18. Juni 2010

Ein Bier und einen schottischen Korn bitte

Eigentlich schauen Whisky-Käufer normalerweise darauf, dass Whisky möglichst alt ist: 12, 18, 21 oder noch mehr Jahre im Fass gereift. Überhaupt darf Scotch Single Malt erst "Whisky" heißen, wenn er mindestens 3 Jahre in Schottland im Eichenfass gereift ist - davor ist es einfach nur "Spirit" bzw. sogenannter "New Make". 

Highland Park verkauft jetzt seinen „New Make“ für 20 britische Pfund: Umgerechnet auf eine "normale" 0,7l Flasche kosten damit die 35cl mit 50%vol. – also bereits herunterverdünnt – ca. 48€.
>>  Das erzielen andere Destillerien kaum für ihre 10-12 Jahre alten Abfüllungen!

Kleine Farm-Destillerien, wie z.B. Kilchoman haben das in der Vergangenheit auch so gemacht, um die Anlaufphase finanziell zu überbrücken und pre-Marketing für die Marke zu betreiben, bis nach 3 Jahren der erste echte Whisky verkauft werden darf. Aber warum eine so große und namhafte Destillerie wie Highland Park das jetzt auch tut, konnte ich bis jetzt noch nicht so richtig verstehen. Vielleicht ist es einfach wieder eine spezielle Marketingidee der Edrington Group (wie zuletzt bei Macallan mit der „sexy Whisky Kampagne“)?

Mal schauen, wie sich der „New Make“ in Deutschland verkaufen lässt. In meiner norddeutschen Heimat würde man den "Gerstenkorn" wohl zum Bier nehmen – aber kaum zu diesem Preis...

Was meint Ihr - werdet Ihr den Highland Park New Make kaufen?

Slainte

14. Juni 2010

Whisky-Tasting "zur See"

Nachdem ich ja schon bei einigen Whisky-Tastings in den Bergen war, hatte ich kürzlich eine eindrückliche Premiere "zur See":

Anfang Juni hatte das Hotel „Bad Schachen“ von Lindau aus zu einer „Nacht der Sinne“ geladen.
Mit dem ältesten fahrenden Raddampfer „Hohentwiel“  (Jahrgang 1913) ging es am frühen Abend zu einem musikalischen Dinner mit Zigarren- und Whisky-Lounge auf den Bodensee, wo der Start der 60. Bodensee-Regatta mit fast 400 Seglern schon beinahe Hochsee-Stimmung verbreitete.

Sonnenuntergang und Segel, wohin man schaute...  

Zum Dinner an Deck gab es reichlich Aussicht und Musik, und damit die Sinne auch danach nicht zu kurz kommen sollten, hatten wir unter Deck eine Zigarren- und Whisky Lounge aufgebaut. Hier gab es zwar keinen Whisky von 1913 zu probieren, aber die Abfüllungen von The Whisky Chamber aus dem Jahre 1990 (Highland Park und Mortlach) korrespondierten bestens zu den tollen Zigarren.
Gott sei Dank spielte das Wetter an dem Abend auch mit und die Sonne verwöhnte die Gäste – 2 Tage früher und wir hätten wegen des Sturms wohl eher einen steifen Grog anbieten müssen...

Die „Hohentwiel“ mit ihrem Glanz aus Messing und poliertem Holz hat mich bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen. Bei tollem Wetter werden wir bestimmt noch mal mit ihr eine Bodenseerundfahrt unternehmen - mit oder ohne Whisky-Tasting...

Slainte & Mast & Schotbruch