2. Juli 2008

W wie Whisky und Warten...

Wer erinnert sich noch an die alte Werbung von Jack Daniels, wo die Arbeiter in Tennessee vor dem Lager sitzen und Karten spielen während der Whisky in Ruhe reift?

Ich hatte das eigentlich immer als schönes Werbe-Märchen abgetan... Bei der Whisky-School Woche sind wir alle eines besseren belehrt worden: Sicher hat keiner erwartet, dass Whiskyherstellung Refa-technisch prozessoptimiert ist, aber man braucht dann doch noch extrem viel Zeit und Geduld – und zwar schon vor dem Reifen im Fass!

Die Leerlaufzeiten während den einzelnen Schritten sind immens:

Mal wartet man darauf, dass die Gerste treibt
– dann dass sie wieder trocknet
– dann, dass die Maische hochkocht – und wieder reduziert (immerhin auch 3 x)

Während der Destillation wartet man, dass der Alkoholgehalt einen bestimmten Punkt (für den Vorlauf, den Spirit und dann die Feints) erreicht... bis runter auf nur noch 1% Alkohol (hier wird nichts vergeudet).

Und beim Abfüllen, dass der Tankinhalt ausreichend durchmischt – bis man mindestens in 3 Messergebnissen den gleichen Alkoholgehalt misst.

Nach dem Befüllen der Fässer lässt man diese erst noch eine Weile ruhen und wartet, ob sie eventuell irgendwo undicht sind oder es Leckagen gibt


– bevor man sie in die Lager rollt - und das richtig grosse Warten beginnt...


Slainte

Kommentare:

BeGu[∞] hat gesagt…

Toll! Das war sicher eine superspannende Erfahrung. Muss ich auch mal machen.
Wir haben uns letzte Woche einen Jura "heavy peated" gekauft. Ein wunderbarer Whisky - hatte ich zuvor noch nie getrunken.. Lecker

Whisky-Igel hat gesagt…

ich kann es jedem Whiskyfreund nur empfehlen - aber es sollte auf jedem Fall Malting und Kilning dabei sein!
...Jura "hevy peated" - den habe ich noch nicht probiert...kommt aber vieleicht noch.
Liebe Grüße aus Spean Bridge

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