29. September 2008

Unabhängiger Abfüller James MacArthur geht nach Russland

Das Whiskyangebot in Moskau ist an sich schon nicht schlecht, und z.B. bei „Whiskyworld“ findet man eine wirklich beeindruckende Auswahl an höchstpreisigen Schätzchen und unabhängigen Abfüllungen.

Am 18. September hatte Whiskyworld James MacArthur zu Gast, wo er im Shop vor guten Kunden und Fachjournalisten einen Vorgeschmack auf die nächsten anstehenden Abfüllungen (noch aus Musterflaschen frisch vom Fass) gab.

Der russische „Michael Jackson“, Sergey Eliseev war von den unverfälschten Fassstärken begeistert, denkt aber, dass der russische Konsument für Einzelfassabfüllungen noch nicht so ganz bereit ist.

Im Moment steht für die Kunden mit dem nötigen Kleingeld noch zu sehr das Alter und das Aussehen der Flasche im Vordergrund: d.h. Hauptsache im Kristalldekanter oder aufwändiger Kiste und mit Zahlen größer 25 auf dem Etikett...


Ein typisches Beispiel dafür war dann auch die limitierte Sonderedition von einem Caol Ila, 25 Jahre im Crystal Decanter ( JMA), die im Laden für 32.910 Rubel = 900€ angeboten wurde. Und es geht natürlich noch teurer, auch bei den unabhängigen Abfüllern.

Da sind die Preise bei uns noch richtig günstig! Aber nicht, dass sich jetzt jeder mit seinen Whiskyflaschen in den nächsten Flieger nach Moskau setzt...: die Steuer- und Zollregelungen sind besonders bei Spirituosen sehr wechselhaft und unkalkulierbar.

Slainte

22. September 2008

Tee-Verkostung mit Whisky

Da reicht eine Tee-Sommelière (was es alles gibt...) zwischen den Teesorten Whisky, um die Geschmacksnerven zu neutralisieren! Diese Nachricht in der Welt-Online hat mich doch etwas verblüfft...

Ich verwende bei meinen Whisky-Tastings normalerweise Quellwasser und Haferkekse oder Weissbrot zum neutralisieren des Geschmacks - vielleicht sollte ich stattdessen mal auf weissen Tee als Zwischenschluck umsteigen?

Schade, dass im Artikel nicht steht, welchen Whisky sie zum neutralisieren verwendet - hoffentlich nicht einfach einen Blend aus dem Supermarkt um die Ecke.

Slainte

18. September 2008

250 Mio USD Investment in Dewar´s Whisky

Der Nachfragedurst nach Whisky muss gestillt werden!

Asien und die anderen „jungen“ Märkte haben in den letzten 3 Jahren ihre Nachfrage nach Dewar's Spitzenwhiskies deutlich gesteigert. Dewar´s gehört seit 1998 der Bacardi Limited, dem weltgrößten Spirituosen-Unternehmen im Privatbesitz.

Damit der Konzern mit dem Markt mithalten kann, werden jetzt 250 Mio. in Modernisierung und neue Blending- und Abfüllkapazitäten investiert:
Zum Barcardi Konzern gehören folgende Destillerien:

  • Aberfeldy
  • Macduff
  • Aultmore
  • Craigellachie
  • Royal Brackla
Hoffen wir jetzt, dass mit dem Boom auch wieder mehr Single Malt Abfüllungen aus dem Hause Bacardi auf den Markt kommen und nicht alles in Blends geht...

Slainte

Quelle: businesswire.com

15. September 2008

Rosebank Destillerie soll wieder aufgebaut werden

Es gab schon Gerüchte im Frühjahr, dass eine bis dato unbekannte "The Falkirk Whisky Company" Teile aus der alten Rosebank Destillery abbauen und für eine neue Destillerie außerhalb Falkirks verwenden wollte.


Im heutigen Sunday Herald gibt es neue Nachrichten, dass eine Gruppe lokaler Investoren in Falkirk die 3fach Destillation des Rosebank Whiskys nach 15 Jahren wieder zum Leben erwecken wollen.

Das Projekt liegt derzeit noch im Baugenehmigungsverfahren, aber geplant ist ein Bau in der Nähe eines früheren Standorts im typischen Pagoden-Stil, wobei die Original-Stills und Mash-tun aus der alten Destillerie wieder verwendet werden sollen. Hinzu kommen ein Visitor-Center und Restaurant.

Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass die neue Destillerie oder der Whisky den Namen Rosebank verwenden dürfen, da Diageo hierfür die Markenrechte hält. Dann will man den Whisky unter dem Namen "Falkirk Distillery Company" vermarkten. Sollte die Genehmigung bald erteilt werden, rechnet man ab 2010 mit einer jährlichen Produktion von 60.000 Litern.

Slainte

14. September 2008

BBC erklärt Globalisierung mit Whisky-Container

Ein witziges Projekt (und nebenbei ein genialer PR-Fall für die schottische Whisky-Industrie) ist die Story über den Weg eines Containers um die Welt.

Dafür wurde ein Container speziell lackiert und mit GPS ausgestattet und soll nun ein Jahr lang bei seinem Weg um die Welt beobachtet werden. Anhand dieses Beispiels will das BBC Business News Team das Funktionieren von internationalem Handel und Globalisierung veranschaulichen.


Der Weg des Containers wird von BBC News auf einer interaktiven Karte und einer eigenen News-Seite "The Box" dokumentiert.

Zufällig (?) war die erste Ladung des Containers eine Lieferung Whisky von Chivas Regal nach China mit entsprechender Berichterstattung...

Aber egal, ich werde ein Auge auf die Story haben. Hier ist der RSS-Feed für alle, die es auch interessiert.

Slainte und gute Reise

10. September 2008

Spitzengastronomie lässt Whisky links liegen?

Die edelsten Speisekreationen, eine Weinkarte so dick wie ein gebundenes Buch, eine Obstler- und Grappaauswahl vom feinsten und unübertroffen aufmerksamer Service: also ein rundum  "Perfektes Dinner"... Bis ich zum Abschluss des wunderbaren Abends nach einem schönen Scotch Single Malt fragte.   

Da wurde mir erst mal voll Stolz das typische „Duty Free“ Sortiment deutscher Flughäfen angeboten. Eigentlich hätte ich bei mützenbewehrter Spitzengastronomie wenigstens ein paar besondere Tröpfchen erwartet, wo der Barmanager oder Sommelier auch eine Story zu erzählen könnte. Aber oh weh,  auf den Wunsch nach einem Digestif, wenn möglich einer Single Cask Abfüllung mit einer Sherry Note, wurde mir wärmstens der „18 Jahre alte Fine Oak MAKALAN“ empfohlen.

Eben das ist mir am Wochenende im Schwarzwald passiert, in einem der Top-Restaurants Deutschlands. Allerdings beobachte ich dieses Phänomen auch schon seit langem in deutschen Tophotels, wo man mit „Massenware“ sehr zufrieden ist und keine Experimente wagen möchte. Diese Zurückhaltung kann ich angesichts der meist recht grossen Grappa- und Obstbrand-Auswahl nicht wirklich nachvollziehen. 

Echt schade!  Zum Glück bestätigen Ausnahmen die Regel, wo engagierte Bar-Chefs oder Whisky-interessierte F&B Manager sich für solche Freaks wie mich ein paar Schätzchen hinstellen. 

Aber immerhin – das Essen und der Rest des Abends waren toll: 
Guten Appetit!

5. September 2008

Neue Destillerie in Schottland - oder schon fast auf Island?

Vor 164 Jahren wurde die letzte legale Destillerie auf Lewis geschlossen. Jetzt lässt in der Nähe von Uig die “Abhainn Dearg Distillery” (= gälisch für "Red River") alte Traditionen wieder aufleben. Ich musste erst einmal suchen, wo denn dieses Uig auf Lewis liegt, aber dafür gibt es ja das Internet :-) :

Wenn man sich die Landkarte anschaut, ist Island zwar nicht mehr weit, aber für die nördlichste Destillerie Schottland hat es leider nicht gereicht. Das bleibt wohl nach wie vor Highland Park auf den Orkneys. 

Laut Mr. Tayburn, dem Besitzer der Destillerie, sollen dieses Jahr 10.000 Liter und ab 2009 25.000 Liter pro Jahr produziert werden. Das ist zwar keine gewaltige Menge, aber dafür muss dieser Whisky (den noch keiner kennt) auch erst einmal an den Mann gebracht werden.

Ich bin schon auf die ersten Tropfen gespannt.

Slainte

Quelle: Scotsman

1. September 2008

Scotch Whisky – wird China anständig?

Die Chinesische Regierung legt hohen Wert auf den Markenschutz von “Scotch Whisky”.
Am 15. August kam von der Scotch Whisky Association (SWA) die Nachricht heraus (habe ich leider erst Heute gesehen), dass die chinesische Regierung den „Scotch Whisky“ jetzt auch in ihrem Markt schützen will. Dabei wurde auch noch einmal auf die 17 Mio. Flaschen Scotch Whisky hingewiesen, die 2007 nach China importiert wurden (nur wieviele Flaschen wurde jetzt wirklich verkauft?).

Hoffen wir einmal, dass sich der chinesische Markt auch an die neue Vereinbarung hält!

Slainte