19. April 2010

Whisky wächst trotz Wirtschaftskrise

Die Wirtschaft leidet, viele Leute haben Ihren Job verloren, aber Scotch Whisky trotzt der Krise und das ganz besonders in den USA: jedenfalls sind 2009 die schottischen Whisky-Exporte dorthin im Wert um 13% auf 418,8 Mio. GBP gewachsen – wer hätte das gedacht.

Noch gewaltiger waren die Umsatzsteigerungen in Lateinamerika (+18% auf 390 Mio. GBP), wo es z.B. in Brasilen gleich um 44%, auf 60 Mio. GBP nach oben ging.

Als Vergleich, und um diese Zahlen besser einordnen zu können, hier der gesamte Scotch Whisky Exportmarkt:
2008:   3.056,9 Mio. GBP
2009:   3.133,4 Mio. GBP  (+3%)

Deutschland hat mit einem Umsatzminus von 7% (von 110,7 auf 103,2 Mio. GBP) nicht zu dem positiven Ergebnis beigetragen – ebensowenig wie Asien: Dort gab es sogar ein Minus von 9%.

Das ist besonders bemerkenswert, wo doch alle (ich eingeschlossen) Asien als den großen „neuen“ Markt gesehen haben. Mit dem aktuellen gewaltigen Wirtschaftswachstum in den Ländern kann es aber 2010 auch schnell wieder anders aussehen, wobei aber auch die lokalen Produzenten mit ihren starken eigenen Whiskies eine Rolle gespielt haben können.

Mit dieser Information kann ich nur noch weniger verstehen, warum die Edrington Group letztes Jahr ihre Tamdhu-Destillerie stillgelegt hat –  wenn der Markt doch so boomt, und ganz besonders bei den Blended Scotch Whiskies??

Insgesamt bin ich ziemlich überrascht von den Ergebnissen: Ich hätte erwartet, dass die Umsätze insgesamt und besonders in den "alten" Märkten krisenbedingt stärker zurückgehen - und höchstens in Asien weiter steigen. Aber ich bin ja auch kein Wirtschaftsweiser und nehme es wie kommt: Hauptsache, es wird weiterhin guter Whisky produziert.

Slainte

Quelle: SWA (pdf)

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