24. Dezember 2009

Mein Weihnachtsmalt 2009: Glen Grant 1960

Es ist inzwischen ja schon eine Tradition, dass ich mir zu Weihnachten eine besondere Flasche aus meinen Whisky-Schätzen aussuche, die ich dann mit Freunden genieße. 

Diesmal ist meine Wahl auf einen

Glen Grant  1960 von Gordon&MacPhail

35 Jahre,    40 % vol

gefallen, weil ich diese Abfüllung einfach toll finde und  der Jahrgang dann auch noch prima zu einem anstehenden runden Geburtstag passt.
Und hier kommen die Tasting Notes:

Region: Speyside

Farbe:  kräftiges Bernsteinrot

Nase: Karamell, Vanille, Panna cotta, Vollmilchschokolade (erinnert etwas an Mars Schokoriegel) - allerdings auch ein Hauch von Rosinen

Geschmack: Rumrosinen, Karamell, Waldmeister und eine deutliche Kräuternote

Abgang: mittel bis lang und am Ende kommt etwas das "Holz" an den Gaumen, aber nicht unangenehm!

Ich wünsche allen Whisky-Freunden und Kunden ein besinnliches Weihnachtsfest und gutes neues Jahr - vielleicht mit dem ein oder anderen feinen Dram Scotch Single Malt.
Schreibt mir: was wird Euer Festtagsmalt?

Slainte und merry Christmas!
Thomas
 

23. Dezember 2009

Tasting Notes: Bunnahabhain (TWC) 1997


Ich habe zwar vor kurzem schon einmal drüber geschrieben, aber da der Bunnahabhain einer der beliebtesten Single Malts aus meiner aktuellen Whisky-Abfüllung ist, hier noch einmal - meine Stammleser mögen mir verzeihen: 


TWC Bunnahabhain (Peated) 
11 Jahre, 1997 - 2009
56,9 %vol. Hogshead

Region: Islay
Farbe: blasses Gold
Aroma: Torfig rauchig mit einer Kräuternote – frische Baumäste (grün), frische Süße
Geschmack: deutlicher Torf (Phenol), süsse Kräuter und wird langsam etwas trockener
Abgang: sehr lang – die rauchige Süße wird langsam trockener – am Ende kommt ein Anflug malziger Maische

Slainte

22. Dezember 2009

Tasting Notes: Clynelish 1997

Clynelish  1997

10 Jahre,   57,8 % vol

Region: Highlands

Farbe:  kräftiger Weißwein

Nase: Waldmeister, grüne Äpfel, süße Kräuter (fruchtige Süße)

Geschmack: Am Anfang etwas scharf und pfeffrig, dann kommt die Malznote (das Holz ist nicht ganz optimal eingebunden - jedenfalls für mich)
Wenn man den Whisky etwas atmen lässt, findet man auch im Geschmack den Waldmeister wieder

Abgang: mittellang, wärmend etwas viel Schwefel (für meinen Geschmack)

Slainte

21. Dezember 2009

Tasting Notes: Aberlour 12 Jahre 70er/80er


Und hier kommt noch der ältere Bruder zum 8jährigen Aberlour von gestern zum Vergleich.

Die beiden stechen im Whisky-Regal ja schnell wegen der ausgefallenen Flaschenform ins Auge, man sollte jedoch bei der Wahl, ob 8 oder 12 Jahre und den jeweiligen Alkoholstärken genau hinschauen, weil sie sich geschmacklich doch deutlich unterscheiden:

Aberlour 12 Jahre
Originalabfüllung,  12 Jahre,  40 % vol

Region: Speyside

Farbe:  kräftiges Bernstein

Nase: feiner Sherry und deutliche Kräuter (Maggi), Muskat - und im Ganzen sehr leicht

Geschmack: Geschmacklich viel intensiver als es die leichte Nase vermuten läßt - ein deutliches Sherryaroma, schwarze Johannisbeeren, Karamell - am Ende wird es am Gaumen etwas trockener (Eiche)

Abgang: weich - rund und sehr lang (obwohl dieser Whisky nur 40%vol. hat)

Der Vergleich: Für mich ist es immer wieder erstaunlich, wie es der 8 Jahre alte Aberlour (50%vol.) gegenüber dem älteren Bruder schafft, so eine ausgeprägte "Nase" zu entwickeln. Es ist natürlich auch gemein, einen deutlich weniger verdünnten Malt gegen einen "40%er" antreten zu lassen, aber mir persönlich fehlt beim 12jährigen die ausgeprägte Fruchtigkeit und die angenehme Rosinennote.

Slainte

20. Dezember 2009

Tasting Notes: Aberlour 8 Jahre, 50% vol


zum letzten Adventswochenende noch eine Fruchtbombe mit beachtlichen 50%vol für die damalige Zeit - und damit ein besonderes Tröpfchen:


Aberlour 8 Jahre,    50 %vol 
Originalabfüllung aus den 70er/80ern


Region: Speyside

Farbe:  Bernstein

Nase: Fruchtig, Sherry, Rosine - eine sehr intensive "Nase"

Geschmack: Fruchtig (Aprikose?), viel Sherry - hinten kommt noch Karamell und ein Hauch Rauchigkeit (eine spannende Kombination)

Abgang: lang anhaltende (mächtige) Fruchtigkeit ("lange zu kauen")

Mit diesem tollen Malt kann ich jetzt entspannt aufs Christkind warten ;-)

Slainte

19. Dezember 2009

Tasting Notes: Imperial 1991


Imperial  1991 von Gordon & MacPhail

17 Jahre,    43 % vol

Region: Speyside

Farbe:  Gold

Nase: Aromen von reifen Früchten und blumigen Noten

Geschmack: Elegante, blumige Süße mit einem Anflug von Pfeffer

Abgang: Abgang mit einer eleganten Süße

Schade, dass diese tolle Destillerie 2000 geschlossen wurde :-(

Slainte

18. Dezember 2009

Tasting Notes: Tormore Originalabfüllung 70er/80er Jahre


Tormore  Abfüllung aus den 70er/80er Jahren

5 Jahre,    40 % vol

Region: Speyside

Farbe:  Gelbgold

Nase: Nussig, mit einem Hauch von Malz, Karamell und frischem Gras (fast wie ein Lowland)

Geschmack: karamellisierte Walnuss (etwas bitter), trocken am Gaumen, geschmorte Artischocken, etwas süßlich

Abgang: recht kurz und sehr leicht mit einer Spur Gras

Slainte

17. Dezember 2009

Tasting Notes: Glendullan 12 Jahre

Einer meiner Lieblingswhiskies darf hier auch nicht fehlen - selbst auf die Gefahr, dass meine Stammleser mich für vergesslich halten, weil ich ihn schon einmal als meinen "Sommerwhisky" beschrieben habe... ;-) 


Glendullan 12y 
47%.vol. (Originalabfüllung 70er Jahre)

Farbe: blasses Gold

Nase: eine trockene Malzigkeit, Anklang von Frucht

Geschmack: eine leichte Rauchigkeit, zuerst trocken – wird dann malzig, nussig bis sich die Fruchtaromen (überreife Birne) deutlich durchsetzen

Nachklang: außerordentlich duftig und lange anhaltend

Aber jeder spricht von Bowmore, Ardbeg oder Macallan, wenn es um außergewöhnliche Whiskies geht - ich will hier noch einmal eine Lanze für einen tollen unbekannten Whisky brechen, und das malzige Birnenaroma passt für mich auch prima in die Weihnachtszeit.

Slainte

16. Dezember 2009

Tasting Notes: Longmorn 1996 (JMA)


Und hier der absolute Liebling des Abends beim Dezember-Tasting der Whisky-Freunde in München:


Longmorn 1996
12 Jahre,    60,1 % vol

Region: Speyside

Farbe:  Weisswein

Nase: Aprikose, leichter Holzrauch, süße Trockenfrüchte, Vanille

Geschmack: "süßer" Rauch (wenn es so etwas geben kann - aber eine spannende Variante!), Waldbeeren

Abgang: lang mit einer schönen (süßlichen), sehr runden Fruchtigkeit

Slainte

PS - und der Malt kann auch problemlos ohne Wasser genossen werden... ;-))

15. Dezember 2009

Tasting Notes: Highland Park (TWC) 1989


Highland Park 1989 (ex Sherry Cask)
19 Jahre,     46% vol

Region: Islands

Farbe:  dunkler Bernstein

Nase: eine intensive Rauchigkeit mit vielen Kräutern und Toffee (Fudge)

Geschmack: Akazienhonig, Rauch und Heidekräuter (ein kleines Heidefeuer), angenehme Sherry Süße

Abgang: mittel lang, würzig und die Rauchnote bleibt bis ganz zum Schluss - hinten etwas trockener werdend

Slainte

14. Dezember 2009

Tasting Notes: Dufftown 8 Jahre Originalabfüllung 70er Jahre


Dufftown (Originalabfüllung aus den 70ern)
8 Jahre,    40 % vol

Region: Speyside

Farbe:  blasses Gold

Nase: Malzig, leicht trocken und ein Hauch Frucht

Geschmack: immer noch malzig, eher trocken (Orangenmarmelade) - entwickelt sich blumig (florale Noten)

Abgang: mittel lang, aber nicht sehr intensiv - eher feine Noten, die aber am Gaumen verweilen

Slainte

13. Dezember 2009

Tasting Notes: Mortlach (C&S) 1991


Mortlach 1991 (ex Sherry Butt)
18 Jahre,     47,8% vol

Region: Speyside

Farbe:  Kupfer

Nase: Karamell, dunkle Schokolade, Sherry- und Kräuternoten

Geschmack: süße Kräuter (aber nein - kein Ricola), Sherry und Eiche

Abgang: lange anhaltend, zum Ende am Gaumen etwas trocken (Eiche)

Slainte

12. Dezember 2009

Tasting Notes: Bruichladdich (JMA) 1988


JMA Bruichladdich 1988 
20 Jahre, 52,8% vol

Region: Islay

Farbe: kräftiger Weisswein

Nase: Vanille, reife Tabakblätter, Apfel-Feige (Zimt) (Apfelfudge), Karamelltoffees

Geschmack: Vanille, fruchtige Süße gefolgt von einer leichten Salzigkeit

Abgang: sehr lang mit einer Spur Rauch – wird am Ende etwas trockener mit einer feinen Eichennote

Slainte


11. Dezember 2009

Tasting Notes: Fettercairn Originalabfüllung 70er/80er Jahre


Fettercairn Originalabfüllung aus den 70er/80ern

10 Jahre, 43% vol

Region: Highlands

Farbe: Gelbgold

Nase: Bienenwachs, leichte Sherrytöne, fruchtig, blumig und sehr deutlich nach Malz

Geschmack: süßlich nach reifen Früchten und Malz, am Gaumen etwas trockener werdend - sehr leichte Eichennote

Abgang: mittel lang  – das Malz und etwas Eiche bleiben lange erhalten

Slainte

10. Dezember 2009

Höhenluft, Eis und Whisky - wie ändert sich der Geschmack?

Ich habe ja schon an einigen Burg-, Berg- und sonstigen Spezial-Whiskytastings teilgenommen, und es ist immer wieder spannend, verschiedene Whiskies in etwas "anderer" Umgebung zu probieren.

Als ich letztes Jahr zum ersten Mal zum Tasting auf dem Piz Umbrail dabei war, hatte ich jedoch den Eindruck, dass mir meine Nase und Gaumen Streiche spielten: sowohl mein eigener Whisky als auch die anderen Single Malts rochen und schmeckten irgendwie nicht wie sonst...

Whisky-Tasting im Höhenrausch

Es war aber keineswegs der Höhenkoller oder die Erschöpfung des untrainierten Flachländers - nach etwas studieren in meinen Chemie- und Whiskybüchern kam ich darauf: Ebenso wie man mit Eis die Temperatur und die Ausbreitung der Aromastoffe beeinflusst, geschieht dies auch durch Druckunterschied. Und der ist bei 3000 Höhenmetern gegenüber meinen gewohnten 360 üNN doch beträchtlich!

Kein Wunder also, dass der Whisky anders schmeckt, wenn sich Moleküle unterschiedlich schnell bewegen und Aromen anders zusammensetzen oder verflüchtigen.

Sensorische Testreihe auf 1870, 2702 und 3303 m

Diesen Effekt wollte ich jetzt etwas näher erforschen und hatte gleich noch einen "wissenschaftlichen" Grund, wieder am diesjährigen Swiss Highland Tasting der Smallest Whisky Bar on Earth auf dem Piz Corvatsch bei St. Moritz teilzunehmen.  ;-)

Beim Tasting selbst ging es um einen Blindvergleich von insgesamt 6 verschiedenen Whiskies auf drei verschiedenen Höhenstationen, und ich hoffe ich schaffe es irgendwann noch, die Bilder und Eindrücke davon zusammenzufassen.

Parallel dazu habe ich aber eine kleine Probe meiner neuen Linkwood-Abfüllung mitgenommen und auf den verschiedenen Stationen die Unterschieded festgehalten. Hier sind meine Eindrücke:


Tasting Notes TWC Linkwood  18 Jahre, 46%vol.

Oak Hogshead
Region: Speyside
Farbe: kräftiges Gold

In der Ebene:

Nase: Duft getrockneter Aprikosen, Trockenobst, Apfel (Braeburn), leicht nussig
Geschmack: Aprikose, grüner Apfel, Karamell und etwas pfeffrig
Abgang: Kaum Eiche und mittel bis lang anhaltend


Auf der Mittelstation (2702 m):

Nase: starker Alkohol in der Nase dann viel Vanille (Pudding)
Geschmack: Orange, eine leicht bittere Note und peffrig
                    Das Holz ist sehr gut eingebunden
Abgang: mittel bis lang anhaltend mit einem Hauch Orange


Auf 3303 m:
(allerdings nicht draussen - da war's zu ungemütlich)

Nase: Gras, Heu, Zimt und Kräuter
Geschmack: Kräuter und englische "Marmelade" (Orange) und
                   die Vanille ist auch wieder dabei
Abgang:  mittel lang, Kaffee und mehr Holzeinflüsse


Die Unterschiede waren also durchaus deutlich und haben zum Teil ganz neue Nuancen hervorgebracht. Aber man kann eben nicht immer zum Whisky probieren in die Berge fahren und letzten Endes sollte er einem zuhause am besten schmecken.

Mein Fazit: Beschreibungen von Whisky und Tasting Notes können nur als Anhaltspunkt dienen: wer weiß, wo der Verkoster beim probieren gerade war?

Slainte

9. Dezember 2009

Tasting Notes: Hazelburn Originalabfüllung


Hazelburn 
(Springbank Distillery)  8 Jahre, 59,2% vol


Region: Campbeltown

Farbe. Kupfer

Aroma: Rosine, Sherry, Rauch (Brandruine)

Geschmack: sehr komplexe Sherry- und Fruchtnoten (Rosine, Vanille), die nach Wasser rufen

Nachklang: sehr lang anhaltend - am Gaumen findet man Eiche und er wird etwas trockener

Slainte

8. Dezember 2009

Tasting Notes: Bladnoch C&S 1992


Bladnoch C&S 1992

16 Jahre, 47,8% vol.


Region: Lowland

Farbe: helles Stroh

Nase: erstaunlich intensiv für einen Lowländer. Zitrusnoten, frisches Gras, ein wenig Vanille im Hintergrund und unterschwellige Süße. Kräuternoten

Geschmack: Zitrustöne, Kräuter, fruchtige Süße

Slainte

PS - Auch ideal zu einer Limoncello Praline vom Chocolatier ;-)

7. Dezember 2009

Tasting Notes: Jura 1992

Mein Weihnachtsmalt vom letzten Jahr darf hier in den Advents-Tastings natürlich auch nicht fehlen - ein kleiner Rest ist schließlich noch da:

Jura von 1992
2007 abgefüllt von James MacArthur
Cask No. 1934, Bourbon Barrel, 53,9%vol.

Farbe: blasses Gold
Blume: Vanille (Marzipan), englische Orangenmarmelade, frisches Heu


Geschmack: fruchtig (noch immer etwas Orange), Toffee und deutlich Heidekräuter


Abgang: Süßes Malz, lang und am Ende etwas trockener werdend



Jetzt muss ich mir allmählich Gedanken machen, welchen besonderen Whisky ich für dieses Jahr zum Weihnachtsmalt ernenne...


Hat jemand Vorschläge?


Slainte





6. Dezember 2009

Nikolaus Tasting Notes: Glen Spey (TWC) 1977

Passend zu Nikolaus kommt mir der milde 28jährige Glen Spey in den Sinn, der sich auch ganz hervorragend in einer selbstgemachten Whisky-Toblerone macht:


TWC Glen Spey 1977-2005
 28 Jahre, 58,9%

Region: Speyside

Farbe: dunkel – tief rotbrauner Bernstein
Aroma: Sehr floral mit vielen fruchtigen Noten -viel Kernobst, Rauch, etwas Rosine und Spuren von Vanille
Geschmack: Wärmend, Vanille im Hintergrund, etwas Schokolade und eine leichte Eichennote
Nachklang: Lang und sehr angenehm - im Abgang findet man noch einen Hauch von Malz

Hier ist das Rezept für die Whisky-Toblerone zum nachmachen.
Was sind Eure Rezepte für Whisky-Kekse und -Toffees? Ich freue mich auf Tipps und Kommentare...!

Slainte
 

5. Dezember 2009

Tasting Notes: Aberlour (JMA) 1989


JMA Aberlour 1989
14 Jahre

Region: Speyside

Nase: fruchtig, Bratapfel, Weihnachtsfudge

Geschmack: reife Früchte, Apfel, Marzipan

Abgang: sehr lang und ausgeprägt fruchtig (Süß) – keine Holztöne

Slainte

4. Dezember 2009

Tasting Notes: Knockando Originalabfüllung J&B

Knockando (J&B) 20y
(Originalabfüllung von J&B 1959)
40%vol.

Farbe: Gold


Nase: weich, sehr komplex mit floralen Noten (Sommerwiese), Sherrytöne und ein Hauch von Eiche + etwas Rauch + Vollmilchschokolade


Geschmack: Ein Wechselspiel von Frucht, floralen Tönen und einer angenehmen Sherrynote (eine Geschmacksexplosion mit vielen wechselnden Aromen)


Nachklang: genussreich, beruhigend, mittellang (das liegt auch an den „nur“ 40%vol) – die Aromenvielfalt bleibt bis zum Schluss erhalten

Slainte

3. Dezember 2009

Tasting Notes: Bowmore Claret


Einer meiner all-time Favourites, den die Mischung aus Islay und Bordeaux ganz besonders spannend macht:

Bowmore Claret

Farbe: ein kräftiger Rotstich vom Bordeaux-Fass

Aroma: eine angenehme Rauchigkeit (Räucherspeck) + Seeluft


Geschmack: Reichhaltig, fruchtig, leicht rauchig
Früchte, Nüsse (Mandeln), Vanille


Nachklang: Toffeeartig, Eichentöne, rauchig, lang


Slainte

2. Dezember 2009

Tasting Notes: Bladnoch (JMA) 1992


JMA Bladnoch 1992
13 Jahre, 56,9%vol.

Region: Lowlands

Farbe: heller Weißwein

Nase: leichter Rauch (Holzkohle), Stachelbeere und Süßkirschen (Mon Cheri), wenn er etwas atmen kann, kommt eine deutliche Vanillenote

Geschmack: Heu, süße Früchte (Kirschen) – so gut wie keine Holzeinflüsse

Abgang: lang anhaltend und sehr rund – die fruchtige Süße kann sich sehr lange am Gaumen halten (sehr untypisch für einen Lowland)

Slainte

1. Dezember 2009

Tasting Notes: Glen Rothes (TWC) 1995


Und los geht's mit meinen Advents-Tastingnotes mit einem Whisky, der mit seinem Aroma vielleicht ein erstes bisschen Weihnachtsstimmung aufkommen lässt:


TWC Glen Rothes 1995-2008
13 Jahre 46%vol.,  Bourbon Barrel

Region: Speyside

Farbe: Gold

Aroma: Orangenschale, Zitrus, Vanillestange, Fudge, Toffee

Geschmack: Beeren, malzige Süsse, Orange bleibt auch im Geschmack, Kräuter, Toffee

Abgang: recht lang und schön rund – sehr wenig Eiche – hinten leicht trocken

Slainte

28. November 2009

Whisky-Vorfreude im Advent


Jetzt geht sie wieder los, die Hektik in der Vorweihnachtszeit: Last-Minute Geschenke suchen, Projekte vor Jahresschluss zuende bringen, Weihnachtsfeiern, Karten schreiben...

Da denke ich manchmal an die Zeit als Kind zurück, als man noch die Tage bis zum Christkind gezählt hat - und der Adventskalender mit seinen 24 Türchen oder Geschenkchen einem das Warten erleichtert hat. Und so ist mir die Idee gekommen, meinen Whiskyblog-Lesern mit einem virtuellen Adventskalender das Warten zu verkürzen (und vielleicht die ein oder andere Geschenk-Idee zu geben ;-) ):

Ab 1. Dezember will ich darum hier im Blog täglich eine Tasting-Note zu einem leckeren Whisky veröffentlichen und würde mich sehr über Kommentare und Ergänzungen zu meinen Eindrücken freuen.

Also: hier geht demnächst nicht jeden Tag ein Türchen, sondern ein Fläschchen auf :-)

Slainte

25. November 2009

Kein Tamdhu mehr?


Die Whisky-Exportmärkte boomen – sagen jedenfalls einige. Da schlägt die Nachricht von der Edrington Group (Macallan, Highland Park, Glen Rothes, Tamdhu und Famous Grouse) wie eine Bombe ein:

„Die Einmottung von Tamdhu ist ein strategischer Schritt, um negativen Einflüssen auf die Marke entgegen zu wirken“.

Man möchte sich auf die Kern-Destillerien konzentrieren und da scheint Tamdhu nicht dazu zu zählen. Der Tamdhu geht hauptsächlich in den Blend Famous Grouse – ist das ein Zeichen, dass der Blend nicht gut verkauft wird? Wenn ein Single Malt Scotch Whisky hauptsächlich in die Weiterverarbeitung geht und nur "nebenbei" als eigene Marke vertrieben wird, kann es ihm schlecht ergehen – und den Arbeitern in der Destillerie leider auch.

Wenn man jetzt noch die Schließung von Kilmarnock (Johnnie Walker) bei Diageo hinzunimmt, war 2009 kein so gutes Jahr für die schottischen Whiskyarbeiter. Da bleibt nur zu hoffen, dass die Schliessung nur vorübergehend ist.

Ich kann mich noch sehr gut an die leckeren alten Originalabfüllungen erinnern, aber auch die aus dem Hause Gordon & MacPhail. Wird es jetzt keine Abfüllung aus dem Jahre 2010 geben? Lassen wir uns überraschen und hoffen, dass Tamdhu 2010 wieder die Produktion aufnimmt.

Slainte & toi toi toi
Quelle: Heraldscotland

16. November 2009

Whisky in the Rocks: Expedition Antarktis

Dieser Whisky dürfte auf jeden Fall "frisch" geblieben sein:

Seit über hundert Jahren liegen zwei Kisten McKinlay and Co. Whisky in der Antarktis by Cape Royds, wo sie bei einer Antarktis-Expedition 1909 vom britischen Polarforscher Sir Ernest Shackleton zurückgelassen wurden.

Jetzt hat Whyte & Mackay einen Neuseeländischen Antarktisforschungs-Verein beauftragt, ein Muster der unterhalb der Schutzhütte festgefrorenen Flaschen zu beschaffen. Die Probe soll analysiert werden, um zu entscheiden, ob die alte Whisky-Marke neu aufgelegt werden soll (und vermutlich das Marketing auf der Antarktis-Geschichte aufbaut: wie wäre es mit einem "Lord of the Ice" ?)

Die Kisten waren bereits 2006 bei Restaurationsarbeiten der Expeditionsanlage gefunden worden und es dürfen nur einige wenige Flaschen entnommen werden, um gemäss internationaler Konservierungsereinbarungen nichts am Zustand zu verändern.


Größere Kartenansicht

Richard Paterson von Whyte & Mackay meint, der gut abgelagerte Whisky könne durchaus noch trinkbar sein und genau so schmecken wie vor 100 Jahren, aber Al Fastier, der die Expedition Anfang 2010 leiten soll, sagte, er werde den Whisky nicht versuchen. "Es ist besser, sich den Geschmack vorzustellen. Auf diese Weise behält er sein Mysterium."

Ich denke, Recht hat er...
Slainte
  
Quelle:  Associated Press (engl)        Süddeutsche Zeitung        Basler Zeitung     Zeit online

13. November 2009

Kürbiseis mit Whisky und Rosinen

Vermutlich hat Halloween den Kürbis bei uns wieder stärker ins Bewusstsein und in vielen Varianten auf Marktstände und in die Küchen gebracht. Kürbis als Suppe, Quiche oder Gemüsebeilage sind dabei die "üblichen Verdächtigen", weshalb uns dieses Rezept für ein Kürbis-Eis nicht nur wegen des Whisky besonders gut gefallen hat:


Für 6 - 8 Personen benötigt man:

75 g Rosinen
ca. 50 ml Whisky
(wir haben einen 17jährigen im Sherryfass gereiften Speyside Malt aus der C&S Dram Collection genommen, weil er ein schönes Honig-Aroma hat)
4 Eigelb
1 TL Macis (Muskatblüte)
90 g Zucker
300 ml Milch
200 g Kürbispüree
300 ml süße Sahne

Vorbereitungszeit: ca. 2,5 Stunden
Gefrierzeit: 4 - 5 Stunden

Als erstes die Rosinen in einer kleinen Schale mit dem Whisky übergiessen, dass sie komplett bedeckt sind und beiseite stellen. Dann die Eier trennen und die Eigelbe mit Macis und Zucker cremig aufschlagen. Wenn man keinen Macis bekommt, kann man ersatzweise etwas Muskatnuss hineinreiben, sollte aber bei der Dosierung vorsichtig sein, damit der Geschmack nicht zu intensiv wird.

Die Milch erwärmen (nicht kochen!), über einem Wasserbad vorsichtig unter die Ei-Creme rühren und weiter schlagen bis die Masse eindickt.

Die Ei-Creme abkühlen lassen und dann für ca. 1 Stunde ins Gefrierfach stellen.

In der Zwischenzeit das Kürbisfleisch (am besten von einem Hokkaido- oder Butternut-Kürbis) in Würfel schneiden oder raspeln und mit etwas Milch weichkochen, dann mit einer Kartoffelpresse oder Pürierstab pürieren und abkühlen lassen (das Püree kann man aber auch gut bereits einen Tag zuvor vorbereiten).

Das abgekühlte Kürbispüree mit den Whisky-Rosinen unter die Ei-Creme rühren und zum Schluss die geschlagene Sahne unterheben. Die Masse in eine Eismaschine geben oder im Gefrierfach ca. 4 - 5 Stunden kalt stellen. Dabei regelmäßig durchmischen, um das Entstehen von Eiskristallen in der Masse zu vermeiden.

Slainte und guten Appetit!

PS - der Whisky war nach dem "Rosinenbad" noch genießbar ;-)

9. November 2009

Whisky mit Rauch und Vanille - neue Abfüllungen von The Whisky Chamber

Ich gebe zu, es ist etwas still geworden hier im Blog in den letzten Wochen. Das liegt zum großen Teil daran, dass ich auf einigen Whisky-Messen unterwegs war - und auch das Weihnachtsgeschäft sich bereits bemerkbar macht.

Umso mehr freue ich mich, dass gerade noch rechtzeitig meine neuen Whisky Chamber Abfüllungen eingetroffen sind, die mit ihren Rauch-, Vanille- und Kräuternoten besonders gut in diese Zeit passen:


TWC Bowmore "Millennium"

8 Jahre, 2000 - 2009
57,9 %vol., Bourbon barrel

Region: Islay
Farbe: mittleres Gold
Aroma: leichter Rauch mit einer fruchtigen Süße (Vanille & Rosinen) – Schmalzbrot mit Speck
Geschmack: angenehmer Rauch (Phenol) mit viel Frucht, etwas pfeffrig – Wasser ist kein Muss!
Abgang: mittel bis lang mit einer angenehmen rauchigen Süße


TWC Bunnahabhain (Peated) 
11 Jahre, 1997 - 2009
56,9 %vol. Hogshead

Region: Islay
Farbe: blasses Gold
Aroma: Torfig rauchig mit einer Kräuternote – frische Baumäste (grün), frische Süße
Geschmack: deutlicher Torf (Phenol), süsse Kräuter und wird langsam etwas trockener
Abgang: sehr lang – die rauchige Süße wird langsam trockener – am Ende kommt ein Anflug
malziger Maische

TWC Glen Grant 18 Jahre
1990 - 2009, 46 %vol., Sherry refill butt

Region: Speyside
Farbe:  tiefes Gold
Aroma:  Sherry, Rosinen, Vanille, dunkle Schokolade
Geschmack:  Sherrytöne , fruchtige Süße und ein leichter Anflug von Räucherspeck
Abgang:  mittel lang

TWC Highland Park 19 Jahre
1989 - 2009, 46 %vol., Sherry butt

Region: Islands
Farbe: dunkles Gold - Bernstein
Nase: intensive Rauchigkeit, Kräuter, Toffee (Fudge)
Geschmack: Akazienhonig, rauchende Heidekräuter, angenehme Sherry Süße
Abgang: würzig, die Rauchnote bleibt bis zum Schluss, am Ende etwas trockener werdend

Slainte

19. Oktober 2009

Tabak & Feuerwasser

Whisky-Tastings gibt es ja in den unterschiedlichsten Varianten. So biete ich bei meinen Whisky-Tastings vom Einsteiger-Seminar über Raritäten- oder Blind-Verkostungen und Whisky-Dinner auch Kombinationen mit Schokolade oder anderen "Genussmitteln" an.

Letzte Woche haben wir beim Treffen der XING „Frankfurt Smokers Night“ einige exzellente Zigarren mit einer Auswahl von Springbank Single Cask Abfüllungen kombiniert. *

Whisky-Zigarren-Experiment

Bei diesem Vergleich wollten wir herausfinden,
wie stark unterschiedliche Whiskies bzw. ihre enstsprechende Fass-Reifungen im Vergleich überhaupt noch "durchschmecken", wenn man sie zu einer Zigarre trinkt.

Dazu probierten wir zu den Zigarren 4 Springbank Einzelfassabfüllungen von 1998 – jeweils im Bourbon, Sherry, Port und Rumfass gereift.

Bei den 18 Testern gab es kein eindeutiges Fazit zu den Faßtypen, außer, dass die Whiskies in Fassstärke in Kombination mit der Zigarre zu „spritig“ waren.


Runter mit dem Alkoholgehalt


Die nachgereichten 46%vol-Abfüllungen – 17jähriger TWC Glen Grant (Sherry refill cask) und 18jähriger TWC Linkwood (Bourbon cask) – waren schließlich die „Gewinner“ des Abends, was man auch am späteren Füllstand der Flaschen gut ablesen konnte: sie waren leer.


Ich liebe zwar meinen Whisky eigentlich in Fassstärke, aber selbst als nur gelegentlicher Zigarrenraucher musste ich mich dem Trend anschließen: beim Rauchen runter mit der Alkoholstärke.


Besonders erwähnenswert bei diesem Whisky-Zigarren-Tasting ist noch der Veranstaltungsort:


Die Venusberg Bar bietet neben Drinks und gelegentlichen Veranstaltungen eine außergewöhnliche Sammlung erotischer Kunstwerke, die woanders wahrscheinlich gegen Eintritt in einem Museum zu finden wären. Hier kann man die Ausstellung auch einmal bei einem Glas Wein betrachten.


Slainte


* Rauchen - ebenso wie übermäßiger Alkoholgenuss - gefährdet die Gesundheit und soll hier keinesfalls verherrlicht werden. Es handelte sich um eine geschlossene Veranstaltung.

5. Oktober 2009

Springbank – Distillery of the year 2010

Bei Springbank machte man schon immer alles anders, und nur so lässt sich wohl erklären, dass man von ihrer Wahl zum "Distiller of the Year 2010" sowie Peter Currie's Ernennung zum Young Whisky Ambassador of the Year nur über Umwege aus einem Lokalblättchen bzw. -Forum erfährt - aber kein Wort von ihnen selbst...


Aber so sind sie eben – immer ein bisschen gegen den Strom – nicht nur als einziger Hersteller, der traditionell noch alle Produktionsschritte von A-Z selbst durchführt. Darum freut mich diese gute Nachricht nach den Turbulenzen der letzten 1 - 2 Jahre (Produktion für Monate eingestellt, Entlassungen, viele neue Abfüllungen trotz der Probleme, erste offizielle Glengyle-Abfüllung usw.).

Dass mir Springbank gefällt, sieht man an meinem allzeit-Lieblingswhisky, aber auch daran, dass ich aktuell gleich drei eigene Springbankabfüllungen im Programm habe:

1998er Springbank Single Cask Abfüllungen jeweils aus einem
  • Sherry-,
  • Port- und
  • sehr seltenem Rumfass
(Tastingnotes siehe früherer Post).

Und gerade vor kurzem hatte ich dann noch das Glück, ein Springbank-Fass von 1993 von einem Privatinvestor angeboten zu bekommen. Da habe ich nicht lange überlegt und zusammen mit ein paar Whiskyfreunden zugegriffen. Die Fassprobe ist schon sehr verführerisch, aber wir sind uns einig, dass er noch 4-5 Jahre reifen sollte (vielleicht können wir ja an den legendären 21jährigen Springbank anknüpfen – lassen wir uns überraschen).

Jetzt hoffen wir Springbankfreunde, dass es besonders nach der Auszeichnung für die hervorragenden Abfüllungen aus diesem Jahr mit der Destillerie weiter nach oben geht.

Jedenfalls muss ich jetzt nicht befürchten, letztes Jahr bei Springbank Berge von Gerste umsonst geschaufelt zu haben! ;)

Ich bin gespannt, ob es in der nächsten Ausgabe vom Whisky Magazine mehr Details gibt.

Slainte

29. September 2009

Whiskymesse Rüsselsheim & neuer James MacArthur Importeur

Wenn das kein toller Start war für die 1. Whiskymesse in Rüsselsheim: super Spätsommerwetter hat das tolle Ambiente in der Rüsselsheimer Festung noch unterstrichen und für so manche lauschige "outdoor"-Fortsetzung der Tastings und Whisky-Gespräche gesorgt.


Willy und seine Whiskyfreunde hatten die Messe super organisiert, das Kellergewölbe der Festung ist wie gemacht für eine familiäre Genießer-Messe - was will man mehr? Hoffen wir mal, dass der Veranstalter mit diesem in Zeiten der Krise doch nicht risikolosen Versuch kein zu großes Minus gemacht hat und 2010 mit der Messe in Rüsselsheim wieder antritt – ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen (und wie ich von anderen Ausstellern hören konnte, bin ich mit der Meinung nicht ganz alleine :-))

Ein kleiner Rundblick durch das Gewölbe am Samstagvormittag, als zugegebenermassen noch nicht so viel los war (später hatte auch keiner mehr Zeit für Fotos oder Videos...)

Neuer James MacArthur Importeur

Die 1. Rüsselsheimer Whisky-Messe war auch der Beginn einer neuen Zusammenarbeit von „James MacArthur“ mit TasteWhiskey, die als neuer Importeur für Deutschland die bekannten Einzelfassabfüllungen vertreiben werden.

Zu diesem Anlass ist Arthur Winning (General Manager von JMA) extra für 2 Tage zur Messe nach Deutschland gekommen. Ich drücke dem neuen Team die Daumen und hoffe auf viele gute Whiskies.

Slainte

19. September 2009

Johnnie Walker bald nicht mehr die Nr. 1

Ein indischer Whisky – der „Bagpiper“ von United Spirits (Mr. Mallya) – soll bis Ende des Jahre der weltweit bestverkaufte „Whisky“ sein und würde damit Johnnie Walker ablösen – sagt jedenfalls der Daily Record (UK).

Auch wenn im traditionell abergläubischen Schottland das Gerücht geht, dass dies die Rache für die geplante Schließung von Kilmarnock ist, glaube ich nicht, dass man in Indien (und da wird der Bagpiper in gewaltigen Mengen verkauft) weiss, wo und was Kilmarnock überhaupt ist.

Der wachsende Markt in Indien hat eben gewaltigen Durst auf Whisky und dabei sollte er wohl eher günstig, als aus Schottland sein.

Als ich versucht habe, die kommende Whisky-Nr.1 in Deutschland zu kaufen, bin ich jedenfalls nicht fündig geworden. Soweit ich gehört habe (und das sagt jedenfalls auch der Artikel), wird der „Whisky“ ausschließlich in Indien verkauft – noch!

Somit ist der "Positionsverlust" von Johnnie Walker gegenüber dem indischen Bestseller wohl eher rein statistisch zu sehen. Mich würde dann noch eher interessieren, welcher der anderen weltweit vermarkteten Brands denn die Nr. 2 und 3 sind.

Slainte

12. September 2009

noch ein Whisky-Rekord: der Größte

Nach immer neuen Preisrekorden bei Scotch Single Malts kam Tomintoul jetzt mit einem etwas anderen Rekord:

Mit 105,3 l in einer knapp 1,5 m hohen Flasche hat man die grösste Whisky-Flasche der Welt abgefüllt und es damit sogar ins Guinnes Buch der Rekorde geschafft.

Die "Monster-Flasche" wurde von Hand aus 150 "normalen" Flaschen des 14jährigen Tomintoul Speyside Malt gefüllt, was nach Aussage der Beteiligten ziemlich anstrengend und nervenaufreibend gewesen sein muss.

Im Video sieht es meiner Meinung eher nach einer ziemlich langwierigen Aufgabe aus bis die Flasche voll war, und vielleicht war auch der Hammer zum Einschlagen des Riesenkorkens doch etwas klein... Man beachte auch die lebensnahe Endversiegelung der Flasche. ;-)



Die Tomintoul Speyside Glenlivet "Monster-Whisky-Flasche" wird im Clockhouse im Zentrum von Tomintoul ausgestellt und man erhofft sich von der Attraktion auch eine gewisse Auswirkung auf den Tourismus im höchst-gelgenen Dorf der Highlands.


Größere Kartenansicht


Das ist doch wieder ein schönes Ausflugsziel für den nächsten Schottlandbesuch, aber bringt unbedingt ein paar gute Freunde und einen besonders großen Korkenzieher mit. Für einen allein wäre es doch etwas viel... ;)

Slainte


Quelle: The Scotsman


28. August 2009

Umfrageergebnis: 1000e€ für eine Flasche Whisky

Vielen Dank für Ihre rege Beteiligung - trotz heißem Sommer!

Worum war es dabei gegangen?
Seit einiger Zeit gehen die Preise für ältere Abfüllungen durch die Decke und so habe nicht nur ich mich gefragt, warum jemand so viel Geld für einen meiner Meinung nach doch etwas überteuerten Whisky bezahlt?

Das Ergebnis deckt sich ziemlich mit meiner Einschätzung:

„Ruhm und Ehre“ – zeigen was man hat und das um jeden Preis, war mit 53% der Sieger, knappt gefolgt vom Investment, sprich „Wiederverkaufswert“, mit 42% oder 12 Stimmen.

Und tatsächlich ist die Spekulation auf weiter steigende Preise nicht ganz verkehrt: Denn, wenn alter Whisky noch knapper wird und die Märkte sich in Russland und Asien weiter entwickeln, wird es bestimmt auch für diese Single Malts noch weiteres Wachstumspotential beim Preis geben.

Begeistert war ich aber von den 9 Spassvögeln, die sich für „wohin mit dem Geld“ entschieden, und meine ironisch gemeinte Variante aufgegriffen haben: Aber auch hier sind wir wieder bei den boomenden neuen Wirtschaftsgebieten wie Russland. Was sind da schon 10.000€ für eine Flasche Whisky? Viel Wein bekommt man dafür ja auch nicht ;-)

Also schön weiter auf den nächsten Macallan sparen...

Slainte

23. August 2009

Der „Berg-Whisky“ ruft – auf den Corvatsch im Engadin

Auch dieses Jahr mache ich mich wieder auf in die Berge, um zu testen, wie sich die "Nase" und der Geschmack von Whisky mit zunehmender Höhe (und dünnerer Luft) verändert.

Dabei gab es z.B. letztes Jahr auf der Tour zum Piz Umbrail ausser Whisky und beeindruckender Natur eine Menge anderer toller Eindrücke, z.B. todesmutige Mountainbiker:




Das schweizer Bergtasting wird nun schon zum dritten Mal von Detlef von der "Smallest Whisky Bar on Earth" organisiert, mit steigender Beteiligung. Diesmal geht es noch 300 m höher hinauf auf den Corvatsch und die Whiskies sollen zum objektiven Vergleich alle den gleichen Alkoholgehalt haben und dazu noch blind verkostet werden.

Ich schicke aus meinem Whisky-Sortiment einen 18 Jahre alten Linkwood ins Rennen, der bei mir in Meereshöhe (ok, es sind bei uns auch 360m ü.NN.) folgenden Charakter zeigt:

TWC Linkwood 18 Jahre
1991-2008, 46%vol., Oak Hogshead

Farbe: kräftiges Gold
Nase: getrocknete Aprikosen, Trockenobst, Apfel (Braeburn), leicht nussig
Geschmack: Aprikose, grüner Apfel, Karamell und etwas pfeffrig
Abgang: ein Hauch Eiche und mittel bis lang anhaltend


Ich werde versuchen den "Umweltfaktoren" beim Höhentasting so weit wie möglich zu trotzen und die Geschmacksabweichungen in 1870m, 2702m und 3303m so gut wie möglich festzuhalten...

Wir sind schon gespannt, was uns dieses Jahr erwartet – Rollerblades????

Nächsten Samstag ist es soweit. Ich werde berichten.

Slainte

13. August 2009

Whisky-Schokoladenmousse mit Chili

Zu jedem gelungenen Menü gehört neben dem Digestif auch ein Dessert, das den Genuss abrundet und möglichst noch lange in guter Erinnerung bleibt. So haben wir uns zur Abwechslung einmal an einer süssen Whisky-Schokoladen-Variation versucht...und das geht auch prima im Sommer!

Hier ist das Rezept für unsere
Whisky-Schokoladenmousse

für 4 Personen





200 g sehr gute dunkle Schokolade mit min. 60% Kakaoanteil
2 Eier
125 g Zucker
1/2 Prise Salz
200 g Rahm
1 EL Vanillezucker
3 EL starken Espresso
4 EL Whisky (in unserem Fall 10jähriger Springbank Portwood)
1 rote Chilischote

Im Wasserbad die dunkle Schokolade langsam schmelzen. Sie darf nicht zu heiss werden, da die Schokolade sonst ausflockt.

Inzwischen zwei Eier trennen. Die Eiweiße steif schlagen und kühl stellen. In einer zweiten Schüssel das Eigelb mit 125 g Zucker und einer kleinen Prise Salz schaumig rühren, 200 g Sahne steif schlagen und einen Esslöffel Vanillezucker einrieseln lassen.

Die geschmolzene Schokolade aus dem Wasserbad nehmen und mit der Eigelbcreme mischen, den Espresso, Whisky und zwei Messerspitzen von dem sehr fein gehackten Chili zugeben und rühren, bis sich alles verbunden hat. Dann die geschlagene Sahne und den Eischnee unterheben.

Die Creme entweder gleich auf Dessertgläser (oder grosse Whisky-Gläser) verteilen und im Kühlschrank fest werden lassen. Man kann sie auch insgesamt erkalten lassen und zum Servieren mit zwei Esslöffeln Nocken abstechen.

Mit filetierten Orangen- oder Mangoschnitzen und Mandarinen-Pfefferminzblättern garnieren.

Slainte und guten Appetit!

9. August 2009

Macallan 50 Jahre - die Preisspirale dreht sich weiter

Für 11.750 GBP (13.500 Euro) kam ein Macallen 50 Jahre (eine Originalabfüllung aus 3 Fässern, die zwischen 1926 und 1928 befüllt wurden) bei der letzen McTear´s Whiskyauktion unter den Hammer. Das war so eine Sensation, dass sogar BBC News darüber geschrieben hat.

Ist das jetzt die Bestätigung dafür, dass Glenfiddich für die letzte Woche angekündigte neue 50 Jahre Abfüllung mit "nur" 10.000 GBP eigentlich einen realen Preis verlangt? Wenn man dieses Macallan Auktionsergebnis sieht, könnte man diese Aussage glatt bejahen.

Allerdings wurden dann wohl in derselben Auktion alte Abfüllungen von z.B. 60 Jahre altem Royal Brackla für nur 3.800GBP und ein Limited Edition Ardbeg von 1965 für 3.000GBP fast "verschenkt".

Was sind dann also die Faktoren, die Leute dazu bringen so viel Geld für einen Whisky auszugeben (den sie wahrscheinlich sowieso nur in den Schrank stellen)?

  • Bekannter Markenname/Marketing?
  • Wissen, dass es ein wirklich einzigartiger Whisky ist? (den man dann auch trinken will...)
  • Investment = Hoffnung auf weiteren Preisanstieg?
  • allgemeiner Hype ?
  • ....?
Sagen Sie mir Ihre Meinung - oben links in der Umfrage - oder gleich hier in den Kommentaren.

Ich persönlich finde ja, dass guter Whisky nicht unbedingt alt und teuer sein muss, letztendlich ist er zum Geniessen da.

Slainte

4. August 2009

Schottland- und Whiskyreise mit Google Earth

Über Twitter habe ich dank "WhiskySponge" ein super Schottland Reiseplanungs-„Tool“ gefunden.


Der Link zu Google-Earth (man muss Google Earth installiert haben, damit es funktioniert) führt nicht nur zu einer interaktiven Karte mit Schottlands Destillerien, sondern zeigt dabei gleich auch viele Sehenswürdigkeiten und einige Übernachtungsmöglichkeiten.


Mann kann hier also schon vorab seine Reiseroute auskundschaften und die Destillerie-Besuche so planen, dass für den Fahrer (wohl in den meisten Fällen die Fahrerin) auch noch etwas „Kultur“ am Wege liegt und die Reise nicht zu Whisky-lastig wird... :-).


Es sind zwar noch nicht alle Destillerien verzeichnet, aber dass kann ja noch werden. Hier sieht man als Beispiel die Darstellung der Cragganmore Distillery.


Ich werde den Link auf jeden Fall für meine nächste Schottlandreise nutzen – schliesslich besuche ich zwischendurch auch ganz gerne schottische Schlösser und Sehenswürdigkeiten und habe längst noch nicht alle Schätze Schottlands gesehen.


Slainte

1. August 2009

50 Jahre alter Glenfiddich – „irre“ Preise ohne Ende

Diskussionen über Sammler- und Auktionspreise für alte Single Malts gibt es immer wieder, aber die Reaktionen auf die kürzliche Meldung von Glenfiddich, einen 50jährigen für 10.000 GBP zu verkaufen, waren doch beachtlich:

Die Meldung kam in vielen Zeitungen, z.B. Scotsman, Times und sogar BBC - und letztendlich berichtete sogar der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg darüber.
Unabhängig von den Diskussionen ob ein Whisky denn überhaupt so viel Geld wert ist oder die blumigen Beschreibungen des Pressetextes ("Gipfel unserer Whiskyherstellung" - sind die anderen Abfüllungen dann weniger gut?), ist es wohl offensichtlich eine gelungene PR Aktion, die Glenfiddich hervorragend ins Rampenlicht gebracht hat.

Um es klarzustellen: wir reden hier von hochpreisigen, limitieren Originalabfüllungen nicht von Raritätenflaschen, denn die können auch gerne mal über 38.000 Euro kosten. Von dem Glenfiddich soll es 500 nummerierte, mundgeblasene und mit schottischem Silber verzierte Flaschen geben.

Da ist dann meine erste Frage, wie kriegen die überhaupt 500 Flaschen aus zwei 50 Jahre alten Fässern, bzw. was müssen das für tolle Fässer gewesen sein? Der "Angels share" nach 50 Jahren ist beträchtlich - nicht nur in der Menge, sondern auch im Alkoholgehalt, so dass ein Vergrößern der Menge durch Wasser kaum möglich sein dürfte.

Zweite Frage: Wäre so eine limitierte Flasche ein Investment? Bei dem 60 Jahre alten Macallan von 1991 hat es jedenfalls geklappt - von 6.250 GBP auf heute ca. 23.000 GBP.
Aber warum kostet dann ein 50 Jahre alter Springbank aus der Millenium Edition (immerhin auch eine Originalabfüllung) „nur“ ein paar Tausend Pfund?

Vielleicht ist es also nur eine tolle Marketing Idee und ein Angebot für die neuen Reichen in Asien und Osteuropa. Ich lasse mich gerne überreschen, ob die Nachfrage sich mit dem Angebot deckt - oder ob die "normalen" Whiskyliebhaber nicht von solchen Aktionen eher abgeschreckt werden, wie seinerzeit von der Photo-Label Kampagne von Macallan.

Slainte

Foto: © Copyright Colin Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence