31. Januar 2009

Altersbestimmung von Whisky


Mit steigendem Wert alter Whiskies tauchen auch immer öfter Fälschungen in Auktionen auf und es wird zunehmend schwieriger, diese zu identifizieren. Wie bereits früher berichtet, hat Whisky-Fun sogar eine Übersicht von "typischen" Fälschungen angefangen.

Grosse Auktionshäuser greifen dabei wohl seit einiger Zeit auf wissenschaftliche Radiokohlenstoff-Datierung zum Überprüfen des Alters angebotener Whisky-Raritäten zurück. Diese Methode wird üblicherweise in der Archäologie angewendet und misst den Zerfall eines bestimmten Kohlenstoff-Isotops, das in allen organischen Stoffen enthalten ist.

Die Bestimmung des Alters ist leider recht grob. Hier kommen erstaunlicherweise Auswirkungen der Atomtests in den 50er Jahren zu Hilfe: diese haben besondere radioaktive Rückstände in der Natur hinterlassen, die auch im seither produzierten Whisky nachweisbar sind und erlauben zumindest eine schnelle erste Einteilung in "vor oder nach 1950". Diese hat wohl schon einmal gereicht, um einen auf 1856 datierten seltenen Macallan eindeutig als 100 Jahre jünger zu identifizieren (siehe Bericht einer britischen Umweltforschungseinrichtung).

Für die richtig alten und teuren Whiskies aus der Zeit vor 1950 bleiben aber leider trotzdem relativ breite Zeitspannen bei der Datierung - und letztenendes nur Vertrauen in den Anbieter. Schliesslich muss für den Test eine Probe des Whiskies eingeschickt und die Flasche aufgemacht werden...

Slainte

28. Januar 2009

Mit Whisky überleben

Whisky bedeutet nicht von ungefähr "Wasser des Lebens", das hat jetzt die englische SUN (vergleichbar bei uns mit der Bild-Zeitung) an den Tag gebracht:

man kann mit Whisky über 2 Tage als „Verschütteter“ überleben – und was im Wohnzimmer unter dem Sofa klappt, könnte auch an anderen Orten funktionieren...
OK, das Opfer hatte Rückenprobleme und konnte nicht aufstehen – aber wie schlimm hätte es ohne Whisky ausgehen können?

Ich werde jetzt immer eine Flasche Whisky mitnehmen, egal wohin ich gehe. Man weiss ja nie, wo ich verschüttet werden könnte ;-)

Slainte

25. Januar 2009

Kupferdiebe bei Rosebank

Einbruch in der stillgelegten Rosebank-Destillerie, aber was genau wurde jetzt wirklich gestohlen - etwa Teile der Stills? Leider geht das aus dem BBC Bericht nicht hervor. 

Fest steht nur, dass große Mengen Kupfer und Stahl vom Gelände der geschlossenen Destillerie verschwunden sind. Hoffen wir mal, dass die Brennblasen nicht mit dabei waren, denn sonst wird es wohl nichts mit der Wiederbelebung der beliebten Lowland Destillerie (im September gab es die ersten Informationen, dass es wieder einen "Rosebank" geben soll).

Als Rosebank Fan werde ich die Augen weiter aufhalten und berichten, wenn es neues zum Diebstahl oder der Baugenehmigung gibt.

Bis dahin….Slainte

24. Januar 2009

Bowmore – wie kamen die Stills nach Islay?

Bowmore hat 1964 sein Still und Boiler House komplett renoviert und dazu mussten ja auch die großen Bauteile wie Boiler, Wash (30.940l*) und Spirit Stills (14.750 & 14637l*) irgendwie auf die Insel kommen.

Die Herausforderung, derart große und doch empfindliche Bauteile vom Festland nach Islay zu bringen war zur damaligen Zeit um einiges größer als heute.
Einen tollen Eindruck von der Leistung und dem Engagement der Leute bekommt man in einer mehrteiligen Film-Doku, die Bowmore seit einer Weile auf Youtube veröffentlicht: In den historischen Filmdokumenten bekommt die Renovierung einer der bekanntesten Islay Destillerien eine ganz neue Note.






Hauptsache man wird beim anschauen nicht seekrank – Amateurfilme aus der damaligen Zeit wurden eben noch aus der Hand gedreht.

Slainte

*das sind Angaben die ich finden konnte

22. Januar 2009

Keine Whisky Krise

Krise hin – Krise her – beim Whisky scheint sie noch nicht angekommen zu sein.
Wenn man die Times Online liest und die Aussagen der großen Produzenten verfolgt, dann scheint es für die nächsten Jahre noch immer nicht genug Whisky zu geben.

China, Indien, Brasilien und Russland waren 2008 die großen Nachfragetreiber – auch wenn sich das Wachstum in diesen Ländern deutlich verlangsamen wird, so haben sie doch noch immer Wachstum und somit Nachfrage nach prestigeträchtigen Genussmitteln.
Große Destillerien wie Macallan planen sogar einen Malt Whisky ohne Altersangabe auf den Markt zu bringen, damit sie auch jüngere Whiskies mit verarbeiten können.

Von einem bekannten Unabhängigen Abfüller in Schottland war zu hören, dass Broker für Blended Whiskies verzweifelt nach jungen Fässern Whisky suchen.

Also wir werden unsere Fässer jedenfalls behalten und den Whisky lieber etwas später in Ruhe genießen.

Slainte

17. Januar 2009

Kochen mit Whisky - glasiertes Huhn mit Senf und Honig

Es muss nicht immer Haggis sein! Am 25. Januar begeht Robert Burns seinen 250ten Geburtstag und wird wieder zu einer wahren Haggisflut führen. Also habe ich mir eine hoffentlich würdige Alternative ausgedacht und meine Kochversuche mit Whisky fortgesetzt
- und ich muss sagen, dass einige ausgesprochen leckere Ergebnisse dabei waren, die ich durchaus zur Nachahmung empfehlen kann:

Glasiertes Huhn mit Springbank, Senf und Honig

4 Hühnerbrüste
30 ml Hühnerbrühe
3 cl Springbank Single Malt (10 Jahre Sherry Cask, 53,5%vol.)
100 g Honig
2 TL milden Aceto Balsamico
50 g körnigen Dijon Senf

Vorbereitung:
Hühnerbrühe ansetzen
Ofen vorheizen auf ca. 180°C (ca. 160°C bei Umluft)

Man würzt die die Hühnerbrüste mit Salz und gemahlenem Pfeffer und brät sie zunächst in einer Pfanne von beiden Seiten scharf an. Dann nimmt man sie heraus und stellt sie in einer Braten- oder Auflaufform beiseite.

Den Bratensatz in der Pfanne löscht man zügig mit der Hühnerbrühe und dem Whisky ab und lässt es auf ca. die Hälfte einkochen (geht sehr schnell, da nur wenig Flüssigkeit). Dann gibt man den Honig, Balsamico und Senf hinzu und lässt alles unter Rühren noch einmal kurz aufkochen.

Ca. 2/3 der Honigglasur über die Hühnerbrüste giessen, so dass sie gut bedeckt sind und dann die Form für ca. 10 - 15 Minuten in den Ofen bis das Hühnchen durch ist.

Servieren mit dem Rest der Whisky-Honig-Senf-Sauce und Beilagen nach Belieben: entweder einfach mit Salat oder wie in unserem Fall mit etwas Gemüse und Kartoffelgratin hmmmm....

Guten Appetit!

11. Januar 2009

Wodka ist nicht gleich Whisky

(Es muss nicht immer Whisky sein) Immer mehr Länder wollen die steigende Whisky-Nachfrage nutzen und steigen in die Produktion von Whisky ein bzw. funktionieren bestehende Destillerien entsprechend um.

So hatte ich letzten April der Meldung aus Russland, dass ein Cognac-Hersteller in Dagestan eine Whisky-Produktion startet, keine weitere Bedeutung beigemessen - es hatte gerade genug Meldungen über Whisky aus Tschechien, Deutschland, Schweiz und Frankreich gegeben...
Und ausserdem hätte ich eher erwartet, dass die Russen sich bei einem der schottischen Hersteller einkaufen, wie vor einem Jahr beinahe bei Glenglassaugh.

So bin ich auch jetzt nicht ganz sicher, ob die aktuelle neue Meldung im Scotsman über eine zweite Whisky-Quelle in Russland zum Grossteil dem derzeitigen Mangel an Nachrichten entspringt ;-)

Immerhin scheinen beide Hersteller nicht den Anspruch zu haben, an die Qualität der schottischen oder irischen Whiskies heranzukommen - sie wollen allem Anschein nach einfach eine günstige Alternative zu den Import-Whiskies bieten, die durch horrende Zölle (und Gewinnspannen der Importeure) für den Durchschnitts-Russen kaum erschwinglich sind.

Na sdorowje!