26. Februar 2009

Classic Malt Cruise 2009 – nehmt mich mit!

Seit 1994 gibt es diese Cruise und dieses Jahr ist sie Robert Burns gewidmet, der im Januar seinen 250 Geburtstag gefeiert hätte (ok – so alt wird man auch nicht mit Single Malt Whisky).

Am 11. Juli wird wie immer traditionell in Oban gestartet (da wird es dann bestimmt auch einen kleinen „Oban“ in flüssiger Form geben. Dann geht es 13 Tage durch die inneren Hebriden und das Ende des Turns wird am 24. Juli wieder auf Skye sein – und wo? natürlich bei Talisker (das wird wohl auch daran liegen, dass der Cruise von Diageo ins Leben gerufen wurde und immerhin schon seit 16 Jahren läuft.
Beim Islayblog gibt es ein schönes Video (auf deutsch) dazu.

Ich schreibe jetzt schon zum 2. Mal über diesen Cruise und würde soooo gerne einmal mitsegeln:
- vielleicht als „Whiskyberater“ ? (ich würde auch reichlich Muster mitbringen)
- oder notfalls auch als Smutje (siehe meine bisherigen Koch-Posts als Referenz). Ich bin kräftig und seefest, aber beim Segeln kann ich nur das machen, was man mir sagt… ;-)

Also, wenn es einen Skipper gibt, der noch ein Plätzchen frei hat, meldet Euch!

Slainte / Mast & Schotbruch

17. Februar 2009

Whisky Online "gezwitschert"

Twitter Whisky Tasting weltweit – am Sonntag stieg das 2. weltweite Twitter Tasting und ich war wie angekündigt aktiv zum probieren dabei.

Es wurde 3 „Standard“-Whiskies verkostet –  wenn so ein Experiment weltweit vonstatten gehen soll, müssen die Whiskies für viele Teilnehmer zu kaufen sein:

Wir haben 
  • einen Auchentoshan 12 Jahre (42%vol), 
  • einen Dalmore 12 Jahre (40%vol.) und zum Abschluss
  • einen Old Pulteney 12 Jahre (40%vol.) gemeinsam verkostet.
Start war 21.00 CET und ich war bis ca. 23.00 Uhr online mit dabei (danach wurden die Posts etwas dünn und ich habe mich lieber live und ohne Computer meinem „Gute Nacht Dram“ gewidmet.

Die Kommunikation war eher etwas langsamer als ich es aus Whiskyforen kenne, wo man in einem Chat gemeinsam eine Reihe Whiskies probiert. Interessant war es trotzdem, da es jetzt wirklich um die ganze Welt ging und die Gemackseindrücke und Vorlieben stärker variiert haben. Spannend ist natürlich auch die neue Technik (ich musste mich da auch erst einmal etwas mehr „eintwittern“. 

Das nächste Twittertasting soll am 8. März stattfinden und sich um 3 cask strength Whiskies drehen (die Whiskyies werden nächste Woche bekanntgegeben) – da bin ich schon gespannt und werde auf jeden Fall versuchen, wieder mit dabei zu sein.

Slainte

16. Februar 2009

Sexy Whisky Kampagne bekommt Abfuhr

Ich hatte bereits über Macallan's Marketing Kampagne berichtet, die den 30jährigen Fine Oak mit erotischen Polaroid-Fotos eines bekannten Fotografen zum Sammlerstück machen und Preise von 1300 $ erzielen sollten.

Die Kampagne ist scheinbar in der Whisky-Community nicht auf allzuviel Begeisterung gestoßen:
Bei den aktuellen Drammie-Awards des Scotch Blog wurde sie sogar für die Kategorie "Schlimmste Marketing Kampagne" nominiert.

Das hat Macallan offensichtlich tief getroffen und Ken Grier, Director of Malt der Edrington Group, gibt im Scotch Blog seine Sicht der Kampagne, die keinesfalls einfach den Preis hochtreiben sollte - und aus PR-Sicht durchaus ihr Ziel erreicht haben soll:
Auszug aus dem Statement (frei übersetzt):

"Unabhängig davon, ob Sie die Idee hinter der Masters of Photography Serie lieben oder hassen, bin ich absolut davon überzeugt, dass diese einen positiven Effekt auf Scotch Whisky insgesamt hat. Es reicht nämlich nicht (mehr) nur hervorragenden Whisky zu produzieren, um neue Whisky-Trinker zu gewinnen und die Sparte zu vergrößern, sondern man muss innovative Produkte anbieten, die eine neue Zielgruppe ansprechen. ...

Unsere Absicht war es, einerseits Aufmerksamkeit für unsere Marke zu schaffen und andererseits zusätzlich zu unseren bestehenden Kunden neue, jüngere und moderne ("stylish") Zielgruppen zu erreichen.

Die Daten belegen, dass wir unsere gesetzten Ziele in allen Punkten übertroffen haben:

  1. haben wir in nur 3 Monaten seit dem Launch Medienberichte im Gegenwert von fast 2 Mio $ Anzeigenkosten bekommen.
  2. in den 4 Ausstellungen und Launch-Veranstaltungen haben wir über 1500 Meinungsmacher und wohlhabende Kunden erreicht, die sich sonst wahrscheinlich nicht für Single Malt interessiert hätten.
  3. habe ich über 300 positive Rückmeldungen von Presse, Handel und Whisky-Trinkern bekommen, die das Konzept wunderbar finden - und nur 5 negative Kommentare, einschliesslich dieser Nominierung. "
Ich finde es wirklich interessant, welchen Einblick man hierdurch in die Marketingstrategie der Whisky-Hersteller bekommt: 2 Millionen $ Anzeigenwert ist natürlich ein Wort, aber angesichts der zunehmenden Knappheit an alten Single Malt Abfüllungen durch die Riesennachfrage aus den asiatischen Märkten und Russland hätte ich nicht erwartet, dass 1500 neue Kontakte als besonderer Erfolg gefeiert würden...

Mich würde vielmehr interessieren,
- wieviele Flaschen der Sonderedition denn inzwischen tatsächlich verkauft wurden ?
- und ob und wie man auf die Reaktion der bestehenden Kunden eingeht, d.h. wie das Motiv und die Preisgestaltung der nächsten Edition sein wird ?

Slainte

14. Februar 2009

Whisky virtuell geniessen

Normalerweise finden Whisky Tastings ja in gemütlicher Runde, bei kleinen Häppchen und zunehmend heiterer Stimmung in Bars oder auch zuhause statt. Was aber, wenn man nicht weg kann oder die Mit-Geniesser über das ganze Land verteilt sind?

Da bieten sich Telefon- oder online-Tastings an, die es in verschiedenen Whisky-Foren schon gibt: man verkostet einige vorher geteilte Whiskies und tauscht sich in einem Chat mit gleichgesinnten Forumianern über die Aromen und Gedanken aus. Nicht selten entstehen dabei interessante Tasting Notes (das fehlerfreie Tippen wird zugegeben mit jedem Dram schwieriger...;-).

Allerdings bleibt der Austausch dort normalerweise auf die Teilnehmer des (geschlossenen) Chats oder Whisky-Forums beschränkt.

Auf Twitter, dem Kurznachrichtenkanal, der es kürzlich in die Nachrichten schaffte und sich seither auch bei weniger Internet-affinen Leuten ausbreitet, geht es mit dem virtuellen Tasting jetzt noch einen Schritt weiter:

Die Initiatoren von Twhisky schlagen drei Whiskies vor, die sie zu einer bestimmten Zeit probieren wollen - und stellen Ihre Eindrücke (auf englisch) über Twitter ins Web. Jeder, der bei Twitter registriert ist, kann mitlesen und -kommentieren - bzw. mittrinken, wenn man einen der genannten Whiskies zuhause hat.

Der erste Versuch lief anlässlich von Burns' Geburtstag vor 2 Wochen und das nächste online Tasting ist für diesen Sonntag geplant:

15. Februar, 21 Uhr (20 Uhr in England)

Verkostet werden 3 jeweils 12 Jahre alte Whiskies:
  • Dalmore

  • Auchentoshan

  • Old Pulteney
Ich bleibe trotzdem ein Fan der altmodischen "real-life" Tastings, wo man zusammensitzt und einfach reden kann und sich nicht mit der Kombination aus Alkohol, Tippfehlern und 3-Finger-Suchsystem bemühen muss. Aber ich finde es eine spannende Entwicklung und interessant, wie sich Whiskyfans über Entfernungen und Grenzen hinweg bei Ihrem Hobby treffen können...

Ich bin jedenfalls seit kurzem auch ein "Twitterer" und werde auf jeden Fall mal reinschauen. Vielleicht können wir dann bald auch eine deutschsprachige Variante ausprobieren.

Slainte

8. Februar 2009

Diageo macht ernst in Indien

Die Verhandlungen für einen Einstieg von Diageo bei United Spirits in Indien (siehe früheren Bericht) gehen laut Sunday Herald in die heiße Phase:

Danach will Diageo jetzt wohl bis zu 1/3 des indischen Spirituosen-Herstellers übernehmen - wenn nötig im Rahmen eines zusätzlichen Aktienübernahmeagebots an freie Aktionäre. Die bisherigen Verhandlungen mit United Spirits liefen bisher nur über 14.9 % - was Diageo nicht wirklich Einfluss auf das Indien-Geschäft erlaubt hätte.

Wie es scheint, möchte man bei Diageo gerne zur Veröffentlichung der Halbjahreszahlen diese Woche (12.02.) zu einer Einigung kommen bzw. etwas zu berichten haben. Der Deal könnte bis zu 1 Milliarde Pfund kosten, so dass dies sicher ein Thema für die Investoren sein wird.

Es bleibt spannend - haltet die Ohren auf!
Slainté

Der "Feige" Arran oder Arran in Feige

Hauptgerichte mit Whisky habe ich ja schon einige ausprobiert - jetzt sollte es zum Whisky-Menü auch einmal eine passende Vorspeise sein:

Überbackene Feige mit Ziegenkäse und Arran im Schinken-Mantel

Das Gericht braucht einige Zeit für die verschiedenen Schritte, lässt sich aber gut vorbereiten:

Für 4 Personen benötigt man:

8 nicht zu reife Feigen
150 g Ziegenfrischkäse
8 Scheiben Parma- oder Serrano-Schinken mit leichtem Fettrand
15 ml flüssigen Honig, am besten etwas fruchtigen, wir hatten z.B. sardischen Orangenhonig
5 ml Arran (10 Jahre mit 55,5%vol.)

Die Feigen oben kreuzförmig aufschneiden und vorsichtig aufdrücken, dann den Käse in die entstandene Mulde streichen.

Die Feigen mit einer Scheibe Schinken umwickeln, so dass der Fettrand oben ist (und später schön kross überbäckt) und mit einem Zahnstocher fixieren. Auf einem mit Backpapier belegten Backblech platzieren.

Den Honig und den Arran in einem Glas gut vermischen, dass eine gleichmässige leicht zähe Flüssigkeit entsteht. Diese dann über die Käse-Feigen träufeln. Bei Bedarf kann man das Gericht bis hier vorbereiten und einige Stunden kühl stellen. Das Überbacken geht dann sehr schnell.

Dann bei 180°C im vorgeheizten Ofen ca. 5 Minuten überbacken bis der Käse schmilzt und der Speckrand leicht knusprig wird.

Serviert werden die Feigen am besten mit etwas Salat
(und passendem Dressing aus 10 ml Arran, 3 TL Olivenöl, 1 TL Honig).

Wir hatten dazu noch etwas Red Onion Marmelade und gehackte Walnüsse, wie man sieht.

Slainte und wohl bekomm's!

5. Februar 2009

Kauft Diageo sich in Indien ein?

Diageo prüft weiterhin ein Angebot, mit 14,9% bei United Spirits, India (Spirituosen Tycoon Vijay Mallya) einzusteigen. Dieser hatte gerade erst 2007 Whyte & Mackay übernommen. Mit diesem Deal (der wohl noch nicht ganz bezahlt ist) wollte Mallya den Whiskybedarf in Indien decken und insgesamt seine Position im Spirituosen-Markt stärken.


Inzwischen hat United Spirits in Indien einen Marktanteil von 55% und wäre damit für Diageo ein ideales Sprungbrett in einen gigantischen Markt. Wenn da nicht die Risiken wären: Wer gibt das Geld, wer hat das Sagen? Da werden 14,9% wohl nicht reichen, um die Interessen von Diageo 100%ig umzusetzen. Ich werde den spannenden Prozess auf jeden Fall weiter beobachten und berichten.

Slainte



Quelle: guardian uk , Bloomberg und scotsman

2. Februar 2009

Whiskey aus der Steiermark

Richtig! Kein Whisky! – in Österreich versucht man augenscheinlich, den amerikanischen Whiskey zu kopieren: Die Destillerie Weutz arbeitet seit 2006 mit einer hochmodernen Anlage an ihrem Whiskey.

Wenn man den Artikel in der „Kleinzeitung“ aus der Steiermark richtig liest, geht es wohl auch mehr um die Besucher als um den Whiskey - bis zu 100 Besucher in einer Führung? das schafft man nicht mal in den großen Destillerien Schottlands (Gott sei Dank).

Die Schwemme von Kleinstdestillerien in Europa geht also weiter...

Dann „Prost“