28. November 2009

Whisky-Vorfreude im Advent


Jetzt geht sie wieder los, die Hektik in der Vorweihnachtszeit: Last-Minute Geschenke suchen, Projekte vor Jahresschluss zuende bringen, Weihnachtsfeiern, Karten schreiben...

Da denke ich manchmal an die Zeit als Kind zurück, als man noch die Tage bis zum Christkind gezählt hat - und der Adventskalender mit seinen 24 Türchen oder Geschenkchen einem das Warten erleichtert hat. Und so ist mir die Idee gekommen, meinen Whiskyblog-Lesern mit einem virtuellen Adventskalender das Warten zu verkürzen (und vielleicht die ein oder andere Geschenk-Idee zu geben ;-) ):

Ab 1. Dezember will ich darum hier im Blog täglich eine Tasting-Note zu einem leckeren Whisky veröffentlichen und würde mich sehr über Kommentare und Ergänzungen zu meinen Eindrücken freuen.

Also: hier geht demnächst nicht jeden Tag ein Türchen, sondern ein Fläschchen auf :-)

Slainte

25. November 2009

Kein Tamdhu mehr?


Die Whisky-Exportmärkte boomen – sagen jedenfalls einige. Da schlägt die Nachricht von der Edrington Group (Macallan, Highland Park, Glen Rothes, Tamdhu und Famous Grouse) wie eine Bombe ein:

„Die Einmottung von Tamdhu ist ein strategischer Schritt, um negativen Einflüssen auf die Marke entgegen zu wirken“.

Man möchte sich auf die Kern-Destillerien konzentrieren und da scheint Tamdhu nicht dazu zu zählen. Der Tamdhu geht hauptsächlich in den Blend Famous Grouse – ist das ein Zeichen, dass der Blend nicht gut verkauft wird? Wenn ein Single Malt Scotch Whisky hauptsächlich in die Weiterverarbeitung geht und nur "nebenbei" als eigene Marke vertrieben wird, kann es ihm schlecht ergehen – und den Arbeitern in der Destillerie leider auch.

Wenn man jetzt noch die Schließung von Kilmarnock (Johnnie Walker) bei Diageo hinzunimmt, war 2009 kein so gutes Jahr für die schottischen Whiskyarbeiter. Da bleibt nur zu hoffen, dass die Schliessung nur vorübergehend ist.

Ich kann mich noch sehr gut an die leckeren alten Originalabfüllungen erinnern, aber auch die aus dem Hause Gordon & MacPhail. Wird es jetzt keine Abfüllung aus dem Jahre 2010 geben? Lassen wir uns überraschen und hoffen, dass Tamdhu 2010 wieder die Produktion aufnimmt.

Slainte & toi toi toi
Quelle: Heraldscotland

16. November 2009

Whisky in the Rocks: Expedition Antarktis

Dieser Whisky dürfte auf jeden Fall "frisch" geblieben sein:

Seit über hundert Jahren liegen zwei Kisten McKinlay and Co. Whisky in der Antarktis by Cape Royds, wo sie bei einer Antarktis-Expedition 1909 vom britischen Polarforscher Sir Ernest Shackleton zurückgelassen wurden.

Jetzt hat Whyte & Mackay einen Neuseeländischen Antarktisforschungs-Verein beauftragt, ein Muster der unterhalb der Schutzhütte festgefrorenen Flaschen zu beschaffen. Die Probe soll analysiert werden, um zu entscheiden, ob die alte Whisky-Marke neu aufgelegt werden soll (und vermutlich das Marketing auf der Antarktis-Geschichte aufbaut: wie wäre es mit einem "Lord of the Ice" ?)

Die Kisten waren bereits 2006 bei Restaurationsarbeiten der Expeditionsanlage gefunden worden und es dürfen nur einige wenige Flaschen entnommen werden, um gemäss internationaler Konservierungsereinbarungen nichts am Zustand zu verändern.


Größere Kartenansicht

Richard Paterson von Whyte & Mackay meint, der gut abgelagerte Whisky könne durchaus noch trinkbar sein und genau so schmecken wie vor 100 Jahren, aber Al Fastier, der die Expedition Anfang 2010 leiten soll, sagte, er werde den Whisky nicht versuchen. "Es ist besser, sich den Geschmack vorzustellen. Auf diese Weise behält er sein Mysterium."

Ich denke, Recht hat er...
Slainte
  
Quelle:  Associated Press (engl)        Süddeutsche Zeitung        Basler Zeitung     Zeit online

13. November 2009

Kürbiseis mit Whisky und Rosinen

Vermutlich hat Halloween den Kürbis bei uns wieder stärker ins Bewusstsein und in vielen Varianten auf Marktstände und in die Küchen gebracht. Kürbis als Suppe, Quiche oder Gemüsebeilage sind dabei die "üblichen Verdächtigen", weshalb uns dieses Rezept für ein Kürbis-Eis nicht nur wegen des Whisky besonders gut gefallen hat:


Für 6 - 8 Personen benötigt man:

75 g Rosinen
ca. 50 ml Whisky
(wir haben einen 17jährigen im Sherryfass gereiften Speyside Malt aus der C&S Dram Collection genommen, weil er ein schönes Honig-Aroma hat)
4 Eigelb
1 TL Macis (Muskatblüte)
90 g Zucker
300 ml Milch
200 g Kürbispüree
300 ml süße Sahne

Vorbereitungszeit: ca. 2,5 Stunden
Gefrierzeit: 4 - 5 Stunden

Als erstes die Rosinen in einer kleinen Schale mit dem Whisky übergiessen, dass sie komplett bedeckt sind und beiseite stellen. Dann die Eier trennen und die Eigelbe mit Macis und Zucker cremig aufschlagen. Wenn man keinen Macis bekommt, kann man ersatzweise etwas Muskatnuss hineinreiben, sollte aber bei der Dosierung vorsichtig sein, damit der Geschmack nicht zu intensiv wird.

Die Milch erwärmen (nicht kochen!), über einem Wasserbad vorsichtig unter die Ei-Creme rühren und weiter schlagen bis die Masse eindickt.

Die Ei-Creme abkühlen lassen und dann für ca. 1 Stunde ins Gefrierfach stellen.

In der Zwischenzeit das Kürbisfleisch (am besten von einem Hokkaido- oder Butternut-Kürbis) in Würfel schneiden oder raspeln und mit etwas Milch weichkochen, dann mit einer Kartoffelpresse oder Pürierstab pürieren und abkühlen lassen (das Püree kann man aber auch gut bereits einen Tag zuvor vorbereiten).

Das abgekühlte Kürbispüree mit den Whisky-Rosinen unter die Ei-Creme rühren und zum Schluss die geschlagene Sahne unterheben. Die Masse in eine Eismaschine geben oder im Gefrierfach ca. 4 - 5 Stunden kalt stellen. Dabei regelmäßig durchmischen, um das Entstehen von Eiskristallen in der Masse zu vermeiden.

Slainte und guten Appetit!

PS - der Whisky war nach dem "Rosinenbad" noch genießbar ;-)

9. November 2009

Whisky mit Rauch und Vanille - neue Abfüllungen von The Whisky Chamber

Ich gebe zu, es ist etwas still geworden hier im Blog in den letzten Wochen. Das liegt zum großen Teil daran, dass ich auf einigen Whisky-Messen unterwegs war - und auch das Weihnachtsgeschäft sich bereits bemerkbar macht.

Umso mehr freue ich mich, dass gerade noch rechtzeitig meine neuen Whisky Chamber Abfüllungen eingetroffen sind, die mit ihren Rauch-, Vanille- und Kräuternoten besonders gut in diese Zeit passen:


TWC Bowmore "Millennium"

8 Jahre, 2000 - 2009
57,9 %vol., Bourbon barrel

Region: Islay
Farbe: mittleres Gold
Aroma: leichter Rauch mit einer fruchtigen Süße (Vanille & Rosinen) – Schmalzbrot mit Speck
Geschmack: angenehmer Rauch (Phenol) mit viel Frucht, etwas pfeffrig – Wasser ist kein Muss!
Abgang: mittel bis lang mit einer angenehmen rauchigen Süße


TWC Bunnahabhain (Peated) 
11 Jahre, 1997 - 2009
56,9 %vol. Hogshead

Region: Islay
Farbe: blasses Gold
Aroma: Torfig rauchig mit einer Kräuternote – frische Baumäste (grün), frische Süße
Geschmack: deutlicher Torf (Phenol), süsse Kräuter und wird langsam etwas trockener
Abgang: sehr lang – die rauchige Süße wird langsam trockener – am Ende kommt ein Anflug
malziger Maische

TWC Glen Grant 18 Jahre
1990 - 2009, 46 %vol., Sherry refill butt

Region: Speyside
Farbe:  tiefes Gold
Aroma:  Sherry, Rosinen, Vanille, dunkle Schokolade
Geschmack:  Sherrytöne , fruchtige Süße und ein leichter Anflug von Räucherspeck
Abgang:  mittel lang

TWC Highland Park 19 Jahre
1989 - 2009, 46 %vol., Sherry butt

Region: Islands
Farbe: dunkles Gold - Bernstein
Nase: intensive Rauchigkeit, Kräuter, Toffee (Fudge)
Geschmack: Akazienhonig, rauchende Heidekräuter, angenehme Sherry Süße
Abgang: würzig, die Rauchnote bleibt bis zum Schluss, am Ende etwas trockener werdend

Slainte