25. April 2009

Immer jüngere Whiskies

Die explodierende Nachfrage in China und Indien setzt die Destillerien (und Großkonzerne) unter Druck. Alleine in China ist die Nachfrage in den letzten Jahren um 75% gestiegen – wobei Prozente allein nicht viel über die tatsächlichen Mengen aussagen, aber darüber wurde hier schon ausführlich berichtet.

Dass Nachschub und Lagerbestände allmählich knapp werden, lässt sich mehr und mehr an den immer jüngeren Whiskies ablesen, die auf den Markt kommen:


Zum Einen gibt es wohl einfach nicht genügend 10-12 Jahre alten Whisky, um die gesamte Nachfrage zu decken und zum Anderen sollen aber auch die Preise nicht ins unerschwingliche steigen. Diesen Tendenzen versucht man mit jüngeren Abfüllungen zu begegnen.

Dabei heisst jüngerer Whisky keinesfalls schlechter!


Klar, sind 12-, 18-, 21jährige Single Malts quasi "Standard" und vor einigen Jahren hätte man sich nur hinter verschlossenen Türen getraut, einen 5-10 Jahre alten Whisky zu trinken.


Aber "minderjährig" bedeutet hier nicht "minderwertig": In den 60er/70er Jahren war es üblich, Single Malt Whisky schon mit 5 Jahren abzufüllen. Von diesen habe ich schon einige probiert und war jedes Mal von der Vielfalt der Aromen und Geschmacksintensität positiv überrascht.


Destillerien wie Arran und Ardbeg und ganz besonders jetzt auch eine der führenden „Whisky Autoritäten“ - die Scotch Malt Whisky Society (immerhin der größte Whiskyclub der Welt) - machen aktuell diese jungen Whiskies wieder salonfähig.


Dabei füllen sie nicht einfach nur Fässer früher ab, sondern experimentieren auch mit kleineren Fässern, die deutlich schneller reifen. Ein Quarter Cask kann immerhin nach 5 Jahren schon seinen „Geschmackszenit“ erreicht haben.


Das werde ich mit unseren eigenen Quarter Casks von Tullibardine in ein paar Jahren persönlich nachprüfen und bestimmt darüber berichten (so oder so!)

Slainte

Quelle: news.scotsman.com

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