28. August 2009

Umfrageergebnis: 1000e€ für eine Flasche Whisky

Vielen Dank für Ihre rege Beteiligung - trotz heißem Sommer!

Worum war es dabei gegangen?
Seit einiger Zeit gehen die Preise für ältere Abfüllungen durch die Decke und so habe nicht nur ich mich gefragt, warum jemand so viel Geld für einen meiner Meinung nach doch etwas überteuerten Whisky bezahlt?

Das Ergebnis deckt sich ziemlich mit meiner Einschätzung:

„Ruhm und Ehre“ – zeigen was man hat und das um jeden Preis, war mit 53% der Sieger, knappt gefolgt vom Investment, sprich „Wiederverkaufswert“, mit 42% oder 12 Stimmen.

Und tatsächlich ist die Spekulation auf weiter steigende Preise nicht ganz verkehrt: Denn, wenn alter Whisky noch knapper wird und die Märkte sich in Russland und Asien weiter entwickeln, wird es bestimmt auch für diese Single Malts noch weiteres Wachstumspotential beim Preis geben.

Begeistert war ich aber von den 9 Spassvögeln, die sich für „wohin mit dem Geld“ entschieden, und meine ironisch gemeinte Variante aufgegriffen haben: Aber auch hier sind wir wieder bei den boomenden neuen Wirtschaftsgebieten wie Russland. Was sind da schon 10.000€ für eine Flasche Whisky? Viel Wein bekommt man dafür ja auch nicht ;-)

Also schön weiter auf den nächsten Macallan sparen...

Slainte

23. August 2009

Der „Berg-Whisky“ ruft – auf den Corvatsch im Engadin

Auch dieses Jahr mache ich mich wieder auf in die Berge, um zu testen, wie sich die "Nase" und der Geschmack von Whisky mit zunehmender Höhe (und dünnerer Luft) verändert.

Dabei gab es z.B. letztes Jahr auf der Tour zum Piz Umbrail ausser Whisky und beeindruckender Natur eine Menge anderer toller Eindrücke, z.B. todesmutige Mountainbiker:




Das schweizer Bergtasting wird nun schon zum dritten Mal von Detlef von der "Smallest Whisky Bar on Earth" organisiert, mit steigender Beteiligung. Diesmal geht es noch 300 m höher hinauf auf den Corvatsch und die Whiskies sollen zum objektiven Vergleich alle den gleichen Alkoholgehalt haben und dazu noch blind verkostet werden.

Ich schicke aus meinem Whisky-Sortiment einen 18 Jahre alten Linkwood ins Rennen, der bei mir in Meereshöhe (ok, es sind bei uns auch 360m ü.NN.) folgenden Charakter zeigt:

TWC Linkwood 18 Jahre
1991-2008, 46%vol., Oak Hogshead

Farbe: kräftiges Gold
Nase: getrocknete Aprikosen, Trockenobst, Apfel (Braeburn), leicht nussig
Geschmack: Aprikose, grüner Apfel, Karamell und etwas pfeffrig
Abgang: ein Hauch Eiche und mittel bis lang anhaltend


Ich werde versuchen den "Umweltfaktoren" beim Höhentasting so weit wie möglich zu trotzen und die Geschmacksabweichungen in 1870m, 2702m und 3303m so gut wie möglich festzuhalten...

Wir sind schon gespannt, was uns dieses Jahr erwartet – Rollerblades????

Nächsten Samstag ist es soweit. Ich werde berichten.

Slainte

13. August 2009

Whisky-Schokoladenmousse mit Chili

Zu jedem gelungenen Menü gehört neben dem Digestif auch ein Dessert, das den Genuss abrundet und möglichst noch lange in guter Erinnerung bleibt. So haben wir uns zur Abwechslung einmal an einer süssen Whisky-Schokoladen-Variation versucht...und das geht auch prima im Sommer!

Hier ist das Rezept für unsere
Whisky-Schokoladenmousse

für 4 Personen





200 g sehr gute dunkle Schokolade mit min. 60% Kakaoanteil
2 Eier
125 g Zucker
1/2 Prise Salz
200 g Rahm
1 EL Vanillezucker
3 EL starken Espresso
4 EL Whisky (in unserem Fall 10jähriger Springbank Portwood)
1 rote Chilischote

Im Wasserbad die dunkle Schokolade langsam schmelzen. Sie darf nicht zu heiss werden, da die Schokolade sonst ausflockt.

Inzwischen zwei Eier trennen. Die Eiweiße steif schlagen und kühl stellen. In einer zweiten Schüssel das Eigelb mit 125 g Zucker und einer kleinen Prise Salz schaumig rühren, 200 g Sahne steif schlagen und einen Esslöffel Vanillezucker einrieseln lassen.

Die geschmolzene Schokolade aus dem Wasserbad nehmen und mit der Eigelbcreme mischen, den Espresso, Whisky und zwei Messerspitzen von dem sehr fein gehackten Chili zugeben und rühren, bis sich alles verbunden hat. Dann die geschlagene Sahne und den Eischnee unterheben.

Die Creme entweder gleich auf Dessertgläser (oder grosse Whisky-Gläser) verteilen und im Kühlschrank fest werden lassen. Man kann sie auch insgesamt erkalten lassen und zum Servieren mit zwei Esslöffeln Nocken abstechen.

Mit filetierten Orangen- oder Mangoschnitzen und Mandarinen-Pfefferminzblättern garnieren.

Slainte und guten Appetit!

9. August 2009

Macallan 50 Jahre - die Preisspirale dreht sich weiter

Für 11.750 GBP (13.500 Euro) kam ein Macallen 50 Jahre (eine Originalabfüllung aus 3 Fässern, die zwischen 1926 und 1928 befüllt wurden) bei der letzen McTear´s Whiskyauktion unter den Hammer. Das war so eine Sensation, dass sogar BBC News darüber geschrieben hat.

Ist das jetzt die Bestätigung dafür, dass Glenfiddich für die letzte Woche angekündigte neue 50 Jahre Abfüllung mit "nur" 10.000 GBP eigentlich einen realen Preis verlangt? Wenn man dieses Macallan Auktionsergebnis sieht, könnte man diese Aussage glatt bejahen.

Allerdings wurden dann wohl in derselben Auktion alte Abfüllungen von z.B. 60 Jahre altem Royal Brackla für nur 3.800GBP und ein Limited Edition Ardbeg von 1965 für 3.000GBP fast "verschenkt".

Was sind dann also die Faktoren, die Leute dazu bringen so viel Geld für einen Whisky auszugeben (den sie wahrscheinlich sowieso nur in den Schrank stellen)?

  • Bekannter Markenname/Marketing?
  • Wissen, dass es ein wirklich einzigartiger Whisky ist? (den man dann auch trinken will...)
  • Investment = Hoffnung auf weiteren Preisanstieg?
  • allgemeiner Hype ?
  • ....?
Sagen Sie mir Ihre Meinung - oben links in der Umfrage - oder gleich hier in den Kommentaren.

Ich persönlich finde ja, dass guter Whisky nicht unbedingt alt und teuer sein muss, letztendlich ist er zum Geniessen da.

Slainte

4. August 2009

Schottland- und Whiskyreise mit Google Earth

Über Twitter habe ich dank "WhiskySponge" ein super Schottland Reiseplanungs-„Tool“ gefunden.


Der Link zu Google-Earth (man muss Google Earth installiert haben, damit es funktioniert) führt nicht nur zu einer interaktiven Karte mit Schottlands Destillerien, sondern zeigt dabei gleich auch viele Sehenswürdigkeiten und einige Übernachtungsmöglichkeiten.


Mann kann hier also schon vorab seine Reiseroute auskundschaften und die Destillerie-Besuche so planen, dass für den Fahrer (wohl in den meisten Fällen die Fahrerin) auch noch etwas „Kultur“ am Wege liegt und die Reise nicht zu Whisky-lastig wird... :-).


Es sind zwar noch nicht alle Destillerien verzeichnet, aber dass kann ja noch werden. Hier sieht man als Beispiel die Darstellung der Cragganmore Distillery.


Ich werde den Link auf jeden Fall für meine nächste Schottlandreise nutzen – schliesslich besuche ich zwischendurch auch ganz gerne schottische Schlösser und Sehenswürdigkeiten und habe längst noch nicht alle Schätze Schottlands gesehen.


Slainte

1. August 2009

50 Jahre alter Glenfiddich – „irre“ Preise ohne Ende

Diskussionen über Sammler- und Auktionspreise für alte Single Malts gibt es immer wieder, aber die Reaktionen auf die kürzliche Meldung von Glenfiddich, einen 50jährigen für 10.000 GBP zu verkaufen, waren doch beachtlich:

Die Meldung kam in vielen Zeitungen, z.B. Scotsman, Times und sogar BBC - und letztendlich berichtete sogar der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg darüber.
Unabhängig von den Diskussionen ob ein Whisky denn überhaupt so viel Geld wert ist oder die blumigen Beschreibungen des Pressetextes ("Gipfel unserer Whiskyherstellung" - sind die anderen Abfüllungen dann weniger gut?), ist es wohl offensichtlich eine gelungene PR Aktion, die Glenfiddich hervorragend ins Rampenlicht gebracht hat.

Um es klarzustellen: wir reden hier von hochpreisigen, limitieren Originalabfüllungen nicht von Raritätenflaschen, denn die können auch gerne mal über 38.000 Euro kosten. Von dem Glenfiddich soll es 500 nummerierte, mundgeblasene und mit schottischem Silber verzierte Flaschen geben.

Da ist dann meine erste Frage, wie kriegen die überhaupt 500 Flaschen aus zwei 50 Jahre alten Fässern, bzw. was müssen das für tolle Fässer gewesen sein? Der "Angels share" nach 50 Jahren ist beträchtlich - nicht nur in der Menge, sondern auch im Alkoholgehalt, so dass ein Vergrößern der Menge durch Wasser kaum möglich sein dürfte.

Zweite Frage: Wäre so eine limitierte Flasche ein Investment? Bei dem 60 Jahre alten Macallan von 1991 hat es jedenfalls geklappt - von 6.250 GBP auf heute ca. 23.000 GBP.
Aber warum kostet dann ein 50 Jahre alter Springbank aus der Millenium Edition (immerhin auch eine Originalabfüllung) „nur“ ein paar Tausend Pfund?

Vielleicht ist es also nur eine tolle Marketing Idee und ein Angebot für die neuen Reichen in Asien und Osteuropa. Ich lasse mich gerne überreschen, ob die Nachfrage sich mit dem Angebot deckt - oder ob die "normalen" Whiskyliebhaber nicht von solchen Aktionen eher abgeschreckt werden, wie seinerzeit von der Photo-Label Kampagne von Macallan.

Slainte

Foto: © Copyright Colin Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence