28. April 2009

Whisky Fair Limburg – ein Highlight im Whisky-Kalender

Zum Glück planen Whisky-Fans ihre Pilgerfahrt nach Limburg langfristig. So hat das frühsommerliche Wetter die Besucher aus nah und fern nicht davon abgehalten, wieder einmal in Scharen zur Whisky Fair in die Stadthalle zu kommen.

Im Gegenteil: die Stimmung beim spontanen "Open-Air-Tasting" am Brunnen hatte wieder das besondere Etwas...

Auch wenn ich als Aussteller eher wenig Gelegenheit zum Bummeln habe, so ist doch die zentrale Lage der Whisky-Fair zur Limburger Shopping-Meile und Altstadt mit Restaurants und Eiscafés sicher ein zusätzlicher Wellness-Faktor für die Besucher und Begleiter (sagen zumindest Besucher und meine Frau).

Am Samstag war es also wieder einmal gestopft voll und es wurden in allen möglichen Sprachen Informationen ausgetauscht, Forumskontakte vertieft und natürlich auch reichlich Whisky verkostet. Die Renner waren mal wieder Islay-Whiskies - und ganz besonders Ardbeg mit seinen neuen Abfüllungen. Auch mein Messevorrat an Laphroaig war am Schluss ausverkauft.

Mit etwas über 5.000 Besuchern lag die Messe knapp über Besuchszahlen von 2008 und konnte somit trotz „Krise“ noch leicht zulegen – wenn das kein Zeichen für einen „staken“ Whisky ist?

Wo sonst findet man so viele Bekannte aus den unterschiedlichsten Whiskyforen zu einem Plausch, wenn nicht auf der Whisky Fair in Limburg?!
Ich habe die Gelegenheit natürlich auch reichlich genutzt und finde es immer wieder toll, wenn man zu den „Nicks“ aus den Foren jetzt auch noch Gesichter bekommt :-).

Nach reichlich Whisky wurden dann am Samstagabend vor unserem Hotel (hoffentlich waren wir nicht zu laut...?) zusammen mit Ansgar von der SMWS-NRW auch gleich noch Pläne geschmiedet, wie wir 2010 die Scotch Malt Whisky Society in Deutschland noch etwas bekannter machen können.

Ein Dank an die Veranstalter, für die wieder einmal gelungene und gut organisierte Messe – wir sehen uns 2010 bestimmt wieder in Limburg.

Slainte

Foto: Whiskybembel

25. April 2009

Immer jüngere Whiskies

Die explodierende Nachfrage in China und Indien setzt die Destillerien (und Großkonzerne) unter Druck. Alleine in China ist die Nachfrage in den letzten Jahren um 75% gestiegen – wobei Prozente allein nicht viel über die tatsächlichen Mengen aussagen, aber darüber wurde hier schon ausführlich berichtet.

Dass Nachschub und Lagerbestände allmählich knapp werden, lässt sich mehr und mehr an den immer jüngeren Whiskies ablesen, die auf den Markt kommen:


Zum Einen gibt es wohl einfach nicht genügend 10-12 Jahre alten Whisky, um die gesamte Nachfrage zu decken und zum Anderen sollen aber auch die Preise nicht ins unerschwingliche steigen. Diesen Tendenzen versucht man mit jüngeren Abfüllungen zu begegnen.

Dabei heisst jüngerer Whisky keinesfalls schlechter!


Klar, sind 12-, 18-, 21jährige Single Malts quasi "Standard" und vor einigen Jahren hätte man sich nur hinter verschlossenen Türen getraut, einen 5-10 Jahre alten Whisky zu trinken.


Aber "minderjährig" bedeutet hier nicht "minderwertig": In den 60er/70er Jahren war es üblich, Single Malt Whisky schon mit 5 Jahren abzufüllen. Von diesen habe ich schon einige probiert und war jedes Mal von der Vielfalt der Aromen und Geschmacksintensität positiv überrascht.


Destillerien wie Arran und Ardbeg und ganz besonders jetzt auch eine der führenden „Whisky Autoritäten“ - die Scotch Malt Whisky Society (immerhin der größte Whiskyclub der Welt) - machen aktuell diese jungen Whiskies wieder salonfähig.


Dabei füllen sie nicht einfach nur Fässer früher ab, sondern experimentieren auch mit kleineren Fässern, die deutlich schneller reifen. Ein Quarter Cask kann immerhin nach 5 Jahren schon seinen „Geschmackszenit“ erreicht haben.


Das werde ich mit unseren eigenen Quarter Casks von Tullibardine in ein paar Jahren persönlich nachprüfen und bestimmt darüber berichten (so oder so!)

Slainte

Quelle: news.scotsman.com

21. April 2009

Whisky als Investment sollte kein Marketing sein

Schon vor der Krise hatten verschiedene Whisky-Experten bestimmte Single Malt Abfüllungen oder Fassanteile als Investment-Möglichkeit mit Potenzial empfohlen. Auch meine frühere Umfrage vom November letzten Jahres ergab, dass über die Hälfte der Teilnehmer diese Option nicht ganz abwegig fanden.

So mag es gar nicht verwundern, dass auch die Whisky-Hersteller auf den Zug aufspringen und einzelne Serien oder Sonderabfüllungen als Investitions-Schnäppchen anbieten wollen - allerdings scheinen hier die Marketing-Abteilungen schon mal etwas übers Ziel hinaus zu schiessen, wie eine Analyse vom Whisky-Investor Blog zeigt:
Es stellte sich nämlich heraus, dass ein Grossteil der angebotenen Single Malts gemäss der Wertbeurteilung überteuert (... sogar über 100 Prozent!) sind.
Ausführliche Bewertung und Begründung in seinem Blog.

Aber welche Whiskies wären denn dann lohnende Anlageobjekte?

Ich persönlich würde z.B. die nicht so im Fokus stehenden Originalabfüllungen aus den 70ern anschauen, die stellenweise noch unter 100€ zu bekommen sind. Mit diesen Abfüllungen kauft man auch ein Stück Whisky-Geschichte und die Vergleichsmöglichkeit, wie ein „Standard“ Single Malt Scotch Whisky vor 30-40 Jahren geschmeckt hat. Viele reden darüber, aber wer hat es schon probiert?

Auch sollte man als „Investor“ sein Portfolio etwas breiter anlegen und sich nicht nur auf eine Destillerie als Sammelobjekt stürzen. Bei einigen haben wir eindeutig einen Hype und dass so etwas nicht unendlich anhält, haben wir ja anderweitig gerade erst mit Immobilien und Fonds erlebt.

Nur was ist das Richtige? Das werden wir erst in einigen Jahren wissen...!

Slainte

17. April 2009

Whisky ist kein Männer-Drink (mehr)

Das Macho Image vom Whisky ist eindeutig „out“.

Was ich selbst schon lange betone und in meinen Tasting-Runden immer mehr beobachte, belegen jetzt Zahlen von der Scotch Malt Whisky Society:
Hier hat sich der Anteil an weiblichen Mitgliedern in den letzten 3 Jahren beinahe verdoppelt, mit einem Anteil von 15% (vor 3 Jahren waren es nur 9% weibliche Mitglieder).
Diese Entwicklung wird auch von "neutralen" Marktbeobachtern wie AC Nielsen festgestellt und auch Neil Macdonald, Brand Direktor von Glenlivet, beobachtet das steigende „weibliche“ Interesse auf Whiskymessen. Angeblich wird wohl schon über eine spezielle Marketing-Kampagne nachgedacht – lassen wir uns einmal überraschen, wie Whiskywerbung für die weibliche Zielgruppe aussehen wird.


Slainte


Quelle: Guardian.co.uk



15. April 2009

Bruichladdich macht es richtig

Über die immer neuen Fass-Experimente und Marketing-Gags der "Laddies" mag man ja denken wie man will, aber die Zahlen 2008 sprechen für Bruichladdich:

Die sich in privater Hand befindliche Destillerie konnte in 2008 ihren Umsatz um 15% auf fast 9 Mio Euro steigern.

Das ist für mich ein Zeichen, dass das Management und Marketing (Jim McEwan und Mark Reynier) einen prima Job gemacht und den Kundenwunsch getroffen haben. Besonders gut finde ich dabei auch, dass die Gewinne weiter in die Destillerie investiert und nicht abgezogen werden. Wir werden also auch in den nächsten Jahren noch viel von Bruichladdich hören.



Slainte


Quelle: drinkmediawire.com



10. April 2009

Umfrage gestartet - Whiskymessen - Wie viele braucht das Land

Nach längerer Pause möchte ich wieder meine Umfragen zu Wünschen und Vorlieben des typischen "Homo Uisgae Malticus" aufnehmen:

Da wir mitten in der "Messe-Saison" sind, zielt die erste Frage auf die „Inflation“ von Whiskymessen und wie viel Geduld hat der Partner, wenn man(n)/frau, im Frühjahr und Herbst etliche Wochenenden „spirituell“ verbringt.

Auf das „Probierverhalten“ komme ich dann mit dem nächsten Frageblock zurück (im Anschluss an diese Umfrage).



Ich bin gespannt - stimmen Sie mit!

Slainte

8. April 2009

Whiskymessen - Wie viele braucht das Land?

Die „Krise“ hat nach den meisten Berichten den Single Malt Scotch Whisky noch nicht erreicht, aber wie sieht es mit den aus den Boden sprießenden Whiskymessen aus?

Bis vor ein paar Jahren waren es in Deutschland nur ein paar wenige große Messen:
  • Limburg (Whisky Fair)
  • Berlin (Cöpenicker Whiskyherbst)
  • Frankfurt (Interwhisky)
  • München (Interwhisky & Munich Whisky & Bar Festival) und
  • Essen (Aqua Vitae - zwar von der Fläche nicht sehr groß, aber unter den Whiskyfreunden etabliert)
Heute kann man da schon mal den Überblick verlieren... und ich muss immer mal wieder nachschauen, was denn in den letzten Wochen als neue Veranstaltung hinzugekommen ist. Idealerweise führt Josh in seinem Whiskyfanblog eine immer sehr aktuelle Übersicht – vielen Dank dafür!

In der Vergangenheit hatte ich schon öfter Umfragen zu den Themen Messe, warum gehe ich dort hin, Messe-Inflation (wow, ist tatsächlich schon ein Jahr her...) gemacht.

Aber wie sieht es jetzt damit aus, wo der Eine oder Andere schon mal eher ans Sparen denkt:

Wie viele Whiskymessen braucht das Land?
Wie viele Messen kann (möchte) ich überhaupt besuchen??
Bei wie vielen Messebesuchen spielt der Partner noch mit??
und wieviel kann ich mir auf einer Messe noch leisten?

und wenn ich etwas vergessen habe (das habe ich ganz bestimmt), freue ich mich über weitere Punkte - also bitte kommentieren.

Ich bin auf die Umfrageergebnisse gespannt!

Slainte

3. April 2009

Entwarnung bei ARDBEG

Ardbeg will sich nur noch auf „Spirit from the ARDBEG distillery“ konzentrieren, war „Whisky sei Dank“, eine Nachricht vom 1. April! Damit sollte in den nächsten Jahren unsere Versorgung mit Whisky aus der ARDBEG Destillerie gesichert sein. Aber so ganz abwegig war die Nachricht nicht, besonders wenn man aus eigener Erfahrung weiß, wie so mancher Großkonzern denkt und handelt!

Hoffen wir, dass es nur bei einem Aprilscherz bleibt

Slainte

1. April 2009

Ardbeg macht Ernst!

In der Krise beschreiten Whisky-Hersteller die unterschiedlichsten Rettungswege:

Die einen, wie z.B. Diageo ziehen in günstigere Büros oder machen Kurzarbeit, während LVMH (Moët Hennessy Louis Vuitton) andere Wege zur Optimierung von Profit und cash-flow beschreitet:



Nachdem sich die jungen Abfüllungen aus der Ardbeg Destillerie (die seit Oktober 2004 zum LVMH Konzern gehört) in den letzten Jahren so hervorragend verkaufen ließen - und das auch noch zu sehr hohen Preisen -, hat der Vorstand diese Woche beschlossen, diese Linie stärker auszubauen:

In den nächsten 2 Jahren will man sich daher auf den Verkauf von
„Spirit from the ARDBEG Distillery“ konzentrieren.


Den beliebten ARDBEG TEN wird es parallel weiterhin aus den bestehenden Beständen noch geben. Allerdings könnte es dann in 2019 für mindestens 2 Jahre mangels nachgereiften Whiskies ein gewisses „Produktionsloch“ geben – aber das ist für einen Großkonzern noch in weiter Ferne und wer weiß, wem bis dahin die Ardbeg Destillerie gehören wird?

Ist das jetzt das Ende unseres geliebten ARDBEG?

Ich werde die weitere Entwicklung auf jeden Fall im Auge behalten!

Slainte