23. April 2008

Whisky Lemon oder was?

Jetzt müssen Scotch Malt Puristen ganz tapfer sein: vor einem Jahr hatte ich ja davon berichtet, dass Whyte & Mackay von dem Indischen Konzern United Spirits India übernommen wurde.

Schon nach nur ein paar Monaten kommt nun von Dr. Vijay Mallya, Eigentümer von United Spirits, auf der „World Whiskies Conference“ in Glasgow der erste Vorstoß, Scotch Malt Whiskies mit Geschmacksstoffen versetzen zu dürfen. Damit möchte er besonders die Jugend ansprechen, die momentan eher Vodka oder Vodkamixgetränke kauft. (Quelle: Drinksinternational)

Die freien Whisky-Mengen für individuelle und charaktervolle Abfüllungen werden sowieso schon immer knapper. Wird das jetzt die Steigerung des Trends zu mehr Massenwhiskies - und das Ende von Scotch Single Malt Whisky wie wir ihn kennen?

Neben dieser Forderung erscheinen die Pläne von Diageo für den Scotch Malt Whisky Blend regelrecht harmlos!

Alle reden davon, für die Rente vorzusorgen – ich werde jedenfalls meine „Whisky Altersrücklage“ deutlich aufstocken.

Slainte

17. April 2008

Eine gute Whisky Bar - was macht sie aus?

Kleine Umfrage: ist es die Whisky-Auswahl, der Barkeeper, die Atmosphäre....?

Für mich persönlich ist es nicht ganz eindeutig:
Ich bin immer auf der Jagd nach alten Abfüllungen, die ich noch nicht probiert habe. Die sind in Deutschland leider immer schwerer zu finden, auch wenn es immer mehr Whisky-Bars mit beachtlicher Auswahl gibt...

Naja, und dann muss auch noch das Ambiente stimmen, damit ich länger mit meinem Dram verweile – und natürlich klasse, wenn man dann auch noch mit dem Barkeeper oder anderen Whisky-Liebhabern fachsimpeln kann.

>> Suche ich die eierlegende Whiskywollsau? <<

Was ist Ihnen wichtig bei Ihrer Lieblings-Bar?
Machen Sie mit bei meiner kleinen Umfrage - ich bin gespannt auf Ihre Kriterien!

...und falls jemand eine tolle Bar empfehlen kann, wäre ich natürlich auch dankbar für den Tipp! :-)


Slainte

14. April 2008

Glenglassaugh bekommt einen (neuen) Destillerie Manager


Zum Jahreswechsel hatte ja schon mächtig die Gerüchteküche gekocht, dass ein russisches Konsortium Glenglassaugh wiedereröffnen wollte.

Vor einigen Wochen wurde dann amtlich, dass nicht die Russen, sondern eine holländischen Investorengruppe wohl das bessere Angebot hatten. Sie übernahmen die Destillerie Glenglassaugh, die seit November 1986 geschlossen war, für 5 Mio. LStg von der Edrington Group Ltd. (Macallan, Highland Park und Famous Grouse).

Der neue Destillerie-Manager, Graham Eunson, war zuletzt bei Glenmorangie und zuvor bei Scapa und Glendronach. Mit der Wiedereröffnung einer so lange stillgelegten Destillerie hat er sicher keine leichte Aufgabe vor sich... Er freue sich aber besonders darauf, da er sowohl bei Scapa als auch Glendronach die Schließung betreuen musste.
– Quelle: allmediascotland.com

Er will den Namen zurück an die Spitze der Luxus Whisky Brands bringen – damit steht auch schon fest, wo die Zielmärkte liegen werden: dort wo das Geld für einen guten und nicht ganz günstigen Malt Whisky bezahlt wird.

Persönlich finde ich es sehr gut, dass ein hervorragender Whisky seinen Weg zurück zum Konsumenten findet. Wenn er so wie der alte Glenglassaugh Family Silver Limited Edition von 1973 wird, mag ich ihn schon jetzt - nur schade, dass wir noch eine ganze Weile werden warten müssen, bis die ersten neuen Abfüllungen kommen... Mal sehen, wie der erste 10jährige so wird...

Slainte

5. April 2008

Indien: die nächste große Whiskynation?

Für eingefleischte Whisky-Liebhaber kann ein richtig guter Whisky eigentlich nur aus Schottland kommen. Andererseits ist man ja schon auch neugierig, wie denn Whiskies aus anderen Teilen der Welt schmecken...

Also haben wir diese Woche mit in paar Bekannten eine "Whiskyreise um die Welt" unternommen:
Es wurden 9 unterschiedliche Länder angesteuert - und damit keiner voreingenommen sein konnte, hatten wir das Ganze als Blindverkostung gestaltet.

Mit 7 von 10 Stimmen wurde zum allgemeinen Erstaunen der Whisky aus Indien - Amrut cask strength mit 63,8% - zum Tagessieger. Und das sogar gegen einen Macallan (sherry cask - butt) von 1990 aus dem Hause Signatory–und einen 12 Jahre alten Yoichi Single Malt aus dem Hause Nikka.

Leider haben wir keine Fotos von den Gesichtern gemacht, als die Auflösung der Blind-Whiskies verkündet wurde. Einige wollten den Whisky gleich noch einmal überprüfen, um sicher zu gehen, dass es keine Verwechslung gegeben hat... So etwas kann es auch geben!

Tasting Notes

AMRUT cask strength 63,8% (12/2006)
Herstellung aus 100% Indischem Gerstenmalz – ohne Kältefiltration

Farbe: dunkles Gold
Aroma: Wohlriechend, süß fruchtig, leicht ölig, leichte Vanille und Kokosnuss
Geschmack: Für seine Stärke sehr sanft (ohne Wasserzugabe), starke Fruchtnoten, ein Hauch von Würze und Kräutern (schon fast wie Heidekräuter, aber wie kommen die nach Indien?)
Abgang: recht lang, erfrischend und mit einer Eichennote am Schluss

Information zu der Destillerie:
Amrut Distillers Ltd (ADL wurde von Shri Radhakrishna N. Jagdale im Jahre 1948 gegründet. Die Destillerie wurde während der "Englischen Periode" in Indien für die Herstellung von "Indian made foreign liquors" genutzt. Wie man sehen kann, wurde die Tradition erfolgreich weitergeführt und verfeinert.

Slainte

1. April 2008

Irland erhebt Anspruch auf Islay

Das Irische Parlament erhebt territoriale Ansprüche an Islay.
Eine seit 3 Jahren laufende Untersuchung von historischen Dokumenten hat bestätigt, dass die „Whisky-Insel“ Islay eigentlich zur Republik Irland gehört. Irland will bereits in den nächsten Tagen vor der UNO ihren Anspruch durchsetzen.

Was wird jetzt aus den Destillerien auf Islay? Den Namen Scotch Whisky werden sie wohl demnächst von ihren Etiketten streichen können. Werden die Lagerbestände jetzt vorsichtshalber auf das Schottische Festland verbracht, um der Umbenennung wenigstens für die Bestände zu entgehen?



Wie rar werden Islay Whiskies jetzt? Ich rate jedenfalls jedem/jeder, Eure Islays zu horten und in Ehren zu halten!

Slainte

EDIT: Gott sei Dank ist heute der 1. April und das Ganze war nur ein Aprilscherz (wer weiss wo die Preise für Islay Whiskies dann noch gelandet wären???).