1. Oktober 2008

Whisky richtig lagern

Prinzipiell verändert sich Whisky eigentlich nicht mehr, wenn er erst einmal in Flaschen abgefüllt und verschlossen gelagert wird. Kritisch wird es erst, wenn die Flasche über längere Zeit offen steht oder der Verschluss undicht wird.

Wie man dem am besten begegnet, wird aktuell im „Maltadvocate“ Blog von John Hansell heiss diskutiert, und die Ansichten und Lösungsideen sind recht unterschiedlich:

Bei einigen Grundregeln, wie z.B. dass die Flaschen aufrecht stehend, möglichst ohne direktes Licht und Temperaturschwankungen gelagert werden sollten, ist man sich noch einig. Aber bei der Behandlung von geöffneten Flaschen, wo der Füllstand dem Ende zugeht, gehen die Ideen, wie man den Oxidationsvorgang durch den zunehmenden Sauerstoffgehalt in der Flasche einschränken kann, schon recht auseinander:
  • Austrinken (z.B. ab 1/3 Füllstand) als naheliegende Lösung bietet sich immer an :-)

  • Umfüllen in kleinere Flaschen - wobei jedoch die Sauerstoffzufuhr beim Umfüllprozess als kritisch gesehen wird, und zum anderen das Einschenken aus den Original-Flaschen bei Whisky-Raritäten ja auch irgendwie zum Geniesser-Zeremoniell gehört...

  • Reserve-Stopfen für den Fall, dass eine geschlossene Flasche plötzlich an Füllstand verliert

  • Auffüllen der Flasche mit Murmeln (das war mir neu...)

  • Auffüllen mit Inert-Gas

  • Lagern im Eisfach (!)

  • ...
Ich persönlich bin eigentlich für die "Austrinken" Variante - am besten mit Freunden oder bei einem Tasting.
Für besondere „Schätzchen“, die jetzt nicht ganz so schnell vernichtet werden sollen, verwende ich Vakuumpumpen, die man sonst für Rotwein benutzt. So bekomme ich reichlich Sauerstoff aus der Flasche heraus - ohne dass etwas, das den Whisky beeinflussen könnte, hineinkommt - und kann damit hoffentlich die Oxidation etwas aufhalten.

Ich werde den Maltadvocate-Blog weiter beobachten und berichten, wenn noch die eine oder andere kuriose Idee aufkommt.

Slainte und möge unser Lieblingswhisky möglichst lange gut munden

1 Kommentar:

Frank hat gesagt…

Seitdem die Reste in ein, zwei Flaschen dadurch untrinkbar geworden sind, dass die mit der Zeit komplett ausgetrockneten Korken in den Inhalt gebröselt sind (entweder bei dem vom Durchbruch des Korkens gekrönten Versuch, die Flasche zu öffnen, oder, quasi "spurenelementweise" und ohne jedes Zutun), bin ich mir des Problems erst so richtig klar geworden - und würde mir wünschen, dass auch die Whiskyabfüller es in Zukunft gewissen Kollegen aus der Winbranche gleichtäten und auf Kunststoff setzten.

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