

Nicht erst seit Fukushima und den Debatten um den Atomausstieg hat man in Schottland nach Alternativen gesucht, wie der Strom in die Steckdose kommt: und so wird ab 2013 die Whiskyindustrie Strom für ca. 9.000 Haushalte liefern.

Für dieses 7,2 Megawatt Projekt haben sich schon 16 Destillerien aus dem Speyside zusammengeschlossen. Ein super Ansatz dabei ist, dass es bei diesem Projekt keine Konkurrenten gibt, sondern alle Großkonzerne daran beteiligt sind (davon kann man in anderen Branchen nur träumen)!

Mit der Liberalisierung des Strommarktes frage ich mich jetzt, ob und wie auch ich diesen Strom beziehen kann. Nur zu gerne möchte ich beim Licht an- und ausschalten immer an einen netten Malt denken - bzw.  mit jedem Dram quasi meinen eigenen Strom produzieren... ;-)

Slainte

Quelle: scotsman "Power plant that runs on whisky waste wins funding"

30. Juni 2011

Whisky-Produktion wächst weiter

Krise hin oder her: Scotch Whisky war weltweit noch nie so populär wie heute – sagt jedenfalls der Distilling Director von Diageo. 

Laut der Scotch Whisky Association (SWA) wurde im Jahr 2010 Whisky im Wert von immerhin 3,45 Mrd. GBP (= über 4 Mrd. €) verkauft – das war trotz Wirtschaftskrise ein Wachstum von ca. 10% gegenüber 2009. 

Auch wenn man davon ausgeht, dass die Krisen um die Welt noch nicht ausgestanden sind, wird die Nachfrage wohl in den nächsten Jahren nicht weniger werden und Diageo, der weltgrößte Spirituosenkonzern sieht das wohl auch so: 

Diageo investiert 20 Mio Pfund in Speyside

Diageo will in den nächsten 2 - 3 Jahren 9,5 Mio GBP in Infrastruktur bei Dailuaine und weitere 10 Mio GBP in den Kapazitätsausbau anderer Destillerien in der Region Speyside investieren. Insgesamt will man so die Produktionskapazität um ca. 10 Mio. Liter erhöhen (das entspricht in etwa der 2009 neu erbauten Roseisle Destillerie).
Diese Investitionen kommen zusätzlich zu jeweils über 3 Mio GBP Investionen in Caol Ila und Glen Ord dieses Jahr. Wer so viel Geld in seinen Kapazitätsausbau investiert, der glaubt offensichtlich an eine weiterhin gute Nachfrage nach Scotch Whisky.

Damit ist sichergestellt, dass trotz der hohen Verkäufe nach Indien und China der Whisky nicht knapp wird - 
Hauptsache, die Qualität leidet nicht!

Slainte

Quelle: just-drinks.com   Diageo

8. Juni 2011

Inside Bladnoch

Mit Bladnoch bin ich schon lange wegen einiger alter Abfüllungen in Kontakt, aber irgendwie lag diese schöne Destillerie ganz im Südwesten der Lowlands bei meinen regelmässigen Schottlandreisen immer zu weit ab...

Inzwischen gab es mit Colin und Raymond Armstrong aber so viel zu besprechen und Fassproben zu ziehen, dass ich mich auf den Weg gemacht habe: "Fahre nach Bladnoch, gehe direkt dorthin, gehe nicht über die Highlands..." Was sich als gar nicht so einfach erwies, denn sie ist gut versteckt:

Der Ort Wigtown, Newton Stewart (die Postadresse von Bladnoch) ist noch 2 km von der Destillerie entfernt und vor Ort ist es keinesfalls so eindeutig wie auf Google Maps. Meine Navi fand Bladnoch nicht und es gab auch keine der netten braunen Schilder, wie man sie sonst von vielen Sehenswürdigkeiten in Schottland kennt – um das Schild kämpft Raymond Armstrong (Destilleriemanager und einer der Besitzer) schon seit Jahren mit der Gemeinde. Die Bürokratie macht auch vor Schottland leider nicht halt... Aber mit etwas fragen habe ich es dann schlussendlich doch gefunden.

Nach ein paar Fassproben (und da gibt es wirklich viele tolle Tropfen, die in den nächsten Jahren in unsere Gläser kommen werden!) wurde dann geflachst, ob ich denn auch in eine der Brennblasen passe. OK, der Stillman hat noch ein paar cm mehr Umfang als ich, also stürzte ich mich mutig in die Still: was hineingeht, sollte auch wieder herauskommen… Tatsächlich könnte man in der Still auch gut ein kleines B&B einrichten, wenn doch nur der Einstieg etwas komfortabler wäre ;-).

Im Sommer wird bei Bladnoch nicht produziert, erst einmal, weil man als kleiner privater Distiller nicht so viel Whisky verkaufen kann. Und die Armstrongs schwören ausserdem darauf, dass sie mit kälterem Kühlwasser für das "wort" (die Würze) ein besseres Aroma im Spirit und somit auch später im Whisky erzielen.

Als Besucher wurde man so herzlich empfangen, dass ich mich schon jetzt auf meinen nächsten Besuch in Bladnoch freue - und das direkt gegenüberliegende Bladnoch-Inn ist mein Extratipp für super Essen und die Übernachtung (falls das mit dem B&B in der Still nicht klappt...;) .

Slainte

27. April 2011

„Spirit of Unity“ = Hilfsaktion für Japan

Wenn auch aus traurigem Anlass, so ist es doch wirklich bemerkenswert, was sieben unabhängige schottische Destillerien gerade gemacht haben:
  • Arran, 
  • BenRiach, 
  • Bladnoch, 
  • GlenDronach, 
  • Mitchell's Glengyle, 
  • Kilchoman und 
  • Springbank 
spenden je ein Fass Scotch Single Malt Whisky für eine Hilfsaktion für die Katastrophenopfer in Japan.

„Spirit of Unity“

Aus dem Blend der sieben Fässer sollen ca. 2000 Flaschen herauskommen, die zum Großteil bereits vorab verkauft sind. Mit dem Erlös ist eine Hilfssumme von 80.000 GBP anvisiert: eine Flasche soll in England 59 GBP kosten, wo ca. 1.200 Flaschen aus der Aktion bleiben sollen.

Jetzt hoffe ich mal, dass dieser wirklich einzigartige Blended Malt nicht nur auf Ebay landet, da so spezielle Abfüllungen dort mit dem Preis schnell einmal durch die Decke gehen. So ist es von Euan Mitchell, dem Managing Director von Isle of Arran Distillers und Initiator der Idee bestimmt nicht angedacht  –  obwohl es natürlich auch eine tolle Werbeaktion für die unabhängigen schottischen Whisky Hersteller ist.

Abgesehen davon ist es allemal spannend, was aus dieser Kombination ziemlich unterschiedlicher Single Malts herauskommt - und wie stark sich der Kilchoman von Islay bermerkbar macht. 

Lasst es uns beobachten!
Slainte und alles Gute für die Hilfsaktion

Quelle: BBC News

22. April 2011

Glen Deveron 12 Jahre - mein Oster-Whisky 2011

Die Sonne scheint und mir war nach einem frischen, schön fruchtigen, aber nicht zu aufdringlichen Whisky (das ist dann schon wieder etwas schwer ;-))

Da fiel mir dann eine Flasche von unserem letzten Tasting im Green Sheep (7. April 2011) in die Hand:
der Glen Deveron, 12 Jahre aus einer leider schon vergangenen Epoche, der dann mein persönliches Rennen zum Osterwhisky machte.

Glen Deveron 12 Jahre
 43%, 0,75l (Macduff Distillery)


Nase: Viel Malz, süß (Sherry), Zitronengras mit einer Kräuternote

Geschmack: das Malz mit seiner Zitrusnote findet man auch am Gaumen ganz deutlich wieder

Nachklang: lang – wird mit der Zeit am Gaumen etwas trockener und die Zitrus-Kräuternote bleibt bis zum Schluss

Das ideale Tröpfchen für die sonnigen Ostertage (wenn der Wetterbericht hoffentlich Recht behält)

Der Schokohase hat eine etwas merkwürdige Farbe, aber das lässt dann mit der Zeit –  also von Dram zu Dram – nach ;-)

Ich wünsche euch ein frohes Osterfest

Slainte

Thomas

18. April 2011

Caol Ila Destillerie auf Islay wird erweitert

Vor ca. 2 Jahren hat die Produktionserweiterung bei Caol Ila begonnen und wird wohl bis Ende des Jahres mit der letzten Investition von £3.5m das angestrebte Produktionsmaximum von ca. 6,4 Millionen Liter Alkohol erreichen (ursprünglich lag die Kapazität bei ca. 3,5 Mio.Liter). Damit wird Caol Ila dann zu den wenigen ganz großen Destillerien in Schottland zählen und auf Islay schwer zu schlagen sein.

Die Investitionen gehen hauptsächlich in neue Steuer- und Kontrollsysteme für die Destillation (still house) – also dem Tuning der Produktion. Die Brennblasen sollen nicht von der Investition betroffen sein. Interessant wäre es, wenn wir auch noch erfahren könnten, ob sich die Destillationstemperaturen und die eingesetzte Hefe (für mehr Alkohol) auch ändern werden? (oder haben sie es schon getan?) …weiss jemand mehr dazu?

Durch die Investitionen bei Caol Ila und der Port Ellen Mälzerei hat Diageo mit insgesamt £6,5m viel Geld auf der kleinen Insel gelassen. Aber jeder, der eine Destillerie kennt, weiß, dass man für den Betrieb nicht sehr viel Personal benötigt – hoffen wir mal, dass die Insulaner trotzdem etwas profitieren können.

In 10-12 Jahren werden wir dann auch mit persönlichen sensorischen Testreihen (OK, es geht auch mit tastings ;-)) prüfen können, inwieweit sich der Geschmack durch diese Aktion verändert hat. Ich werde mir jedenfalls ein paar Flaschen von "vorher" aufheben. 

Bis dahin

Slainte

Quelle: BBC News Scotland

11. April 2011

Whiskymesse & AIDA Schiffstaufe in Kiel

Ob das neue Schiff mit einer Flasche Single Malt auf den Namen "AIDAsol" getauft wurde? Wohl eher nicht, jedenfalls konnte es der Veranstalter der Whiskymesse nicht bestätigen. Aber genügend Sponsoren unter uns Ausstellern hätte es bestimmt gegeben ;-) - jedenfalls für eine Flasche.

Das sonnige Wetter und die Taufe der AIDAsol konnten die Whiskyfreunde in Kiel nicht davon abhalten, die 9. Whiskymesse in der Stadt zu besuchen.

Und nicht nur das: die Messe konnte auch ihre Besucherzahl zum Vorjahr nochmal um 10% steigern. Mit ca. 600 Besuchern ist die Messe natürlich nicht mit der WhiskyFair in Limburg und der Aquavitae in Essen zu vergleichen; was aber den Spaß bei den Ausstellern und Besuchern anbelangt, so können die großen Messen sich gerne an Kiel orientieren.

Thomas Ide (The Whisky Chamber) mit Martin Sauer (Organisator)
Dank der Schiffstaufe gab es passend zum Whiskydinner am Samstagabend ein großes Feuerwerk. Mal schauen, was sich Martin Sauer (Martins Weindepot) dann zum 10jährigen Messe-Jubiläum ausdenkt ;-) …da lassen wir uns doch gerne mal überraschen.

Eine kleine Whiskymesse, wo man immer gerne wieder kommt ;-)

Slainte


3. April 2011

„Islay.com“ hat einen neuen Besitzer

Nach dem viel kommentierten Verkauf der Domain Whisky.de an Theresia Lüning vom Whisky Store im vorletzten Jahr hat Clemens Dillmann jetzt eine weitere große Domain - “Islay.com" - verkauft; diesmal laut der Whois Domainabfrage an The Whisky Exchange in London (Sukhinder Singh).

So wie es aussieht, kann man also mit Whisky-Domains leichter Geld verdienen als mit dem Verkauf von Single Malts selbst und muss dabei noch nicht einmal darauf achten, dass die Käufer über 18 Jahre sind.... ;-)  Wohl dem, der in den Anfangszeiten des www den richtigen Riecher hatte und sich die Domains gesichert hat. Wobei das inzwischen wohl nur noch bei allgemeinen Begriffen funktioniert. Soweit ich weiss, hat man mit Markennamen als Domains inzwischen schlechte Karten, aber da könnten die Rechtsanwälte unter meinen Lesern vielleicht mehr dazu sagen?

Die eigentlich spannenden Fragen für mich sind:

- Wieviel die Domain wohl eingebracht hat?
- Was wird The Whisky Exchange mit der Domain machen? Einfach nur eine Umleitung auf seine bestehende Site oder eine spezialisierte Seite zu Islay-Whiskies und News?

Ich werde es beobachten und hoffe sehr auf eine spannende, unvoreingenommene Webseite zu allen Destillerien und Events auf der „Insel“.

Slainte

1. April 2011

Craigellachie Destillery for Sale

Überall herrscht der große Whiskyboom und dann steht plötzlich im Herzen Speysides eine nicht gerade kleine Destillerie zum Verkauf.

Auf meine Nachfrage, warum sich Bacardi nach nur 13 Jahren von der Craigellachie Destillery trennen will, gab es keinen Kommentar. Aus einer zuverlässigen Quelle konnte ich jedoch erfahren, dass angeblich ein chinesischer Investor in Verhandlungen ist.

Geht damit der Ausverkauf der Schottischen Destillerien in Richtung Asien weiter, nachdem schon Whyte & Mackay an United Spirits Ltd., India (USL) gegangen ist?

Hoffentlich haben diese Besitzerwechsel keinen allzugrossen Einfluss auf den Schottischen Charakter des Nationalgetränks... Wie seht Ihr das?

Slainte

21. März 2011

Meine Frühjahrswhiskies aus den Highlands sind da

Anfang des Jahres hatte ich das Glück, mir zwei leckere Scotch Single Malts aus ex Sherry-Fässern zu sichern: Die Abfüllungen aus den südlichen Highlands – ein Glengoyne von 1997 und ein Glenturret von 1992 – sind ideal, um uns in die wärmere Jahreszeit zu begleiten. Der Glenturret wird dabei meinen Mortlach von 1990 mit seinen feinen Frucht- und Sherrynoten ersetzen, der leider viel zu schnell ausverkauft war...

Tasting Notes: 

Glengoyne (TWC) 1997
13 Jahre, 53,8%vol., Sherry first fill,

Aroma: Sherry (kein Wunder), Fudge und dunkle Schokolade
Geschmack: schwere Sherrytöne (sehr ölig), schwarzer Tee mit einem Tropfen Milch
Nachklang: die Sherrysüße bleibt lange am Gaumen und recht wenig Holz


Glenturret (TWC) 1992
16 Jahre, Sherry refil but, 46%vol. %,

Aroma: getrocknete Apfelringe (Trockenobst), Schokolade und luftgetrockneter Schinken
Geschmack: nur ein Hauch Sherry, Toffee und dunkle Schokolade – leichte Eichennoten am Gaumen
Nachklang: mittel lang, mit einer runden & weichen Eichennote

Jetzt bin ich nur noch fleissig am Samples probieren für einen „zarten“ Sommerwhisky: voraussichtlich aus einem ex Bourbon cask - für eine schöne Vanille-Note.

Slainte und auf einen sonnigen Frühling

14. März 2011

138 Jahre Speyside in 6 Drams

Es muss nicht immer Islay sein (sagen jedenfalls einige ;-))

Um das zu beweisen, hat SCOMA in Jever letzte Woche ein paar wirklich tolle Speyside Whiskies für den Degustationsabend ausgewählt:


  • Glen Grant, 25 y.o. ; 40% - Gordon & MacPhail
  • Mortlach 16 y.o. ; 43% - Flora & Fauna
  • Glenlivet Sherry Cask, 14 y.o. ; 46% - Glenscoma
  • Glendronach Port Cask Finish, 20 y.o.; 46% - OA
  • Longmorn Sherry Cask 1964, 46 y.o. ; 53% - Gordon & MacPhail
  • Balvenie peated cask, 17 y.o. ; 43% - OA
Wie man sehen kann, ist Jever nicht nur für sein Bier bekannt und so war der Abend auch ausgebucht.
Mein persönliches Highlight dabei war der Longmorn von 1964:

Tasting Notes: 

Longmorn Sherry Cask 1964
46 Jahre, 53% von Gordon & MacPhail

Aroma:    Schwerer Sherry, Backpflaumen und kräftige Kräuternoten
Geschmack:  Deutliche Sherrynoten mit Kräutern, Waldmeister – das Holz ist sehr gut in den Whisky eingebunden
Nachklang: Lang und rund

Leider ist dieser tolle Tropfen schon ausverkauft – sonst hätte ich glatt mal wieder einen neuen Lieblinswhisky… Aber so geht die Suche weiter!

Slainte

1. März 2011

3 von Islay – neue Whisky Chamber Abfüllungen

Islay-Whiskies sind ja normalerweise für Ihre ausgeprägte Torfnote bekannt, und die Fangemeinde wächst ständig. Da muss ich natürlich auch entsprechende Islay-Abfüllungen in meinem Whisky Chamber Sortiment haben, aber wie immer will ich meinen Fans auch etwas Besonderes bieten:

Darum habe ich diesmal Single Malts ausgesucht, die zwischen 10 und 27 Jahren in unterschiedlichen Sherryfässern gereift sind. Interessant ist beim Querverkosten, wie unterschiedlich die Sherryfässer auf den Whisky gewirkt haben:

Der Islay Sherry Gentleman ist ganz eindeutig der Caol Ila, der 27 Jahre in einem Oloroso Fass reifen durfte. Er hat deutlich weniger Phenol in der Nase als seine zwei Brüder und ist auch im Mund sehr ausgewogen und weich.

Der Bunnahabhain ist nach 13 Jahren in einem Pedro Ximenez Sherry Fass schon wegen dem außergewöhnlichen Fass eine kleine Rarität – und das spürt man auch sofort in der Nase und am Gaumen: Er hat eine sehr ausgeprägte Sherrynote, ohne aber dabei künstlich zu wirken – und im Mund kommt dann auch das Phenol sehr deutlich zur Geltung. Es ist schließlich ein „echter“ Islay Whisky.

Der dritte im Bunde ist ein Laphroaig aus einem Sherry Refill cask, wo der Sherry nur mit einem Hauch um die Nase weht. Der Torf (Phenol) dominiert bei dieser Abfüllung ganz deutlich. Es ist bereits meine 6. Laphroaig Abfüllung und bei keiner kam so viel „Asphalt“ an den Gaumen wie bei diesem Fass. Bei so einer ungewöhnlichen Geschmacksnote konnte ich einfach nicht nein sagen ;-).


Tasting Notes:

Bunnahabhain (TWC) 1997, 13 Jahre 
54,4%vol - ex Pedro Ximenez Sherry cask

Aroma: Torf mit einer süßlichen Kräuternote (Ricola –wer hat’s erfunden?) Aprikosen in Sherry
Geschmack: eine tolle Mischung aus runden Sherrynoten und nicht zu aufdringlichem Phenol
Nachklang: lang und sehr ölig – und kaum Holz am Gaumen

Caol Ila (TWC) 1983, 27 Jahre
51,4%vol., ex sherry butt

Aroma: eine runde „Sherry-Torf“ Note“ – Speck in Honig über Torfrauch geräuchert
Geschmack: Salz, Speck mit der Honigkruste im Torfrauch und ein Hauch von Barrique
Nachklang: Am Anfang findet man die Eiche am Gaumen, die aber langsam dem süßen Sherry weicht, welcher dann lange anhält

Laphroaig (TWC) 2000, 10 Jahre
56,6%vol., Sherry refill cask

Aroma: Torf, Teer (und das ganz deutlich) und in der Nase ein süßer Hauch von Backpflaumen Geschmack: eine Straße wird geteert, Thymian (italienische Kräuter), Holz ist gut eingebunden Nachklang: sehr lang (es war wohl eine lange Straße, die da geteert wurde)

Slainte!

21. Februar 2011

Berge von Fässern

Whisky-Einsteiger fragen mich bei meinen Tastings und Seminaren immer wieder, woher der Scotch Single Malt eigentlich seine Farbe und besonderen Aromen bekommt.

Von gebrauchten Eichenfässern natürlich – in denen vorher amerikanischer Bourbon Whisky, Sherry, Rum oder auch Wein gelagert wurde. Aber wie kommen die Fässer zur Destillerie und wer sorgt dafür, dass sie auch die vielen Jahre in den Lagerhäusern überleben?

…und da habe ich auf meiner letzten Highland-Tour endlich einmal die Speyside Cooperage in Craigellachie besucht, um mir ein Bild zu machen - ein allemal lohnendes Besuchsziel nicht weit vom Whisky-Trail.


In der Cooperage werden die Fässer überholt oder neu zusammengebaut – und das im Akkord. Aber keine Sorge, die Fässer werden dabei auch auf ihre Dichtigkeit geprüft und bekommen die Freigabe erst nach bestandenem Test. Trotzdem lasse ich es mir nicht nehmen, immer mal nachzuschauen, dass unsere Fässer nicht doch lecken :-) .
Bei meinen Schottlandbesuchen habe ich auch schon Fasslager in den Destillerien gesehen, wo schnell an die 20 - 30.000 Fässer zusammen kommen. Aber die Fasshalde in Craigellachie hat mir den Atem verschlagen – Berge von leeren Fässern (und die Speyside Cooperage ist nicht die größte in Schottland!).

Es müssen Millionen sein und wer möchte da nicht einmal mit einem großen LKW vorfahren und sich ein paar schöne Fässer aussuchen? Aber keine Sorge, die Fässer sind gut eingezäunt und werden bewacht; nur ausgemusterte Fässer können als Blumenbottiche oder Bar-Möbel gekauft werden...


Also gut Holz

15. Februar 2011

Highlander Inn, Whisky Bar Tipp im Speyside

Es ist zwar nicht die größte Whiskybar im Speyside (da hat das gegenüberliegende Craigellachie-Hotel ein paar Flaschen mehr im Regal stehen), aber bestimmt die Bar mit dem fachkundigsten Personal!

Die Auswahl ist mit Absicht etwas kleiner gehalten, damit man keine Angst haben muss, auf einen bereits oxidierten und total laffen Whisky (Flaschen mit einem niedrigen Füllstand, die schon über Jahre auf einen Kunden warten) zu stoßen. Ein bis zwei Rückfragen vom Barkeeper, worauf man denn Lust hätte, und schon steht eine passende Abfüllung vor einem auf dem Tresen. So macht probieren Spaß! ...auch für jemanden, der schon einige Whiskies kennt ;-)

Nun gibt es im Highlander Inn neben Duncan Elphick, *dem* Mann des Whiskies aus Craigellachie, auch noch Tatsuja Minagawa aus Japan, den es vor vielen Jahren wegen der Whiskies nach Schottland verschlagen hat. Das hindert ihn aber nicht daran, sich trotzdem auf vielen Whiskymessen für japanische Whiskies stark zu machen. 

Japan trifft Schottland

Was mache ich also im Highlander Inn? Klar: ein paar ganz besondere japanische Einzelfassabfüllungen probieren! Dabei bekam Tatsuja den ganzen Abend sein Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht:

Wir waren im Herzen von Whisky-Country, in der Bar waren 5 Japaner, 2 Kanadier und 1 Deutscher, der sich dann auch noch auf japanische Whiskies stürzt. Er nannte es eine verkehrte Welt – ich ein neues Erlebnis! Denn wo sonst hat man die Gelegenheit, so exotische japanische Whiskies zu trinken?

Also was hatte ich unbedingt probieren müssen:

Karuizawa, 1982-2009, Sherry first fill, 56,1%vol. (Sukhinder Singh bottling)
Nase: „dicker“ Sherry Toffee, Fudge, Schokolade und man sitzt dabei auf einem feinen Ledersofa ;-)
Geschmack: ganz deutlich Sherry, Himbeere, dunkle Schokolade – das Holz ist erstaunlich gut eingebunden und stört in keiner Weise
Nachklang: sehr lang und eine Schokolade, die einfach nicht enden will

Hakushu 1989-2009, 62%vol. sherry butt (Suntory)
Nase: Schokoriegel mit viel Karamell (Mars???), Rosinen, „Cognac-Bohnen“ mit einer Zuckerkruste
Geschmack: Schokolade & Sherry – aber wo ist meine Cognac-Bohne geblieben? (die ist im Mund verschwunden),
weniger Holz am Gaumen, als man vermuten möchte und die 62% merkt man kaum (und ist ohne Wasser eine Geschmacksexplosion am Gaumen)
Nachklang: sehr lang, mit deutlich Sherry und Schokolade

Fazit
Irgendwie hatte ich an dem Abend in das „Schoko-Regal“ gegriffen und ich habe nicht bereut, im Speyside mit zwei Japanischen Whiskies fremdgegangen zu sein ;-)

Auch sonst ist das Highlander Inn als Ausgangspunkt für Touren im Speyside hervorragend geeignet: Es bietet Bed & Breakfast in nett renovierten Zimmern - und viele Whisky-Ziele liegen quasi um die Ecke. 



10. Februar 2011

Whisky & Käse - geht das?

Jeder kennt inzwischen Whisky & Schokolade Verkostungen, aber was ist mit Käse?

Nach einem netten Abend bei Freunden im „fünfzehn“, einem Importeur von Wein und Leckereien aus Italien, sind wir auf die Idee gekommen, dass man so ein Experiment doch einfach mal wagen sollte.

Es wurden Käsespezialitäten bestellt und wir haben für diese dann aus einer größeren Auswahl von Single Malt Einzelfassabfüllungen die passenden Whiskies ausgewählt und fanden schon bei unserer "sensorischen Testreihe", dass es wirklich tolle Kombinationen gibt.

Von da war es nur ein kurzer Weg bis Termin und Planung für den Käse & Whisky Degustationsabend in Grenzach-Wyhlen standen:

Die Neugierde in unter Whisky- und/oder Käsefans war so groß, dass wir sofort ausgebucht waren.
Was haben wir an dem Abend verkostet:


1. Scamorza affumicata / Castellanza / Mittel-Süditalien
    50 % i.Tr.Masse (Kuhmilch)

Der “affumicata” ist die geräucherte Form des Scamorza. Er ist ein weicher, schnittfester Käse mit dezenten Aromen und einem deutlichen, aber nicht zu strengen Rauchton.

Aberfeldy (C&S) 1997, 12 Jahre Hosgshead, 47,5%vol.
Aroma: Trockenpflaumen, Honig (deutlich süße Noten) und erstaunlicherweise Heu
Geschmack: malzig, süß, Tabak, leicht salzig
Nachklang: mittellang mit Tabak am Gaumen – am Ende leicht trocken

Einigen Teilnehmern gefiel hier auch die Kombination mit dem - mit ein paar Tropfen Wasser verdünnten - Tullibardine sehr gut. 
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2. Brinata / Il Forteto / Toscana 45 % i.Tr.Masse (Schafsmilch)
Der junge Pecorino aus pasteurisierter Schafmilch ist mit weißem Schimmel bedeckt. Diese schenkt dem Käse den zarten Geruch und einen milden Schafsmilchgeschmack.

Tullibardine (C&S) 1991, 18 Jahre, 53,6%vol.
Aroma: Kandierte Orangenschale, Honig mit einer deutlich floralen Note
Geschmack: Kräuter, Orange (Marmelade) mit leichtem Rauch
Nachklang: mittellang, sehr komplex mit einer zarten Holznote ganz am Ende 
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3. Testun al Barolo / Occelli / Cuneo-Piemont 52 % i.Tr.Masse
Der Käse wird mit Trester von Weinreben des Barolo bedeckt und so in den Kellern gereift. Er ist kompakt, aber nicht trocken und schmeckt kräftig - mit einem Hauch von Karamell und Sauerbraten(!).

Highland Park (TWC) 1990-2010, 20 Jahre, 46%
Aroma: intensive Rauchigkeit, Kräuter, Toffee (Fudge)
Geschmack: Akazienhonig, rauchende Heidekräuter, angenehme Sherry Süße (Brandruine)
Nachklang: würzig, die Rauchnote bleibt bis zum Schluss – sehr lang

Einige Teilnehmer fanden, dass hier auch der Aberfeldy hervorragend passte. 
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4. Parmigiano Reggiano / Montanari & Gruzza / Emilia Romagna 32 % i.Tr.Masse
Parmigiano Reggiano darf sich nur nennen, was nach den strengen Vorschriften des Konsortiums hergestellt wurde. Dieser 24 Monate gereifte Käse ist würzig mit einem feinen Nussgeschmack.

Isle of Jura (JMA) 1992, 15 Jahre, 53,9%vol.
Nase: Malz, Heu, Dörrobst (Aprikose), leicht nussig (Walnuss), etwas später kommt eine Vanillenote
Geschmack: malzig süß, Vanille mit gut eingebetteter Eichennote (süß + pfeffrig = ein spannender Kontrast)
Nachklang: mittellang – das Malz wird am Ende etwas trockener
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5. Dolce Gorgonzola / Catellanza / Mittel-Süditalien 56 % i.Tr.Masse
Eine milde Variante des Blauschimmelkäse.

Springbank (TWC) 1998-2008, 10 Jahre Port Cask, 57,4%vol.
Aroma: Heidekraut, Salbei und süße Trauben
Geschmack: leicht salzig, eine Spur Torf, Birne und etwas Eiche am Gaumen
Nachklang: lang, zuerst süß und hinten etwas trockener werdend
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6. Robiola di Capra „al Rosmarino“ / La Casera / Norditalien 53 % i.Tr.Masse
Robiola ist ein Sammelname für kleine runde Käse. Dieser weiche Ziegenkäse bekommt durch die Rosmarin-Schicht ein besonders Aroma.

Caol Ila (TWC) 1983, 27 Jahre, 51,4%vol. (ex sherry butt)
Aroma: eine runde „Sherry-Torf“ Note – Speck in Honig über Torfrauch geräuchert
Geschmack: Salz, Speck mit der Honigkruste im Torfrauch und ein Hauch von Barrique
Nachklang: Am Anfang findet man die Eiche am Gaumen, die aber langsam dem süßen Sherry weicht,  der dann lange anhält

Den Teilnehmern muss es genauso wie uns gefallen haben, denn wir werden schon bedrängt, so einen Abend (dann natürlich mit neuen Käse & Whiskies) durchzuführen. Es geht also: Experiment gelungen - Fortsetzung folgt!

Slainte & Happy Cheese

30. Januar 2011

Frauen und Whisky? Aber sicher!

Ich war ja immer schon der Meinung, dass das kein Widerspruch ist – und jetzt gibt es auch eine Studie, die das belegt ;-)

Die große englische Supermarkkette „ASDA“ hat eine Studie zu diesem Thema durchgeführt und hat dabei herausgefunden, dass 35% der befragten Frauen Whisky nicht abgeneigt sind.

60% von Ihnen sind auf den Geschmack gekommen, weil ihr Partner Whisky genießt und so die Möglichkeit zum Probieren bestand. Der Geschmack muss jedenfalls überzeugt haben, denn sonst wären nicht so viele Frauen beim Whisky geblieben – und über 50% davon trinken ihn pur.

Auf den Whiskymessen in Deutschland kann man es auch sehr gut verfolgen, dass Whisky absolut keine „Männerdomaine“ (mehr) ist. In meinen Tastings habe ich das allerdings noch nicht gemerkt, da sind Frauen leider immer noch die Ausnahme – oder die Chauffeur(in).

Darum bin ich am überlegen, ob ich mal einige Termine "for Ladies only" anbieten soll, um eventuelle Hemmschwellen zu überwinden.

"Ladies only" Whisky Tasting?


Was meint Ihr?

Slainte

Quelle: Scotman

25. Januar 2011

Port Ellen 10th Release

Wie kann man dem schottischen Nationalhelden Robert Burns am besten zum Geburtstag gratulieren? Doch nur mit einem außergewöhnlichen Whisky!

Vor kurzem habe ich von einem Freund aus der Schweiz ein Sample Port Ellen 10th Release zum probieren bekommen – und das wurde heute zur Feier des Tages geopfert:

Port Ellen 10th Release 
31 Jahre, 54,6%vol.

Nase: Teer, Holzrauch, Seetang, süßlich mit einer dezenten Waldmeisternote

Geschmack: pfeffrig, Torf & Teer, leicht salzig, Vanille, Eiche am Gaumen und mit der Zeit trocken werdend

Nachklang: mittel bis lang – am Gaumen trocken

Wenn es meine Fässer gewesen wären, hätte ich sie wohl etwas früher abgefüllt. Für den Preis vermisse ich die „Explosion“ am Gaumen und etwas mehr „Länge“.

Slainte und auf Robert Burns