24. Dezember 2010

Mein Weihnachtswhisky 2010

Mein Weihnachts-Malt 2010 hat es noch so gerade zum 24.12. in mein Glas geschafft:
Royal Lochnagar, Rare Malt, 1972, 24 Jahre, 55,7%vol.

Nase:   Honig, würzige Kräuter, Orangenmarmelade
Geschmack: würzig, Ingwerkekse
Nachklang: sehr lang, Zimt und Muskatnuss

Leider war ich in den letzten Monaten etwas Blog-faul, was hauptsächlich daran lag, dass ich dieses Jahr auf vielen Whiskyveranstaltungen war - wo ich erfreulich viele meiner Leser persönlich kennenlernen konnte.
Klar weiss ich von meiner Statistik, dass inzwischen regelmäßig über 1000 Leute pro Monat meinen Blog besuchen, aber es ist ein ganz besonderes Gefühl, wenn einen auf einer Messe oder bei einem Tasting jemand auf einen Blog-Post anspricht.

Letztendlich geht es mir ja in erster Linie darum, Whisky-Genuss zu vermitteln - und das geht nunmal am besten mit einem echten Dram in der Hand :-). Danke an alle Whiskyfreunde, die zu meinen Veranstaltungen gekommen sind und mit mir wieder viele Whisky-Spezialitäten genießen konnten!

Bei den Bloglesern möchte ich mich für die großen Lücken im Blog entschuldigen und werde in 2011 versuchen, wieder mehr und zeitnah rund um Scotch Whisky und Destillerien zu berichten.

Ich wünsche ein frohes Weihnachtsfest und guten Start in das neue Jahr – am besten mit einem guten Single Malt Whisky in der Hand

Happy New Year & Slainte

15. November 2010

Springbank – Boiler letzten Montag in der Nacht (8./9.11.) explodiert.

So wie man dem „WhiskyCast“ entnehmen konnte, gab es letzte Woche in der Springbank Destillerie eine Havarie mit dem Boiler, so dass die Arbeit bis auf Weiteres eingestellt werden mußte. Es muss festgestellt werden, ob eine Reparatur noch möglich ist oder Ersatz für den Boiler beschafft werden muss (so ganz neu war das Gute Teil wohl auch nicht mehr).


Das ist eine gute Chance für Kilkerrran, da die Destilleriemannschaft jetzt Zeit hat, in er 2. Destillerie von „Springbank“ – Glengyle zu produzieren – aber eben Kilkerran und keinen Springbank.

Ich drücke der Mannschaft die Daumen, dass es bald bei Springbank weiter geht.

Slainte

22. Oktober 2010

Caol Ila 27 Jahre: ein reifer Herr

Das Wetter wird immer kälter und es ist eindeutig Islay-Time ;-)  Zum Glück ist jetzt auch mein neuester Single Malt eingetroffen:
Nachdem ich in den letzten Monaten bei den Islay Abfüllungen eher die "jungen Wilden" bevorzugt habe, dachte ich mir, es ist mal wieder an der Zeit auch einen "reifen Burschen" (also einen Malt mit rotem Ettikett) aufzunehmen.

Caol Ila  27 Jahre (ex Sherry Butt)
1983 - 2010     51,4%vol.

Nase: eine runde „Sherry Torf Note“ – Speck in Honig über Torfrauch geräuchert

Geschmack: Salz, Speck mit der Honigkruste im Torfrauch und ein Hauch von Barrique

Nachklang: Am Anfang findet man die Eiche am Gaumen, die aber langsam dem süßen Sherry weicht und der dann lange anhält

...also genau das Richtige für einen grauen Herbstabend - für die Schneekatastrophe haben wir dann immer noch den Laphroaig 8 Jahre ;-)

Slainte

12. Oktober 2010

Neue Islay Abfüllungen bei The Whisky Chamber

Rechtzeitig zum Herbst/Winter 2010 habe ich für mein Whisky Chamber Sortiment neue Islay Whiskies besorgt, von denen zwei schon beim Tasting auf der Whisky-Messe in Rüsselsheim probiert werden konnten und gleich viele Freunde gefunden haben:

Laproaig  8 Jahre 
2001 - 2010     56,9%vol.

Nase:    Torf und Rauch, Brandruine, süßlich und leicht fruchtig im Hintergrund
Geschmack:    eine Mischung aus starkem Torf und süßer Frucht
Nachklang:    Er hält sehr lange an und
hat am Ende nur einige sehr kleine Holznoten (leicht trocken werdend)

Caol Ila  14 Jahre
1996 - 2010     58,4%vol. (sherry refill cask)

Nase:            Torf & Salz, reife Früchte und eine leichte Sherry & Vanille Süße
Geschmack:    Am Anfang sein typischer Salz & Torfgeschmack und dann eine Kräuternote – auch Sherry findet man in leichten Ansätzen
Nachklang:        sehr lang, trocken, würzig und wärmend

Einen dritten, ganz besonderen, Islay werde ich zur Aqua Vitae in Essen vorstellen - mehr wird jetzt noch nicht verraten... 

Dann bin ich zur Zeit noch auf der Suche nach einem leckeren Speyside Whisky, damit auch etwas neues für die „no-peat“ Fraktion dabei ist.

Aber mit diesen feinen Rauch-Whiskies kann die kältere Jahreszeit auf jeden Fall kommen!

Slainte
 

9. Oktober 2010

Scotch Malt Whisky Society in London – meine Rettung!

Die Tube streikt, das Wetter ist nicht dolle, du wirst Deine Erkältung nicht los – was macht man dann in London?

Man geht zur Scotch Malt Whisky Society – und Malt sei dank, gibt es die nicht nur in Edinburgh ;-)

Fast mitten im Zentrum (gemütlich von Piccadilly in 30 Minuten zu Fuß erreichen), liegen die Clubräume der SMWS - wobei sie es einem auf den letzten Metern nicht ganz leicht machen: der Eingang zur Society ist etwas versteckt in der Seitengasse um die Ecke vom "Bleeding Heart".

Sie haben bereits ab 8.00 Uhr geöffnet: mit richtig gutem Kaffee und Frühstück! Der erste Malt wird ab 10.00 ausgeschenkt...
Jonathan hatte mich um 11.00 herzlich begrüßt und nach einem ausführlichen Whisky-Plausch konnte er mich leicht überzeugen, doch mit der Nr. 97.20, einem fruchtig malzigen Littlemill, den Tag zu beginnen.

Der Clubraum und die Bar sind eher modern, aber gemütlich und für den kleinen und großen Hunger wird aus dem Restaurant im Erdgeschoss serviert.
Ich hatten zum Lunch einen (hausgemachten!) Lamm-Burger  – so etwas hatte ich vorher noch nicht probiert und kann es nur empfehlen. Danach noch einen echten Espresso aufs Haus und einen kleinen Port Charlotte und der Nachmittag konnte beginnen.

Bei meinem nächsten Besuch in London werde ich bestimmt wieder in den Clubräumen der Scotch Malt Whisky Society vorbeischauen.

Slainte

13. September 2010

Whisky Live Moscow - ob sie stattfindet?

Ich bin ja vorsichtig geworden mit meiner Reiseplanung nachdem ich schon einmal bei einer Whisky-Messe in Moskau vor verschlossenen Türen stand, weil diese trotz toller Website und online-Anmeldung dann doch nicht stattfand...

Als dann einer meiner russischen Bekannten im Sommer meinte, der Veranstaltungsort für die diesjährige Whisky Live sei noch eine Baustelle, wurde ich hellhörig und habe versucht, etwas mehr zu erfahren - und bin alles andere als beruhigt:

Auf der Website der Whisky Live Moscow wird als Veranstaltungsort das neue "Capital City" Center in der Nähe des Messegeländes angegeben, keine Angabe über den Gebäudeteil oder genauen Zugang (der Komplex ist riesig und noch nicht fertig...) Alles was man findet ist ein Punkt auf Google Maps. 

Dann wollte ich doch mal wissen, welche Aussteller kommen oder welche besondere Tastings stattfinden, aber das Programm ist auch einigermassen kryptisch: Auf der Website heisst es nur:

"Die Besucher können verschiedene Whiskies verkosten und haben die Möglichkeit zu Gesprächen mit den Brand Ambassadors auf den Ständen. 
Die Besucher können an grandiosen Degustationen von Whisky aus aller Welt teilnehmen und den Markenvertretern Fragen stellen." 
Ja aber welche Whiskies?  Welche Brand Ambassadors? Welche Degustationen?

Genaueres über die Aussteller, Whiskies, Termine usw. konnte ich auf der Website nicht finden und habe dann versucht vom Veranstalter direkt eine Antwort zu bekommen. Aber die haben auch auf hartnäckiges Nachfragen nichts rausgerückt, sondern nur beharrlich versucht, meine Daten zu bekommen, um dann zu prüfen, ob ich oder meine Freunde als Besucher genehm wären.

Man kann die Messe nicht einfach besuchen (auch wenn man den Ort kennt), man muss sich anmelden und darf dann eventuell kommen - das dann aber immerhin kostenlos. Selbst wenn sie mit diesem Verfahren gerne Exklusivität vermitteln und Schnorrer aussen vor halten wollen, so hätten sie das auch mit einer ganz normalen Zugangskontrolle machen können, wie es in Moskau an anderen Veranstaltungen ganz gut funktioniert.

Sorry, aber soviel Geheimniskrämerei kommt mir dann doch etwas suspekt vor. Auf diese Art und Weise werden sie jedenfalls kaum neue Whisky-Enthusiasten gewinnen. Und darum ging es doch eigentlich beim Whisky Live Konzept?!

Umso gespannter bin ich, was mir unsere Freunde und andere Whiskyhändler aus Moskau berichten werden (unser Importeur war diesen Sommer jedenfalls sehr skeptisch, ob sie überhaupt stattfindet und nimmt nicht als Aussteller teil).

Slainte & Na Sdorowje!

18. August 2010

Springbank Quarter Cask – was kommt da raus?

Abfüllung eines Quarter-Cask bei Springbank
Private Fässer von Springbank waren bis zum Jahr 2000 keine allzu grosse Seltenheit. Das 50l ex-Sherry Quarter Cask, das ich kürzlich probieren durfte, ist dagegen allerdings doch äußerst bemerkenswert.

Warum?

Die Springbanks, die ich so kenne, haben meist Fassstärke oder wurden auf 46%vol. herunter verdünnt.

Diese 10 Jahre alte Abfüllung aber war auf 40%vol. verdünnt, was der Farbe und dem Aroma, was schon nach ein paar Sekunden den Raum erfüllte, keinen Abbruch tat.

So kleine Fässer sind oft bereits nach 5 - 7 Jahren reif zum Geniessen, danach besteht Gefahr, dass das Holzaroma zu dominant wird. Darum hatte ich auch in diesem Fall mit 10 Jahren eigentlich sehr viel Holzgeschmack erwartet (zu viel Tannin ist auch bei Whisky nicht unbedingt angenehm), aber Springbank hat mit der stärkeren Verdünnung eindeutig dafür gesorgt, dass sich die „Holznoten“ in angenehmen Grenzen halten. Der Whisky erinnert darum eher an eine der älteren Abfüllungen, wo man glaubt im Glas das Aroma vom „Warehouse No.3“ wahrzunehmen.

Tasting Notes:
Springbank 2000-2010 - "Michael's Whisky"


Nase:
Kirsche (Mon Cheri), Karamell und süße Kräuter – eine leichte „Lagerhausmuffigkeit“ wie man sie von vielen Whiskies aus den 70ern kennt.

Geschmack:
Schwerer süßer Sherry mit einer leichten Holznote – man hat das Gefühl einen „alten“ Springbank auf der Zunge zu haben. Sehr rund dafür, dass es ein kleines Quarter Cask war.

Nachklang: 
Leider etwas kurz (aber das wird der Tribut an die 40%vol. sein), angenehme Eichentöne.

Dieser Springbank war für mich wirklich eine positive Überraschung und ein Zeichen, dass man keine vorgefassten Meinungen haben darf.
Schade, dass man diesen besonderen Dram wohl nicht kaufen kann, da nur ein paar Kartons herausgekommen sind und die wohl ausschließlich privat genossen werden.

Slainte

7. August 2010

Wo war der Whisky beim Basel Tattoo ?

Neben dem legendären Edinburgh Tattoo hat sich Basel in den letzten 5 Jahren mit seiner Ausgabe auch  viele Fans geschaffen: nach nur 36 Stunden sollen die 85.000 Tickets vergriffen gewesen sein.
Ich hatte eher das Gefühl, dass es nur 2 Stunden waren – und bin froh, dass ich nach 3 Anläufen dieses Jahr endlich auch dabei sein konnte.



Das Ambiente in der Basler Kaserne war gigantisch und wenn über 200 Piper & Drummer in der Arena aufmarschieren, geht das gewaltig unter die Haut – da möchte man hinterher doch gerne die Stimmung wahren und vielleicht noch etwas vom schottischen Lebenswasser kosten… aber wo?

Glenfiddich ist seit der ersten Ausgabe des Basel Tattoo (2005) der alleinige Whisky Sponsor, nur leider hat man auf dem Gelände nichts davon gesehen (außer das Banner, aber das füllt nicht mein Glas… Vielleicht gab es den Whisky nur im VIP Bereich???
Es muss ja auch nicht immer geschenkt sein – die "normalen" Stände und Kneipen rund um die Tattoo Street haben schliesslich auch ihr Angebot verkauft, und auf Whiskymessen zahlen wir doch auch gerne unseren Obolus für einen netten Dram oder eine Festival-Abfüllung… nicht so in Basel (jedenfalls habe ich nichts gesehen) – und das war schade.

Jetzt hoffen wir auf 2011 und dass der Whiskysponsor auch an die normalen Besucher denkt. Sonst werde ich mir wohl einen Flachmann mitnehmen müssen – oder vielleicht auch wieder selbst ein Tasting machen, wie vor drei Jahren für den Swiss Marketing Club.

Slainte

Link: Basel Tattoo

19. Juli 2010

Berg-Tastings sind einfach anders!

Die Whisky-Tastings der Smallest Whisky Bar on Earth auf den Bergen im Engadin sind inzwischen schon fast Tradition: Nach der sportlich doch recht anspruchsvollen Wanderung auf den Piz Umbrail 2008 ging es letztes Jahr per Bahn auf den Piz Corvatsch:



Bei den herrschenden Temperaturen und vor allem beim geplanten Programm mit Tastings von je 6 Whiskies auf drei verschiedenen Höhenstationen (auf 1797m, 2702m und 3303m Höhe) wäre die Trittsicherheit wohl nicht mehr gewährleistet gewesen... Es war jedenfalls sehr spannend zu sehen, wie sich Geruch und Geschmack der verkosteten Single Malts auf den verschiedenen Höhenstufen veränderte: so sehr, dass ich auf der Bergstation im Blind Tasting nicht einmal mehr meinen eigenen Whisky erkannte ;-) . 

Dieses Jahr hat sich Detlef wieder etwas besonderes ausgedacht:
Ein Whisky-Tasting "im" Berg.

Ich bin jedenfalls wieder dabei und werde diesmal meine neueste Laphroaig-Abfüllung  mitnehmen.

Notes: TWC Laphroaig 2001-2010, 8 Jahre, 56,9%vol.
Aroma:  Torf mit einem runden süßlichen Vannile Hintergrund und Hauch Anis
Geschmack: eine Mischung aus starkem Torf und einer fruchigen Vanille-Note
Nachklang: sehr lange anhaltend und rund


Slainte

9. Juli 2010

Single Malt Whisky in Moskau: nur für Reiche?

Vor kurzem war ich wieder einmal in Moskau und habe dabei natürlich auch in den dortigen Whisky-Regalen gestöbert.

Das Angebot ist immer wieder bemerkenswert - genauso wie die Preise:

Wo sonst sieht man eine Cadenheads Abfüllung von einem Bladnoch aus dem Jahre 1965 (17 Jahre alt, 46%vol.) für umgerechnet 1.500€ ?? (und ich gehe davon aus, dass sie zu diesen Preisen auch tatsächlich verkaufen.)

Klar, sind da jede Menge Steuern und Zölle drauf, aber die Händlerspanne dürfte trotzdem beachtlich sein. Wenn es doch nur leichter wäre, Whisky in Russland zu verkaufen... ;-)

Das ist jetzt nur ein Beispiel für eine Single Malt Spezialität, aber bei den Standardabfüllungen sieht es auch nicht „günstiger“ aus:
Da steht die  Original 10 Jahre Glenfarclas Abfüllung schon mal für knapp unter 100,-€ im Supermarkt (in Deutschland kann man die schon für ca. 30,-€ bekommen).

…und diese Preise gelten trotz einer noch immer spürbaren Wirtschaftskrise in Russland:

Seit Beginn der Krise Ende 2008 soll der Markt für die die großen Brands wie z.B. Chivas und Johnny Walker im Bereich Blended Whisky laut einem Bekannten aus der russischen Spirituosenwelt zwischen 40 und 70% zurückgegnagen sein, und er hofft, das Tal jetzt im Sommer durchschritten zu haben.

Bei der obigen Preisgestaltung ist es meiner Meinung nach aber kein Wunder, wenn die Konsumenten inzwischen wieder auf Vodka umgestiegen sind.

Na Sdorowje!

18. Juni 2010

Ein Bier und einen schottischen Korn bitte

Eigentlich schauen Whisky-Käufer normalerweise darauf, dass Whisky möglichst alt ist: 12, 18, 21 oder noch mehr Jahre im Fass gereift. Überhaupt darf Scotch Single Malt erst "Whisky" heißen, wenn er mindestens 3 Jahre in Schottland im Eichenfass gereift ist - davor ist es einfach nur "Spirit" bzw. sogenannter "New Make". 

Highland Park verkauft jetzt seinen „New Make“ für 20 britische Pfund: Umgerechnet auf eine "normale" 0,7l Flasche kosten damit die 35cl mit 50%vol. – also bereits herunterverdünnt – ca. 48€.
>>  Das erzielen andere Destillerien kaum für ihre 10-12 Jahre alten Abfüllungen!

Kleine Farm-Destillerien, wie z.B. Kilchoman haben das in der Vergangenheit auch so gemacht, um die Anlaufphase finanziell zu überbrücken und pre-Marketing für die Marke zu betreiben, bis nach 3 Jahren der erste echte Whisky verkauft werden darf. Aber warum eine so große und namhafte Destillerie wie Highland Park das jetzt auch tut, konnte ich bis jetzt noch nicht so richtig verstehen. Vielleicht ist es einfach wieder eine spezielle Marketingidee der Edrington Group (wie zuletzt bei Macallan mit der „sexy Whisky Kampagne“)?

Mal schauen, wie sich der „New Make“ in Deutschland verkaufen lässt. In meiner norddeutschen Heimat würde man den "Gerstenkorn" wohl zum Bier nehmen – aber kaum zu diesem Preis...

Was meint Ihr - werdet Ihr den Highland Park New Make kaufen?

Slainte

14. Juni 2010

Whisky-Tasting "zur See"

Nachdem ich ja schon bei einigen Whisky-Tastings in den Bergen war, hatte ich kürzlich eine eindrückliche Premiere "zur See":

Anfang Juni hatte das Hotel „Bad Schachen“ von Lindau aus zu einer „Nacht der Sinne“ geladen.
Mit dem ältesten fahrenden Raddampfer „Hohentwiel“  (Jahrgang 1913) ging es am frühen Abend zu einem musikalischen Dinner mit Zigarren- und Whisky-Lounge auf den Bodensee, wo der Start der 60. Bodensee-Regatta mit fast 400 Seglern schon beinahe Hochsee-Stimmung verbreitete.

Sonnenuntergang und Segel, wohin man schaute...  

Zum Dinner an Deck gab es reichlich Aussicht und Musik, und damit die Sinne auch danach nicht zu kurz kommen sollten, hatten wir unter Deck eine Zigarren- und Whisky Lounge aufgebaut. Hier gab es zwar keinen Whisky von 1913 zu probieren, aber die Abfüllungen von The Whisky Chamber aus dem Jahre 1990 (Highland Park und Mortlach) korrespondierten bestens zu den tollen Zigarren.
Gott sei Dank spielte das Wetter an dem Abend auch mit und die Sonne verwöhnte die Gäste – 2 Tage früher und wir hätten wegen des Sturms wohl eher einen steifen Grog anbieten müssen...

Die „Hohentwiel“ mit ihrem Glanz aus Messing und poliertem Holz hat mich bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen. Bei tollem Wetter werden wir bestimmt noch mal mit ihr eine Bodenseerundfahrt unternehmen - mit oder ohne Whisky-Tasting...

Slainte & Mast & Schotbruch

24. Mai 2010

Annandale - Rückkehr einer Lowland Destillerie nach 90 Jahren

Zum Glück werden Whisky-Destillerien aufgrund der Wirtschaftslage nicht nur  geschlossen, sondern es gibt auch noch Investoren, die sogenannte "Lost Distilleries" wieder auferstehen lassen. 

 
Eine solche „Lost Distillery“ ist auch Annandale im Süden Schottlands, die 1830 in Northfield Annan gegründet und 1893 von Johnnie Walker übernommen wurde (hinter diesem Namen stand nicht immer ein Blended Whisky..!). Nach dem ersten Weltkrieg wurde die Destillerie 1919 geschlossen und schlummerte über 90 Jahren vor sich hin.

 
Mit einem Investment von 6 Mio GBP soll die „Annandale Distillerie“ in der Nähe von Dumfries / Galloway auf den schottischen Single Malt Whisky Markt zurückkehren. Das geplante Besuchercenter, der Shop und oder Restaurant sollen wohl auch für mehr Besucher in der Region sorgen, die sonst nicht gerade vom Whisky-Tourismus profitiert wie z.B.  Speyside.

Die Adresse sollte man sich vielleicht für die nächste Reise durch die schottischen Lowlands merken:
Annandale Distillery, Northfield, Annan, Dumfriesshire, Scotland DG12 5LL
 

Bei dem für eine Destillerie doch überschaubaren Investment gehe ich davon aus, dass in den ersten Jahren nur eine kleine Menge Alkohol produziert wird und nicht mit einem Massenprodukt gerechnet werden muss. 

Wie dieser Whisky schmecken wird, ist dabei erst einmal ein Geheimnis – oder wer hat eine  alte Flasche aus der Annandale Destillerie in der Sammlung und wäre bereit sie für uns zu öffnen? ;-)

Warten wir ab, wann es losgeht – auf den ersten Whisky aus der Falkirk Destillerie mit den Rosebank Brennblasen warte ich ja auch noch,

Slainte

7. Mai 2010

Mortlach 70 Jahre - mein optisches Highlight auf der Whisky Fair 2010

Wer hat schon mal einen 70 Jahre alten Whisky in der Hand gehabt?
 Auf der Whisky Fair gab es auf dem Messestand der Firma SCOMA eine 20cl Flasche eines 70jährigen Mortlach zu bewundern: mit dem tropfenförmigen Flacon hat sie schon ein eigenwilliges Design für einen Whisky, aber wenn man 70 Jahre alt ist, darf man das wohl.

Es ist der aktuell älteste Single Malt Whisky, der von Gordon & MacPhail abgefüllt wurde:
er kam am 15. Oktober 1938 in ein Sherry Hogshead und ergab nach 70 Jahren immerhin noch eine beachtliche Ausbeute von 54 x 70cl und 162 x 20 cl mit 46,1%vol. (also 70,2l nach dem Schwund beim Abfüllen – und vorher probiert wurde er in all den Jahren bestimmt auch – also ich hätte es gerne getan ;-))

Probieren konnte ich den Mortlach leider nicht, da mir die 2.500 GBP für die kleine Flasche doch etwas zu hoch waren. Für die 70cl Flasche müsste man immerhin 10.000 GBP hinlegen – im Verhältnis zu anderen deutlich jüngeren Abfüllungen, wie z.B. dem 50 Jahre alte Macallan oder Glenfiddich, ist es aber noch immer ein Schnäppchen.

Also werde ich lieber meine aktuelle Mortlach Abfüllung von 1990 mit 19 Jahren genießen und weiter auf den Jackpot warten...

Slainte

20. April 2010

Staubfreies Whiskydinner in Limburg

Für alle, die früher zur Whisky-Fair nach Limburg anreisen oder in der Nähe wohnen, gibt es als Einstimmung für Whisky-Fans abseits der Standards ein

pre-Whiskydinner & Tasting 

mit 7 leckeren Einzelfassabfüllungen von James MacArthur:


Freitag, 23.4. um 19.30 Uhr
im „Rossini“ (Limburg, Böhmergasse 2)

 und es sind nur noch ein paar Plätze frei.

Leider steht der JMA-Inhaber Arthur Winning, der das Tasting begleiten soll, wie so viele andere zur Zeit quasi noch im „Stau(b)“ – beziehungsweise wartet auf Flugfreigabe. Einer seiner Kollegen hat seine Reiseplanung schon auf Auto und Fähre umgestellt...

Der Whisky ist auf jeden Fall schon im Land und das Dinner findet sicher statt.

Wir drücken die Daumen, dass British Airways am Freitag seine Vögel in Richtung Frankfurt in die Luft bekommt und halten Euch hier auf dem Laufenden.

Update: Arthur Winning hat heute gemeldet: BA fliegt nach Plan - see you all on Friday!


Von dem Dinner und der Messe werde ich selbstverständlich berichten.

Slainte und keine Asche!

19. April 2010

Whisky wächst trotz Wirtschaftskrise

Die Wirtschaft leidet, viele Leute haben Ihren Job verloren, aber Scotch Whisky trotzt der Krise und das ganz besonders in den USA: jedenfalls sind 2009 die schottischen Whisky-Exporte dorthin im Wert um 13% auf 418,8 Mio. GBP gewachsen – wer hätte das gedacht.

Noch gewaltiger waren die Umsatzsteigerungen in Lateinamerika (+18% auf 390 Mio. GBP), wo es z.B. in Brasilen gleich um 44%, auf 60 Mio. GBP nach oben ging.

Als Vergleich, und um diese Zahlen besser einordnen zu können, hier der gesamte Scotch Whisky Exportmarkt:
2008:   3.056,9 Mio. GBP
2009:   3.133,4 Mio. GBP  (+3%)

Deutschland hat mit einem Umsatzminus von 7% (von 110,7 auf 103,2 Mio. GBP) nicht zu dem positiven Ergebnis beigetragen – ebensowenig wie Asien: Dort gab es sogar ein Minus von 9%.

Das ist besonders bemerkenswert, wo doch alle (ich eingeschlossen) Asien als den großen „neuen“ Markt gesehen haben. Mit dem aktuellen gewaltigen Wirtschaftswachstum in den Ländern kann es aber 2010 auch schnell wieder anders aussehen, wobei aber auch die lokalen Produzenten mit ihren starken eigenen Whiskies eine Rolle gespielt haben können.

Mit dieser Information kann ich nur noch weniger verstehen, warum die Edrington Group letztes Jahr ihre Tamdhu-Destillerie stillgelegt hat –  wenn der Markt doch so boomt, und ganz besonders bei den Blended Scotch Whiskies??

Insgesamt bin ich ziemlich überrascht von den Ergebnissen: Ich hätte erwartet, dass die Umsätze insgesamt und besonders in den "alten" Märkten krisenbedingt stärker zurückgehen - und höchstens in Asien weiter steigen. Aber ich bin ja auch kein Wirtschaftsweiser und nehme es wie kommt: Hauptsache, es wird weiterhin guter Whisky produziert.

Slainte

Quelle: SWA (pdf)

15. April 2010

Slyrs – eine deutsche Destillerie, aber wie spricht man sie aus?

Die Frage, wie man dieses "Slyrs" richtig ausspricht, stelle ich mir schon seit geraumer Zeit und konnte sie jetzt endlich vor Ort klären:

ganz einfach „SCHLIERS“

Aber darauf hätte ich eigentlich auch selber kommen können – schließlich liegt sie ja am Schliersee.

Seit 1999 wird in der von Grund auf neu erbauten Destillerie produziert, aber bisher ausschließlich als „3Jähriger“ deutscher Whisky vermarktet. 

Die eigenen Fässer (man verwendet keine gebrauchten Bourbon- oder andere Fässer) werden dann neu befüllt und 12 Jahre gelagert. Ab 2015 soll es dann  erstmals auch einen 12jährigen Slyrs geben.

Den „Slyrs 3 Jahre“ habe ich inzwischen schon ein paar Mal probiert, aber ich konnte mich für den etwas obstlerartigen, scharfen Geschmack nicht so begeistern. 2015 werde ich dem ersten 12jährigen Slyrs aber bestimmt noch eine Chance geben.

Auch wenn mir persönlich der Geschmack nicht so zusagt (so etwas gibt es natürlich auch bei einigen schottischen Whiskies...), so muss ich doch den Hut vor der 1A Marketingleistung ziehen.

Die Destillerie-"Tour" ist für Besucher optimal aufgebaut:

Auf der einen Seite steht die Maische & Fermentation und gegenüber die Destillation – der Besucher wandelt in der Mitte.
Das offene Lager ist gleichzeitig der Verkostungsraum und die „Kostproben“ werden auf einem schicken Degustationsbrettchen gereicht, während man beim Probieren auf das Fasslager hinunter  schaut (das momentan noch für die gesamte Produktion reicht – geschätzte 700 Fässer) – eine tolle Atmosphäre!

Davon können etliche Destillerien in Schottland noch etwas lernen!

Tasting Notes:   Slyrs 2006, 3 Jahre, 43%vol.
Nase: sehr fruchtig (schon fast wie ein Obstler oder auch „new make“), Heu und leicht malzig
Geschmack: etwas Heu und recht trocken am Gaumen, pfeffrig und eine deutliche Holznote
Nachklang: mittel lang und trocken

Slainte und bis 2015 am Schliersee

9. April 2010

Honig & Rauch - Neue Abfüllungen von The Whisky Chamber

Gerade noch pünktlich zu den ersten Sonnenstrahlen und der Whisky Fair in Limburg sind diese Woche aus Schottland zwei neue Single Malts für meine Whisky Chamber Abfüllungen gekommen:

Ein neuer Highland Park und ein mild-fruchtiger Mortlach als Vertreter aus der Speyside.

Der Mortlach ist - wie ich finde - ideal für sonnig-lauschige Sommerabende und der kräftige Highland Park eher für eine "kühle" Sommernacht: also egal, wie der Sommer wird - wir sind gerüstet.

Tasting notes

TWC Mortlach
19 Jahre, 1990-2010
46%vol., Sherry Butt refill

Region:  Speyside
Farbe:   helles Gold
Aroma: eine süße fruchtige Note, Birne & Maische (leicht säuerlich), Malz
Geschmack: fruchtig nach Birne (Kernobst), leicht süßlich
Nachklang: mittellang mit einer runden Süße - er braucht etwas Luft, um sich zu entfalten


TWC Highland Park

20 Jahre, 1990-2010
46%vol., Sherry Butt

Region: Islands
Farbe:   Kupfer
Aroma: intensiver Rauch, süsse Kräuter (Honig) und ganz deutlich Toffee (Fudge)
Geschmack: Kräuter, eine runde Sherry-Süße, Brandruine
Nachklang: Toffee und ein Hauch von "Brandruin" bleiben sehr lange am Gaumen haften


Ein erstes "Vortasting" wird es dieses Wochenende mit Whisky-Freunden in München geben. Ich bin gespannt auf deren Eindrücke. 

Slainte

2. April 2010

Whiskyschiff Luzern 2010 - ein tolles Erlebnis

Nach vielen Anläufen habe ich es endlich nach Luzern auf das Whiskyschiff geschaft! Eine idealere Lage als die Anlegestelle direkt vor dem Bahnhof hätte man gar nicht finden können:

Man steigt aus dem Zug, geht einfach immer geradeaus - vorbei an einem duftenden Würstchenstand (NEIN - standhaft bleiben und bloss nicht die Geschmacksnerven verwirren,  schliesslich sollen ja noch ein paar tolle Tropfen probiert werden) - über eine Ampel und schon kann es losgehen!

Die Messe ist auf drei Schiffe verteilt, was es sehr gemütlich und übersichtlich macht. Auf einem der Schiffe konnte man bei GlenFahrn eine schöne Auswahl ihrer Raritäten probieren (viele Dumpy Browns oder Brown Label Abfüllung von GordonMacPhail). Ein Schiff war scheinbar die "Raucher-Lounge", wo ich gar nicht lange geblieben bin und auf dem Dritten waren verschiedene unabhängige Abfüller vertreten: u.a. James McArthur, Cadenhead, Springbank...


Das besondere Flair der Messe kam für mich auch daher, dass die Whiskygemeinde in der Schweiz sehr aufgeschlossen ist und man schon nach einer Minute die ersten Whiskyfreunden trifft:

Die einen kennt man vom Whiskyclub Luzern, die anderen vom TheWhiskyforum.ch und weitere sind bekannte Gesichter von den Messen in Deutschland. Insgesamt waren es über 2300 Besucher (+30 % gegenüber dem Vorjahr) - was für so eine kleine Messe wirklich beachtlich ist, zumal sie ja nur am Freitagabend und Samstagnachmittag geöffnet war.

Da bleibt das Glas nicht lange trocken und man hört auch gerne auf Empfehlungen.
Bei mir war dabei die Überraschung des Tages ein Ben Nevis von James MacArthur. Ich bin eigentlich kein Fan der Destillerie, was allerdings auch an der schlechten Führung vor zwei Jahren gelegen haben kann ;-(, aber das Fass von JMA hat mich eines besseren belehrt. Tasting Notes gibt es leider keine - das ging nicht mehr, aber er hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen...! Sobald er gekauft und offen ist, werde ich die Notes gerne nachreichen.

Das Fazit für mich: 2011 ist das Whiskyschiff Luzern ein absolutes Muss.

Detlef von der Smallest Whisky Bar hat hier auch schon einen ausführlicher Bericht zur Messe geschrieben.

Slainte

1. April 2010

Chinesischer Staatsfond greift nach Schottischem Whisky

China kauft sich in „Schottland“ ein – Anteile von Diageo wechseln den Besitzer.
Japanische Whiskies kratzen ja schon seit einigen Jahren in internationalen Wettbewerben am Stolz der schottischen Whiskyproduzenten.

Nachdem jetzt auch noch der KAVALAN aus der „abtrünnigen Provinz“, wie Taiwan von China genannt wird, mit seinem Spirit (ich sage ganz bewusst noch nicht Whisky) bei einer Blindprobe in Schottland den ersten Platz belegt hat, gab es in China das Startsignal für den Kauf.

Mit dem gigantischen chinesischen Markt im Rücken wird es demnächst bestimmt auch eine chinesische Variante des „Johnnie Walkel“ geben.

Jedenfalls sichert sich Diageo damit dann weiterhin den Status als  „Meistverkaufter Blended Whisky“ weltweit.

Lassen wir uns überraschen, wie die Auswirkungen in Europa bei den Single Malt Abfüllungen – insbesondere den „Classic Malts“  – sein werden?

Wait and see...

Slainte

11. März 2010

Whisky "alt" gegen "neu" Teil 3/3

Hier ist der noch fehlende 3. Teil der Whiskypaare vom "Alt gegen Neu" Scotch Malt Tasting:


Dufftown 8 Jahre, 43%vol, 0,75l
alte Abfüllung

Nase: leichte malzig- fruchtige Aromen mit einem Hauch Rauch in der Nase
Geschmack: Malz, Orangenmarmelade, leicht trocken - entwickelt sich mit der Zeit blumig (florale Noten)
Nachklang: mittel lang, dafür sehr feine Noten, die lange am Gaumen bleiben



Der "alte" Dufftown landete auf dem 4. Platz (2 von 17 Stimmen), wobei sich für den "neuen" Dufftown an diesem Abend niemand erwärmen konnte:

Dufftown 1997, 12 Jahre, 43%vol. 0,7l
neue unabhängige Abfüllung von Gordon & MacPhail

Nase: Nagellackentferner (Aceton), etwas fruchtig und süss
Geschmack: frisch und trocken, aber das Aceton ist noch da
Nachklang: nicht sehr lang und etwas trocken



Im Unterschied zu den anderen Vergleichspaaren wurde hier eine Originalabfüllung mit einer unabhängigen Abfüllung verglichen, wo man erwartet hätte, dass diese durch ihre gezielte Auswahl von G&M, geschmacklich die "alte" Großabfüllung deutlich schlagen könnte. 

So kann man sich täuschen! Bei nächster Gelegenheit werde dann noch einmal den Singleton of Dufftown vergleichen.



Die direkten Vergleiche waren für alle Beteiligten eine spannende Sache und hier kommt noch einmal die gesamte Übersicht mit den Bewertungen, welcher Whisky insgesamt am besten gefallen hat:


1.  Dalmore 12 J -  alte Abfüllung  - 7 Stimmen
2.  Dalmore 12 J -  aktuelle Abfüllung  -  4 Stimmen
2.  Aberlour 12 J -  aktuelle Abfüllung  -  4  Stimmen
4.  Dufftown 12 J -  alte Abfüllung  -  2 Stimmen
5.  Aberlour  12 J -  alte Abfüllung  -  0 Stimmen
5.  Dufftown 12 J -  aktuelle Abfüllung  -  0 Stimmen


Im Herbst werde ich bestimmt noch einmal so eine Testreihe mit anderen Whiskies machen. 


Wer hat Vorschläge?

Slainte

8. März 2010

Whisky „Alt“ gegen „Neu“ - Teil 2/3

Wie versprochen kommen noch die Tasting-Notes zu den anderen Whisky-Paaren vom "Alt gegen Neu" Scotch Malt Tasting beim Whiskyclub Luzern:

Das zweite Whiskypärchen kam aus dem Hause Aberlour, und man konnte auch noch mal die frischen Olorosofässer herausschmecken.

Bei diesem Vergleichspärchen lag der Gewinner des Abends anders als beim Dalmore ganz deutlich auf Seite der aktuellen Abfüllung: Diese wurde im Geschmack mit der weichen Sherrynote als deutlich runder wahrgenommen und besser bewertet. Die „alte“ Abfüllung konnte mit ihren leichten „Maggi-Noten“ an diesem Abend nicht überzeugen.

Whisky Nr. 3 des Abends mit 4 Stimmen

Aberlour 12 Jahre, 40%vol., 1,0l
- aktuelle Abfüllung (gekauft 2010) - 

Nase: Sherry und eine angenehme Nussigkeit
Geschmack: fruchtig frisch, Malz, Anis und eine Spur schwarze Johannisbeeren
Nachklang: mittel bis lang anhaltend und seidig weich



Auf Platz 5 (von keinem Teilnehmer als persönlicher Whisky des Abends gewählt)



Aberlour 12 Jahre 43%vol., 0,75l
- alte Abfüllung -

Nase: Fruchtig, Sherry, Rosinen (und
Geschmack: Frucht - Aprikose?, Sherry mit einem Hauch Karamell, etwas Rauch
Nachklang: lang anhaltende Fruchtigkeit (man kann den Whisky lange "kauen")



„Alt“ muss also nicht automatisch immer auch "besser" schmecken...

Demnächst hier mehr zu den Besonderheiten des verbleibenden "Whiskypaares", einem Dufftown.

Slainte

1. März 2010

Whisky „Alt“ gegen „Neu“ - Teil 1/3

Dass Whisky sich mit zunehmender Reifung verändert, ist ja eine seiner Besonderheiten - aber dass auch das Jahrzehnt seiner Herstellung den Geschmack beeinflusst, ist vielleicht nicht jedem auf Anhieb bewusst.

Über den besonderen Charakter von derartigem altem Whisky habe ich schon geschrieben und es gibt dazu auch durchaus kontroverse Meinungen.

Letzte Woche habe ich den Whiskyclub Luzern für eine Testreihe zu diesem Thema gewonnen und wir haben 3 Whiskypärchen von damals und heute blind verkostet.

Dabei ging es darum, herauszufinden, welcher Whisky den Teilnehmern am besten mundet und welche Unterschiede sie feststellen. Bei dem Vergleich habe ich versucht, dass Alter, den Fasstyp und die Alkoholstärke nicht zu stark abgewichen sind.

Beginnen wir mit dem Gewinnerpaar des Abends:

Whisky des Abends mit 8 von 17 Stimmen

Dalmore 12 Jahre 43%vol. 0,75l
 - alte Abfüllung - 

Nase: Sherry, Aprikosen, Malzbrot und ein hauch süßer Pfeifentabak
Geschmack: ein sehr runde malzige Süße, Orangenmarmelade
Nachklang: lange anhaltend mit einem Hauch süßer Lakritze




Whisky Nr. 2 des Abends mit 4 Stimmen

 Dalmore 12 Jahre, 0,7l 
 - aktuelle Abfüllung (gekauft 2010) - 

Nase: Sherry, Malz, sehr weich und ein Anflug von Eichentönen
Geschmack: Malzige Süße, ein hauch Orange (Marmelade), Honig, Vanille und Heidekraut
Nachklang: lang mit einer leichten Rauchnote


Nachdem alle Whiskies verkostet waren gab es eine längere Diskussion und es war nicht leicht, zu einer klaren Entscheidung zu kommen. Aber insgesamt kamen wir zum Schluss, dass „Dalmore“ es besonders gut verstanden hat, seinen typischen Geschmack über die Jahre beizubehalten.

Demnächst hier mehr zu den Besonderheiten der verbleibenden "Whiskypaare", einem Aberlour und Dufftown....

Slainte

28. Januar 2010

Whisky aus Taiwan schlägt Scotch Single Malts

Auch ausgemachte Scotch Single Malt Fans wie ich schauen gerne mal über den Flaschenrand und probieren Whiskies mit exotischerer Herkunft. Nicht umsonst sind meine "Whisky-Weltreise" Tastings so beliebt.

Bei einem Whisky-Blindtest anlässlich eines Burns Dinners wurden jetzt von einer Fachjury unter Leitung von Charles Mac Lean verschiedene junge Whiskies probiert. Darunter waren 3 schottische, ein englischer und ein taiwanesischer Malt (von dem ich bis gestern noch nie gehört hatte) aus der „King Car Distillery“ auf Taiwan.
Zitat von Mac Lean:  "oh my god"  und "Ist das ein Aprilscherz?"
Gewonnen hat der „Kavalan“  mit seinem Geschmack von Tropenfrüchten und Tropenfruchtmarmelade, wobei man natürlich den Vergleich nicht ganz wissenschaftlich ernst nehmen sollte: Die "Whiskies" waren allesamt sehr jung und man kann sich streiten, wie stark die ausgewählten "Konkurrenten" waren.

Andererseits dürfte es für Laddy-Fans trotzdem ein Albtraum sein, dass der Bruichladdich X4+3 (ein 4fach gebrannter Whisky) von Mac Lean als „Nähmaschinenöl“ bezeichnet wurde...

Der Taiwanese hatte im letzten Jahr schon bei einem anderen Vergleichstasting in Kalifornien sehr gut abgeschnitten und auch sonst können die asiatischen Produzenten immer öfter mit Ihren Whiskies überzeugen.

Woran liegt es also, dass Japaner und Inder so gut bewertet werden?
Wird in Schottland vielleicht zu viel herumexperimentiert und auf Marketing gesetzt, und der klassische Geschmack geht langsam verloren?

Was ist Eure Meinung?

Slainte

Quellen: Times online         Nonjatta Whisky-Blog

26. Januar 2010

Burns Supper mit französischem Akzent

Schotten sind ja in der ganzen Welt verstreut und so kann man heutzutage Ende Januar vielerorts an einem festlich-fröhliches Burns Supper teilnehmen. Da gibt es dann auch den ein oder anderen regionalen Einschlag, aber die Veranstaltung, zu der uns (wohlgemerkt schottische) Freunde am vergangenen Wochenende gelotst haben, war schon speziell:



Sicher nicht ganz originalgetreu, aber mit Herz und live Musik der 68er Highlander Pipes & Drums gab es ein Dinner mit selbstgemachtem „Elsässer Haggis“ samt Sauerkraut.


Aber wer hätte so etwas mitten im Elsass erwartet (und man kommt an dem Ort wirklich nicht aus Versehen vorbei, nein, da muss man gezielt danach suchen) - oder wer von Euch kennt „Hausgauen“?

Tattoo und Elsässisch-Schottische Städtepartnerschaft


Hier ist die erste Elsässer Pipe Band, die „68 Highlanders“ zuhause (die 68 kommt vom Autokennzeichen für das Department "Haut Rhin"), die schwer an der Pflege der schottischen Kultur arbeiten. Dazu gehört auch die geplante Städtepartnerschaft mit Drumnadrochit und das erste Elsässer Tattoo in Hausgauen am 11./12. September 2010. Damit sollte die Städtepartnerschaft doch klappen.

Unser kurzes Video gibt nur einen kleinen Eindruck von der tollen Atmosphäre und dem Engagement der Piper. Aber man wird uns bestimmt noch einmal im Restaurant "Au petit Paradis" und auf dem Hausgauen Tattoo Festival antreffen - und vielleicht kann ich ja sogar bei einer eigenen Festival-Whisky-Abfüllung helfen.

Slainte

19. Januar 2010

Whisky Bar Tipp in Biberach


Diese Whisky-Bar in Biberach an der Riß ist strenggenommen ein Weinlokal mit Biergarten - und angeschlossenem "Whiskyzimmer" als Geheimtipp.

Wer über den Eingang des Lokals „Weinstube zum goldenen Rebstock“ liest, kann sich nur schwer vorstellen, dass sich hier in einem (gut verschlossenen) Nebenzimmer viele alte und wirklich interessante Whiskyschätze verbergen.

Aber gerade darum kann ich die Bar besonders als Ort für Whiskyliebhaber empfehlen, deren Begleiter eher weniger hochprozentiges bevorzugen und die Zeit des Whisky-Tastings bei einem Glas Wein und schwäbischer Hausmannskost überbrücken können ;-)

Diesen gut versteckten Bar-Tipp habe ich nur entdeckt, weil einige Mitglieder aus einem Whiskyforum einen neuen Scotch Malt Whisky Society (SMWS) Stammtisch mit mir etablieren wollen. Forumsmitglied „Waldbär“ hatte eben dieses Whiskyzimmer in Biberach vorgeschlagen und dank seiner guten Beziehungen hat uns Gastwirt Rolf zu unserem ersten SMWS-Tasting in die "gute Stube" gelassen.

Wen es einmal in die Gegend verschlägt, sollte sich unbedingt bei Rolf anmelden und das „Zimmer“ auf ein paar leckere Drams besuchen.

Wir werden unseren Stammtisch auf jeden Fall weiterführen und dabei auch von Rolfs Flaschen naschen ;-)

Slainte

2. Januar 2010

Frohes Neues Whisky-Jahr 2010

Happy New Year


Ein frohes neues Jahr

…und möge 2010 der gute Whisky nicht versiegen

Slainthe mhath agus bliadhna mhath ur
 
 Thomas