10. September 2008

Spitzengastronomie lässt Whisky links liegen?

Die edelsten Speisekreationen, eine Weinkarte so dick wie ein gebundenes Buch, eine Obstler- und Grappaauswahl vom feinsten und unübertroffen aufmerksamer Service: also ein rundum  "Perfektes Dinner"... Bis ich zum Abschluss des wunderbaren Abends nach einem schönen Scotch Single Malt fragte.   

Da wurde mir erst mal voll Stolz das typische „Duty Free“ Sortiment deutscher Flughäfen angeboten. Eigentlich hätte ich bei mützenbewehrter Spitzengastronomie wenigstens ein paar besondere Tröpfchen erwartet, wo der Barmanager oder Sommelier auch eine Story zu erzählen könnte. Aber oh weh,  auf den Wunsch nach einem Digestif, wenn möglich einer Single Cask Abfüllung mit einer Sherry Note, wurde mir wärmstens der „18 Jahre alte Fine Oak MAKALAN“ empfohlen.

Eben das ist mir am Wochenende im Schwarzwald passiert, in einem der Top-Restaurants Deutschlands. Allerdings beobachte ich dieses Phänomen auch schon seit langem in deutschen Tophotels, wo man mit „Massenware“ sehr zufrieden ist und keine Experimente wagen möchte. Diese Zurückhaltung kann ich angesichts der meist recht grossen Grappa- und Obstbrand-Auswahl nicht wirklich nachvollziehen. 

Echt schade!  Zum Glück bestätigen Ausnahmen die Regel, wo engagierte Bar-Chefs oder Whisky-interessierte F&B Manager sich für solche Freaks wie mich ein paar Schätzchen hinstellen. 

Aber immerhin – das Essen und der Rest des Abends waren toll: 
Guten Appetit!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

hallo,
das problem ist, das nur einer von 1000 gästen whiskyliebhaber ist, und was nicht läuft, wird nicht eingekauft(insbesondere da die wirklich leckeren whisky nicht gerade billig sind). die nachfrage regelt leider alles. und was nützt mir ein toller whisky, wenn er schon über ein jahr auf ist, und allen temperaturschwankungen und sonneneinstrahlungen ausgesetzt ist,( ist mir schon zweimal passiert), da er nur zweimal im jahr bestellt wird.

gruß

sascha

Whisky-Igel hat gesagt…

Wohl wahr, aber das dürfte bei den teuren Obstbränden und Grappas nicht anders sein. Und die gehören scheinbar überall zum Standard...

Slainte
Thomas

Anonym hat gesagt…

Zu Grappa und Obstbränden muß man sagen, das Sie eindeutig öfter betsellt werden, auch in der höheren Preiskategorie(Rochelt, Reisetbauer,Grappa von Berta). Sicherlich werden sie auch öfter angeboten, da viele Sommelier-Barkeeper etc sich damit besser auskennen.
Whisky ist leider nur ein Randprodukt.

Gruß

Sascha

Whisky-Igel hat gesagt…

Hallo Sascha,
das mit dem „NICHT“ anbieten, wird das Problem sein – aber ich kann mir trotzdem nicht vorstellen, dass wenn ich so einen Digestifwagen sehe, dass alle Flaschen Zeitnahe geleert werden. Wird da nicht oft der leichte Weg gegangen? Nur komisch, dass wir trotzdem einen Whiskyhype haben, wo es gerade um die „besonderen“ Whiskies geht?
Bei unseren europäischen Nachbarn werde ich dabei leichter fündig.

Aber ich gebe die Hoffnung nicht (die auch arst als letztes stirbt)

Slainte
Whisky-Igel

Anonym hat gesagt…

Hallo Thomas,

die Hoffnung gebe ich auch nicht auf, aber der Whiskyhype geht oft von Leuten aus,die den Whisky zu Hause trinken, oft auch in geselliger Runde, aber weniger in guten Restaurants.Das sind leider zu wenige.

Die guten Grappen,Obstbrände etc werden oft von Geschäftsleuten getrunken, die Eindruck schinden wollen, oder nicht auf das Geld achten müssen. (Und das ist auch gut so.)

Aber wenn du mal im Norden bist, sag ich dir, wo man gute Whiskies genießen kann.lol

gruß

Sascha

Whisky-Igel hat gesagt…

ich werde mich melden! :D

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