18. August 2010

Springbank Quarter Cask – was kommt da raus?

Abfüllung eines Quarter-Cask bei Springbank
Private Fässer von Springbank waren bis zum Jahr 2000 keine allzu grosse Seltenheit. Das 50l ex-Sherry Quarter Cask, das ich kürzlich probieren durfte, ist dagegen allerdings doch äußerst bemerkenswert.

Warum?

Die Springbanks, die ich so kenne, haben meist Fassstärke oder wurden auf 46%vol. herunter verdünnt.

Diese 10 Jahre alte Abfüllung aber war auf 40%vol. verdünnt, was der Farbe und dem Aroma, was schon nach ein paar Sekunden den Raum erfüllte, keinen Abbruch tat.

So kleine Fässer sind oft bereits nach 5 - 7 Jahren reif zum Geniessen, danach besteht Gefahr, dass das Holzaroma zu dominant wird. Darum hatte ich auch in diesem Fall mit 10 Jahren eigentlich sehr viel Holzgeschmack erwartet (zu viel Tannin ist auch bei Whisky nicht unbedingt angenehm), aber Springbank hat mit der stärkeren Verdünnung eindeutig dafür gesorgt, dass sich die „Holznoten“ in angenehmen Grenzen halten. Der Whisky erinnert darum eher an eine der älteren Abfüllungen, wo man glaubt im Glas das Aroma vom „Warehouse No.3“ wahrzunehmen.

Tasting Notes:
Springbank 2000-2010 - "Michael's Whisky"


Nase:
Kirsche (Mon Cheri), Karamell und süße Kräuter – eine leichte „Lagerhausmuffigkeit“ wie man sie von vielen Whiskies aus den 70ern kennt.

Geschmack:
Schwerer süßer Sherry mit einer leichten Holznote – man hat das Gefühl einen „alten“ Springbank auf der Zunge zu haben. Sehr rund dafür, dass es ein kleines Quarter Cask war.

Nachklang: 
Leider etwas kurz (aber das wird der Tribut an die 40%vol. sein), angenehme Eichentöne.

Dieser Springbank war für mich wirklich eine positive Überraschung und ein Zeichen, dass man keine vorgefassten Meinungen haben darf.
Schade, dass man diesen besonderen Dram wohl nicht kaufen kann, da nur ein paar Kartons herausgekommen sind und die wohl ausschließlich privat genossen werden.

Slainte

7. August 2010

Wo war der Whisky beim Basel Tattoo ?

Neben dem legendären Edinburgh Tattoo hat sich Basel in den letzten 5 Jahren mit seiner Ausgabe auch  viele Fans geschaffen: nach nur 36 Stunden sollen die 85.000 Tickets vergriffen gewesen sein.
Ich hatte eher das Gefühl, dass es nur 2 Stunden waren – und bin froh, dass ich nach 3 Anläufen dieses Jahr endlich auch dabei sein konnte.



Das Ambiente in der Basler Kaserne war gigantisch und wenn über 200 Piper & Drummer in der Arena aufmarschieren, geht das gewaltig unter die Haut – da möchte man hinterher doch gerne die Stimmung wahren und vielleicht noch etwas vom schottischen Lebenswasser kosten… aber wo?

Glenfiddich ist seit der ersten Ausgabe des Basel Tattoo (2005) der alleinige Whisky Sponsor, nur leider hat man auf dem Gelände nichts davon gesehen (außer das Banner, aber das füllt nicht mein Glas… Vielleicht gab es den Whisky nur im VIP Bereich???
Es muss ja auch nicht immer geschenkt sein – die "normalen" Stände und Kneipen rund um die Tattoo Street haben schliesslich auch ihr Angebot verkauft, und auf Whiskymessen zahlen wir doch auch gerne unseren Obolus für einen netten Dram oder eine Festival-Abfüllung… nicht so in Basel (jedenfalls habe ich nichts gesehen) – und das war schade.

Jetzt hoffen wir auf 2011 und dass der Whiskysponsor auch an die normalen Besucher denkt. Sonst werde ich mir wohl einen Flachmann mitnehmen müssen – oder vielleicht auch wieder selbst ein Tasting machen, wie vor drei Jahren für den Swiss Marketing Club.

Slainte

Link: Basel Tattoo