16. Mai 2009

Whisky limited beim Clan-Gathering in Edinburgh?

Berechtigter Aufruhr bei Veranstaltern, Teilnehmern und in den Medien: Beim größten internationalen Clan-Gathering diesen Juli in Edinburgh wollte der Veranstalter nur Whiskies des Groß-Sponsors Diageo zulassen!

The Gathering ist Teil der "Homecoming Scotland" Kampagne Schottlands, in der Schotten und Schottland-Liebhaber aus der ganzen Welt die Kultur und Geschichte mit Highland Games, Clan-Versammlungen und verschiedenen Ausstellungen und Märkten feiern und fördern wollen.

Am Freitag meldete die Zeitung "The Scotsman", dass der Veranstalter keine Whisky-Aussteller im Rahmen der "Food & Drink Fair" zugelassen hatte, weil dies im Widerspruch zur Vereinbarung mit Diageo, einem der Hauptsponsoren, sei - die Ihrerseits einer der größten Whiskyhersteller weltweit sind.

Erfreulicherweise scheint Diageo selbst die Sache nicht ganz so eng zu sehen: Das Ganze sei wohl ein Missverständnis bzw. Exklusivität ein Standard in Sponsoringvereinbarungen, und man sei sich bei den Verhandlungen nicht bewusst gewesen, dass es noch eine weitere Food & Drinks Veranstaltung geben sollte. Jedenfalls will man mit den Veranstaltern zu einem Kompromiss finden. In seiner Stellungnahme zeigte der Sprecher von Diageo "Verständnis für die Sicht der anderen Whiskyhersteller und dass die Vielzahl der schottischen Whisky-Marken und -Kulturen bei so einer Veranstaltung gefeiert/dargestellt werden" (frei übersetzt).

Ich kann mir vorstellen, dass die Organisation und Finanzierung des Events sicher sehr zäh und schwierig gewesen ist - und der Veranstalter aus Freude über den Gross-Sponsor (oder auch wegen mangelnder rechtzeitiger Rückmeldungen der kleineren Destillerien?) etwas übers Ziel hinausgeschossen ist.

Ich bin jedenfalls ziemlich sicher, dass man einen Ausweg finden - und der Whisky in Strömen und Vielfalt fliessen wird ;-)

Slainte

11. Mai 2009

Blender bei Glengoyne

Für die "Nasen" in der Whisky-Herstellung hatte ich schon immer den größten Respekt, seit ich vor vielen Jahren zum ersten Mal im Nosing Room von Macallan vor der Probenbatterie stand.

Diese Bewunderung (und zugegeben auch ein kleines bisschen Neid) für den Job als Masterblender ist inzwischen noch ein ganzes Stück größer geworden.

Warum?

Zum Geburtstag hatte ich eine „Masterblending Session“ bei Glengoyne geschenkt bekommen und dachte mir, so schwer kann es doch nicht sein, aus ein paar guten Single Malt Whiskies und etwas Grain einen „angenehmen“ Blend zu kreieren. Das war ja so was von falsch gedacht!

Nachdem wir zunächst unser Fass bei Glengoyne besucht hatten wurden wir zu viert (einschliesslich zweier nicht Whisky trinkender Ehefrauen) in den heimeligen Sample Room geführt. Vor jedem von uns standen dieselben 8 Flaschen mit 2 Grain Whiskies, einem Glengoyne und 5 typischen Vertretern aus den Whisky-Regionen (Lowlands, Highlands, Speyside, Islands, Islay).


Wir hatten insgesamt 30 Minuten Zeit aus dieser Auswahl einen Blend nach unserem Geschmack zu komponieren. Einziger Tip war, dass man mit ca. 50 % Grain Whisky beginnen sollte und sich dann milliliterweise mit der Pipette an das gewünschte Aroma heranarbeiten sollte. Man durfte nur riechen, probieren war dabei ausdrücklich verboten!

Mein Blend sollte etwas Besonderes werden, daher habe ich nur 30% Grain als Basis genommen und dann vor allem Malts ausgewählt, die eine schöne fruchtige Note hatten – es sollte ein frischer und angenehm fruchtiger Sommer-Whisky werden.

Am Schluss wurden alle vier Kreationen blind verkostet - und peinlich, peinlich: ausgerechnet unsere beiden Frauen, die dem Whiskygenuss nichts abgewinnen können, haben auf Anhieb zwei stimmige und charaktervolle Blends gezaubert. Mein "Ben Nobody" war im Vergleich dazu eine herbe Enttäuschung :-(

Fazit: Gute Blends zu machen, ist gar nicht so einfach und eine gute Nase für Single Malts macht noch keinen guten Blender.

Slainte


6. Mai 2009

Whisky Bar Tipp Darmstadt: Green Sheep

Das Green Sheep gibt es gerade mal seit einem guten Jahr und es hat sich im Raum Darmstadt neben dem Whisky-Koch schon einen Ruf als Whisky-Bar gemacht:

Nein, das ist kein „normaler“ Pub mit Ale oder Guinness und Shepherd's Pie!

Man kommt in den Pub und wird von der großen Auswahl an Whiskies angenehm überrascht.

Hier findet man bestimmt seinen Lieblingswhisky an der Bar - oder lernt bei einem der regelmäßigen Themen-Tastings etwas neues kennen. Allerdings sollte man sich nicht wundern, wenn Islay-Whiskies besonders bedacht werden, was im Moment ja aber auch ziemlich den Trend trifft...:

Der Besitzer Achim, ist ein eingefleischter Islay und Bruichladdich-Fan und kann einem darum besonders viele Stories und Interna von der hippen „Whisky Insel“ berichten und Lust machen, selbst einmal nach Islay zu fahren (OK, man kann auch fliegen...).

Slainte und vielleicht sieht man sich ja im Juni auf Islay

1. Mai 2009

Krise? nicht bei Whiskymessen!

Die Whisky Fair in Limburg ist vorbei – und mein subjektives Gefühl von bisherigen Messeteilnahmen wird vom Ergebnis meiner kürzlichen Umfrage klar bestärkt: Whiskymessen sind beliebter denn je.

Persönlich hätte ich ja gedacht, dass die Mehrzahl bei 1-2 Messebesuchen pro Jahr liegen würde - sowohl aus Zeitgründen als auch weil die „Probier- und Einkaufsbudgets" knapper werden könnten. Mit 38,6% gab es zunächst auch ein klares Votum dafür, aber gegen Ende der Umfrage holten die Whiskyfreunde auf, die es immerhin 3-5 Mal pro Jahr auf eine Whiskymesse zieht (43%).

Das wird auch ganz klar daran liegen, dass wir immer mehr lokale Messen haben, die man auch einmal spontan, ohne große Reiseplanung besuchen kann (die Hotelknappheit in Limburg ist ja inzwischen legendär: es geht die Rede, dass sich sogar bekannte Whisky-Köche im Freien die Nacht um die Ohren schlagen mussten... ;-) ).

Sicher ist das Ergebnis nicht objektiv repräsentativ, da ich davon ausgehe, dass besonders viele eingefleischte Whisky-Fans und auch Profis aus dem Whisky-Business meinen Blog lesen und sich beteiligt haben. Aber es zeigt doch einen gewissen Trend - der sich mit dem deckt, was ich von anderen höre und selbst auf dem Messestand erlebe.

Und immerhin haben 13,6% angegeben, dass sie keine Whiskymesse besuchen – man kann sich also auch für Whisky interessieren, ohne Messen zu besuchen!

Den Whisky und seine Genießer hat die Krise also noch nicht erreicht – hoffen wir, dass es so bleibt.

Slainte