28. Januar 2010

Whisky aus Taiwan schlägt Scotch Single Malts

Auch ausgemachte Scotch Single Malt Fans wie ich schauen gerne mal über den Flaschenrand und probieren Whiskies mit exotischerer Herkunft. Nicht umsonst sind meine "Whisky-Weltreise" Tastings so beliebt.

Bei einem Whisky-Blindtest anlässlich eines Burns Dinners wurden jetzt von einer Fachjury unter Leitung von Charles Mac Lean verschiedene junge Whiskies probiert. Darunter waren 3 schottische, ein englischer und ein taiwanesischer Malt (von dem ich bis gestern noch nie gehört hatte) aus der „King Car Distillery“ auf Taiwan.
Zitat von Mac Lean:  "oh my god"  und "Ist das ein Aprilscherz?"
Gewonnen hat der „Kavalan“  mit seinem Geschmack von Tropenfrüchten und Tropenfruchtmarmelade, wobei man natürlich den Vergleich nicht ganz wissenschaftlich ernst nehmen sollte: Die "Whiskies" waren allesamt sehr jung und man kann sich streiten, wie stark die ausgewählten "Konkurrenten" waren.

Andererseits dürfte es für Laddy-Fans trotzdem ein Albtraum sein, dass der Bruichladdich X4+3 (ein 4fach gebrannter Whisky) von Mac Lean als „Nähmaschinenöl“ bezeichnet wurde...

Der Taiwanese hatte im letzten Jahr schon bei einem anderen Vergleichstasting in Kalifornien sehr gut abgeschnitten und auch sonst können die asiatischen Produzenten immer öfter mit Ihren Whiskies überzeugen.

Woran liegt es also, dass Japaner und Inder so gut bewertet werden?
Wird in Schottland vielleicht zu viel herumexperimentiert und auf Marketing gesetzt, und der klassische Geschmack geht langsam verloren?

Was ist Eure Meinung?

Slainte

Quellen: Times online         Nonjatta Whisky-Blog

Kommentare:

Oliver Klimek hat gesagt…

Ich denke, man braucht überhaupt nicht darüber streiten, wie stark die Konkurrenz war. Zwei dreijährige Blends, von denen bisher kaum einer was gehört hat, ein unreifer Engländer und ein abgelagerter Wodka, der sonst als Rennwagentreibstoff verwendet wird. In den Tropen reift Whisky nun mal schneller als in Schottland. Der Test war pure Absicht, um den Schotten eins überzubraten, wohlwissend, dass Presse und Blogs kritiklos einfach nur die Überschrift nachplappern werden, ohne genauer hinzuschauen.

Armin hat gesagt…

Meine Meinung steht hier: German Cars are Rubbish say Islay Car Testers

Whisky-Igel hat gesagt…

Hallo Armin,
mit dem Link hast Du den Nagel (das Auto) auf den Kopf getroffen - bei der Statistik gibt es so einen schönen passenden Satz: traue keine Statistik, die du nicht selber gefälscht hast" bei der Whiskyauswahl wird es wohl sehr ähnlich gewesen sein.
Slainte und ein schönes Wochenende

Whisky-Igel hat gesagt…

Hallo Oliver,
Deinem Kommentar kann nicht versprechen und wie bei Armin schon kommentiert, der der die Auswahl, der zu verkostenden Whiskies festlegt, steuert mehr oder weniger auch das Resultat.
Aber vielleicht wollte man die „Schotten“ auch nur wachrütteln?
Es gibt leider immer mehr Destillerien, die nur noch vom Marketing gerittene werden und versuchen, den Markt mit ihre „Kreationen“ zu überschütten. Ich persönlich bin ein großer Freund der „alten“ Standardabfüllungen (80er Jahre), die geschmacklich nach meiner Meinung, deutlich mehr zu bieten haben – vielleicht sollte man den Marketingexperten einmal ein paar alte Tropfen zum probieren geben, damit sie sehen, was vor 30 Jahren ein Standard war! …und da mussten es nicht jedes Jahr 30-40 Kreationen sein.
Slainte und ein schönes Wochenende

PS - Deinen Blog habe ich mir gleich mal abgespeichert - der gefällt mir sehr gut!

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