24. Dezember 2008

Mein Weihnachtswhisky 2008 ist ein Jura

Zu Weihnachten eine besondere Flasche Single Malt aufzumachen, ist nicht nur für mich eine schöne Tradition. So habe ich schon eine Weile überlegt, welcher Whisky es diesmal werden sollte...

Zum Glück habe ich ihn gerade noch rechtzeitig im Regal wiederentdeckt, nachdem ich ihn bei einer Präsentation in Moskau schon als Fassprobe probiert hatte:

Der ideale Weihnachtsmalt

(sagt jedenfalls meine Nase)

Jura von 1992
2007 abgefüllt von James MacArthur
Cask No. 1934, Bourbon Barrel, 53,9%vol.

Farbe: Gold
Blume: Vanille (Marzipan), englische Orangenmarmelade, frisches Heu
Geschmack: fruchtig (noch immer etwas Orange), Toffee und deutlich Heidekräuter
Abgang: Süßes Malz, lang und am Ende etwas trockener werdend

Welcher Whisky wird Euch Weihnachten begleiten?

Slainte und frohes Fest!

Thomas

19. Dezember 2008

Springbank – Fass-Triologie

1998 wurden innerhalb von 3 Monaten bei Springbank 3 total unterschiedliche Fässer (Rum, Sherry und Port) abgefüllt. Besser kann man die Auswirkung der Fässer bei der Reifung des Whisky kaum ausprobieren - und es handelte sich hierbei nicht um ein Finish, sondern eine echte Reifung!
3 Gläser, 3 total unterschiedliche Geschmacksrichtungen.


Tasting Notes:

Springbank (TWC) 1998-2008, 9 Jahre Rum Cask, 57,7%vol.

Region: Campbeltown

Farbe: helles Gold (kräftiger Weißwein)

Nase: leichter Rauch, süße Birne und Malzbonbon

Geschmack: trocken salzig, Birne (Williams) mit einem Hauch Torf

Abgang: lang mit viel Frucht (Kernobst) – die Salzigkeit geht und eine angenehme Süße bleibt am Gaumen


Springbank (TWC) 1998-2008, 10 Jahre Sherry, 53,5%vol.

Region: Campbeltown

Farbe: Gold

Nase: Rauch, Rosine, Medium-Sherry

Geschmack: Feigen und Rosine mit einer leichten Süße

Abgang: lang mit einer angenehmen nicht aufdringlichen Süße. Ein Hauch Phenol am Ende


Springbank (TWC) 1998-2008, 10 Jahre Port Cask, 57,4%vol.

Region: Campbeltown

Farbe: dunkles Rot-Gold / Bronze

Nase: Heidekraut, Salbei und süße Trauben

Geschmack: leicht salzig, eine Spur Torf, Birne und etwas Eiche am Gaumen

Abgang: lang, zuerst süß und hinten etwas trockener werdend


Aber da ja bekanntlich Geschmack nicht Geschmack ist, hilft da nur - selber ausprobieren

Slainte

edit: Layout und ein paar Tippfehler - die Vorweihnachtshektik ist auch an mir nicht spurlos vorbei gegangen...

9. Dezember 2008

Whyte & Mackay Whiskies jetzt in Indien abgefüllt?

Der indische Spirituosen Konzern „United Spirits Ltd.“, der Mitte 2007 den schottischen Whisky-Konzern Whyte & Mackay übernommen hat, will diese Whiskies jetzt als eigene Marke in Indien abfüllen, um Zoll zu sparen.

Im ersten Schritt will man mit einer Dalmore Abfüllung starten und dann ist es nur eine Frage der Zeit, wann auch Abfüllungen der Destillerien Jura und Fettercairn folgen werden.

Das ist insofern bemerkenswert, als sich United Spirits in der Vergangenheit auf Blended Whisky konzentrierte, um auf dem indischen Markt mit Diageo und Seagrams mithalten zu können. Jetzt will man also auch im Premium-Segment einsteigen und in 2 Jahren in Indien 20% Marktanteil bei Single Malt Whiskies erzielen.

Es sieht aus, als ob sich der schon früher beschriebene Ausverkauf von Single Malts in Richtung der neuen Märkte und zu Lasten der kaum noch wachsenden europäischen Märkte beschleunigt.

Wenn wie erwartet auch in China noch die Vorliebe für das Wasser des Lebens weiter wächst, kann es in 2-3 Jahren für hochwertige Single Malts bei uns noch knapper (und teurer) werden.

Slainte



Quelle: The Wall Street Journal

2. Dezember 2008

Chateaux de Whisky

„Bruichladdich-Experimental“
Die kleine Destillerie auf Islay ist schon lange für alle möglichen Fassexperimente bekannt und wird vielleicht bald auch „Chateaux“ Whiskies kreieren. So wie jede Destillerie ihren Whisky mit seinem für sie typischen Geschmack produziert (oder versucht immer wieder zu vatten), so hat jede Weinlage und jedes Chateau seinen spezifischen Noten.

Bruichladdich hatte für seine „First Growth Serie“ mit Eichenfässern aus dem Bordelais und ihren Gran Crus gearbeitet. Die Region ist dafür bekannt, mit ausgezeichneter Eiche zu arbeiten und dieser Charakter soll auch in den Whiskyabfüllungen wiederzufinden sein. Da das Fass einen gewaltigen Einfluss auf den Whiskygeschmack hat, ist das auch sehr gut vorstellbar.

Aber warum experimentiert man jetzt immer mehr mit Weinfässern?

Die Nachfrage nach den Bourbon Fässern steigt ständig und es wird auch gemunkelt, dass es eine Revision des US Gesetzes zur einmaligen Benutzung der Fässer für die Bourbonproduktion geben könnte.

Worin soll dann unser Whisky reifen?
McEwan wird die Lösung finden :-)

Slainte