20. April 2010

Staubfreies Whiskydinner in Limburg

Für alle, die früher zur Whisky-Fair nach Limburg anreisen oder in der Nähe wohnen, gibt es als Einstimmung für Whisky-Fans abseits der Standards ein

pre-Whiskydinner & Tasting 

mit 7 leckeren Einzelfassabfüllungen von James MacArthur:


Freitag, 23.4. um 19.30 Uhr
im „Rossini“ (Limburg, Böhmergasse 2)

 und es sind nur noch ein paar Plätze frei.

Leider steht der JMA-Inhaber Arthur Winning, der das Tasting begleiten soll, wie so viele andere zur Zeit quasi noch im „Stau(b)“ – beziehungsweise wartet auf Flugfreigabe. Einer seiner Kollegen hat seine Reiseplanung schon auf Auto und Fähre umgestellt...

Der Whisky ist auf jeden Fall schon im Land und das Dinner findet sicher statt.

Wir drücken die Daumen, dass British Airways am Freitag seine Vögel in Richtung Frankfurt in die Luft bekommt und halten Euch hier auf dem Laufenden.

Update: Arthur Winning hat heute gemeldet: BA fliegt nach Plan - see you all on Friday!


Von dem Dinner und der Messe werde ich selbstverständlich berichten.

Slainte und keine Asche!

19. April 2010

Whisky wächst trotz Wirtschaftskrise

Die Wirtschaft leidet, viele Leute haben Ihren Job verloren, aber Scotch Whisky trotzt der Krise und das ganz besonders in den USA: jedenfalls sind 2009 die schottischen Whisky-Exporte dorthin im Wert um 13% auf 418,8 Mio. GBP gewachsen – wer hätte das gedacht.

Noch gewaltiger waren die Umsatzsteigerungen in Lateinamerika (+18% auf 390 Mio. GBP), wo es z.B. in Brasilen gleich um 44%, auf 60 Mio. GBP nach oben ging.

Als Vergleich, und um diese Zahlen besser einordnen zu können, hier der gesamte Scotch Whisky Exportmarkt:
2008:   3.056,9 Mio. GBP
2009:   3.133,4 Mio. GBP  (+3%)

Deutschland hat mit einem Umsatzminus von 7% (von 110,7 auf 103,2 Mio. GBP) nicht zu dem positiven Ergebnis beigetragen – ebensowenig wie Asien: Dort gab es sogar ein Minus von 9%.

Das ist besonders bemerkenswert, wo doch alle (ich eingeschlossen) Asien als den großen „neuen“ Markt gesehen haben. Mit dem aktuellen gewaltigen Wirtschaftswachstum in den Ländern kann es aber 2010 auch schnell wieder anders aussehen, wobei aber auch die lokalen Produzenten mit ihren starken eigenen Whiskies eine Rolle gespielt haben können.

Mit dieser Information kann ich nur noch weniger verstehen, warum die Edrington Group letztes Jahr ihre Tamdhu-Destillerie stillgelegt hat –  wenn der Markt doch so boomt, und ganz besonders bei den Blended Scotch Whiskies??

Insgesamt bin ich ziemlich überrascht von den Ergebnissen: Ich hätte erwartet, dass die Umsätze insgesamt und besonders in den "alten" Märkten krisenbedingt stärker zurückgehen - und höchstens in Asien weiter steigen. Aber ich bin ja auch kein Wirtschaftsweiser und nehme es wie kommt: Hauptsache, es wird weiterhin guter Whisky produziert.

Slainte

Quelle: SWA (pdf)

15. April 2010

Slyrs – eine deutsche Destillerie, aber wie spricht man sie aus?

Die Frage, wie man dieses "Slyrs" richtig ausspricht, stelle ich mir schon seit geraumer Zeit und konnte sie jetzt endlich vor Ort klären:

ganz einfach „SCHLIERS“

Aber darauf hätte ich eigentlich auch selber kommen können – schließlich liegt sie ja am Schliersee.

Seit 1999 wird in der von Grund auf neu erbauten Destillerie produziert, aber bisher ausschließlich als „3Jähriger“ deutscher Whisky vermarktet. 

Die eigenen Fässer (man verwendet keine gebrauchten Bourbon- oder andere Fässer) werden dann neu befüllt und 12 Jahre gelagert. Ab 2015 soll es dann  erstmals auch einen 12jährigen Slyrs geben.

Den „Slyrs 3 Jahre“ habe ich inzwischen schon ein paar Mal probiert, aber ich konnte mich für den etwas obstlerartigen, scharfen Geschmack nicht so begeistern. 2015 werde ich dem ersten 12jährigen Slyrs aber bestimmt noch eine Chance geben.

Auch wenn mir persönlich der Geschmack nicht so zusagt (so etwas gibt es natürlich auch bei einigen schottischen Whiskies...), so muss ich doch den Hut vor der 1A Marketingleistung ziehen.

Die Destillerie-"Tour" ist für Besucher optimal aufgebaut:

Auf der einen Seite steht die Maische & Fermentation und gegenüber die Destillation – der Besucher wandelt in der Mitte.
Das offene Lager ist gleichzeitig der Verkostungsraum und die „Kostproben“ werden auf einem schicken Degustationsbrettchen gereicht, während man beim Probieren auf das Fasslager hinunter  schaut (das momentan noch für die gesamte Produktion reicht – geschätzte 700 Fässer) – eine tolle Atmosphäre!

Davon können etliche Destillerien in Schottland noch etwas lernen!

Tasting Notes:   Slyrs 2006, 3 Jahre, 43%vol.
Nase: sehr fruchtig (schon fast wie ein Obstler oder auch „new make“), Heu und leicht malzig
Geschmack: etwas Heu und recht trocken am Gaumen, pfeffrig und eine deutliche Holznote
Nachklang: mittel lang und trocken

Slainte und bis 2015 am Schliersee

9. April 2010

Honig & Rauch - Neue Abfüllungen von The Whisky Chamber

Gerade noch pünktlich zu den ersten Sonnenstrahlen und der Whisky Fair in Limburg sind diese Woche aus Schottland zwei neue Single Malts für meine Whisky Chamber Abfüllungen gekommen:

Ein neuer Highland Park und ein mild-fruchtiger Mortlach als Vertreter aus der Speyside.

Der Mortlach ist - wie ich finde - ideal für sonnig-lauschige Sommerabende und der kräftige Highland Park eher für eine "kühle" Sommernacht: also egal, wie der Sommer wird - wir sind gerüstet.

Tasting notes

TWC Mortlach
19 Jahre, 1990-2010
46%vol., Sherry Butt refill

Region:  Speyside
Farbe:   helles Gold
Aroma: eine süße fruchtige Note, Birne & Maische (leicht säuerlich), Malz
Geschmack: fruchtig nach Birne (Kernobst), leicht süßlich
Nachklang: mittellang mit einer runden Süße - er braucht etwas Luft, um sich zu entfalten


TWC Highland Park

20 Jahre, 1990-2010
46%vol., Sherry Butt

Region: Islands
Farbe:   Kupfer
Aroma: intensiver Rauch, süsse Kräuter (Honig) und ganz deutlich Toffee (Fudge)
Geschmack: Kräuter, eine runde Sherry-Süße, Brandruine
Nachklang: Toffee und ein Hauch von "Brandruin" bleiben sehr lange am Gaumen haften


Ein erstes "Vortasting" wird es dieses Wochenende mit Whisky-Freunden in München geben. Ich bin gespannt auf deren Eindrücke. 

Slainte

2. April 2010

Whiskyschiff Luzern 2010 - ein tolles Erlebnis

Nach vielen Anläufen habe ich es endlich nach Luzern auf das Whiskyschiff geschaft! Eine idealere Lage als die Anlegestelle direkt vor dem Bahnhof hätte man gar nicht finden können:

Man steigt aus dem Zug, geht einfach immer geradeaus - vorbei an einem duftenden Würstchenstand (NEIN - standhaft bleiben und bloss nicht die Geschmacksnerven verwirren,  schliesslich sollen ja noch ein paar tolle Tropfen probiert werden) - über eine Ampel und schon kann es losgehen!

Die Messe ist auf drei Schiffe verteilt, was es sehr gemütlich und übersichtlich macht. Auf einem der Schiffe konnte man bei GlenFahrn eine schöne Auswahl ihrer Raritäten probieren (viele Dumpy Browns oder Brown Label Abfüllung von GordonMacPhail). Ein Schiff war scheinbar die "Raucher-Lounge", wo ich gar nicht lange geblieben bin und auf dem Dritten waren verschiedene unabhängige Abfüller vertreten: u.a. James McArthur, Cadenhead, Springbank...


Das besondere Flair der Messe kam für mich auch daher, dass die Whiskygemeinde in der Schweiz sehr aufgeschlossen ist und man schon nach einer Minute die ersten Whiskyfreunden trifft:

Die einen kennt man vom Whiskyclub Luzern, die anderen vom TheWhiskyforum.ch und weitere sind bekannte Gesichter von den Messen in Deutschland. Insgesamt waren es über 2300 Besucher (+30 % gegenüber dem Vorjahr) - was für so eine kleine Messe wirklich beachtlich ist, zumal sie ja nur am Freitagabend und Samstagnachmittag geöffnet war.

Da bleibt das Glas nicht lange trocken und man hört auch gerne auf Empfehlungen.
Bei mir war dabei die Überraschung des Tages ein Ben Nevis von James MacArthur. Ich bin eigentlich kein Fan der Destillerie, was allerdings auch an der schlechten Führung vor zwei Jahren gelegen haben kann ;-(, aber das Fass von JMA hat mich eines besseren belehrt. Tasting Notes gibt es leider keine - das ging nicht mehr, aber er hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen...! Sobald er gekauft und offen ist, werde ich die Notes gerne nachreichen.

Das Fazit für mich: 2011 ist das Whiskyschiff Luzern ein absolutes Muss.

Detlef von der Smallest Whisky Bar hat hier auch schon einen ausführlicher Bericht zur Messe geschrieben.

Slainte

1. April 2010

Chinesischer Staatsfond greift nach Schottischem Whisky

China kauft sich in „Schottland“ ein – Anteile von Diageo wechseln den Besitzer.
Japanische Whiskies kratzen ja schon seit einigen Jahren in internationalen Wettbewerben am Stolz der schottischen Whiskyproduzenten.

Nachdem jetzt auch noch der KAVALAN aus der „abtrünnigen Provinz“, wie Taiwan von China genannt wird, mit seinem Spirit (ich sage ganz bewusst noch nicht Whisky) bei einer Blindprobe in Schottland den ersten Platz belegt hat, gab es in China das Startsignal für den Kauf.

Mit dem gigantischen chinesischen Markt im Rücken wird es demnächst bestimmt auch eine chinesische Variante des „Johnnie Walkel“ geben.

Jedenfalls sichert sich Diageo damit dann weiterhin den Status als  „Meistverkaufter Blended Whisky“ weltweit.

Lassen wir uns überraschen, wie die Auswirkungen in Europa bei den Single Malt Abfüllungen – insbesondere den „Classic Malts“  – sein werden?

Wait and see...

Slainte