26. Februar 2008

Whiskymessen – warum gehe ich dort hin?

Nach der Enttäuschung bei der Interwhisky in Hamburg ergab sich das Thema der neuen Umfrage wie von selbst:

Macht sich eine Übersättigung bei den Whiskymessen bemerkbar? Wie viele Messen kann und will ich noch besuchen? Warum gehe ich überhaupt auf eine Whisky Messe?

Ich persönlich gehe auf Whiskymessen, weil ich dort viel Bekannte treffe und gelegentlich auch einmal einen guten alten Tropfen finden kann - was auf reinen „Industriemessen“ leider selten der Fall ist. Dafür gibt es aber Gott sei dank noch die „Sammler und Probiermessen“ wie z.B. in Limburg.

Und da sind Sie jetzt gefragt: warum gehen Sie auf Whiskymessen oder Festivals?

Slainte

23. Februar 2008

Inflation der Whisky-Messen?

Die Begeisterung für Whisky steigt allenthalben - und so auch das Bedürfnis der Whisky-Enthusiasten nach geselligem Beisammensein auf Messen, wo man mit Gleichgesinnten die neuesten Marketing-Ergüsse der großen Abfüller diskutieren oder auch einmal eine Rarität verkosten kann.

Ich kann dem Ruf neuer Whisky-Festivals, Whisky-Schiffe, -Trams und was es sonst so gibt, normalerweise nicht widerstehen... und so bin ich letztes Wochenende nach Hamburg zur Interwhisky gepilgert.

Aber welche Ernüchterung im wahrsten Sinne des Wortes: Die Veranstaltung begann erst zwei Stunden später als sonst üblich und auch dann kam die Teilnehmerzahl am Freitag kaum über eine größere Pokerrunde der Aussteller hinaus...

Woran lags? Am nicht weit entfernten Bremer Whisky Weekend im Oktober oder daran, dass die meisten Aussteller und Besucher schon auf die Whisky-Fair in Limburg schielen? Oder einfach daran, dass der Hamburger lieber seinen "steifen Grog" oder "Korn" trinkt?

Ich denke, es macht sich eine gewisse Übersättigung bemerkbar: die Whisky-Community ist schließlich nicht gar so groß, dass in jeder Stadt Massen zusammenkämen - und die eingefleischten Whisky-Kenner bevorzugen ihre bekannten Veranstaltungen, wo sie wissen, dass sie eben nicht nur Standardware - dafür aber viele Freunde und Bekannte finden.

Oder wie sehen Sie das? Aus welchen Gründen besuchen Sie Whisky-Messen?
...und da hätte ich schon meine nächste Umfrage... :-)

Slainte

20. Februar 2008

Umfrageergebnis: Gründe, Whisky zu sammeln

Diese Abstimmung hat mich einigermassen überrascht, weil ich nach dem Ergebnis der letzten Umfrage zur Anzahl der Whisky-Flaschen davon ausgegangen bin, dass es doch ganz schön viele "Gross"-Sammler gibt, die das Whisky-Sammeln nicht nur zum Vergnügen betreiben.

Aber vielleicht habe ich auch einfach meine Fragen nicht eindeutig genug gestellt...

Das Ergebnis mit 12 Meldungen zu "ich sammle keinen Whisky" werte ich jedenfalls so, dass es sich hier um Genießer handelt: also Whiskyfreunde, die sich eine besondere Flasche anschaffen, um diese gleich zu verkosten und gar nicht lange in der Vitrine verstauben zu lassen :-) .

Immerhin 8 Teilnehmer sammeln Whisky nur um des Sammelns willen und die übrigen knapp 30 % sehen auch oder sogar hauptsächlich den geldwerten Aspekt ihres Hobbies.


Wenn der Whisky Markt sich aber wie in den letzten 3 Jahren weiterentwickelt (alte Abfüllungen werden immer rarer und deutlich teurer), kann ich jedem nur raten, sich noch mit ein paar bezahlbaren "guten" Whiskies einzudecken. Schließlich will man in ein paar Jahren ja auch noch einen besonderen "Tropfen" aufmachen können.


Slainte

16. Februar 2008

Alter Whisky - was ist daran so besonders?

„Was ist das Besondere an „altem“ Whisky – und warum sind manche Flaschen so teuer?“ ist eine Frage, die ich oft zu hören bekomme. Dann muss ich normalerweise erst einmal klären, was der oder diejenige mit „alt“ eigentlich meint...:

  • lang gereift (30, 40 Jahre) oder

  • alt im Sinne von vor 50 Jahren hergestellt.

Beim ersten erklärt sich die Frage mehr oder weniger von selbst. So ist es meistens das letztere, was Unverständnis auslöst, denn immer wieder machen Abfüllungen aus den 60er, 70er Jahren Schlagzeilen auf Auktionen.

Jeder macht sich da natürlich seine eigene Gedanken, aber meine Erklärung für das Besondere an altem Whisky wäre folgende:

Bevor Single Malt Scotch Whisky ca. Anfang der 90er Jahre „modern“ wurde, hatten Destillerie-Manager die Selektion von Single Malts (im Gegensatz zur Verwendung in Blends) eher wie ein Hobby betrieben. Das heißt, sie konnten für die Single Malt Abfüllungen mit Bedacht aus einer Vielzahl von Whisky-Fässern diejenigen auswählen, die „reif“ und geschmacklich etwas ganz besonderes waren. Dieses Phänomen zieht sich durch fast alle Destillerien.

Die Menge der früheren („alten“) Single Malt-Abfüllungen war also begrenzt und wurde großenteils bereits ausgetrunken, da ihn die frühen Whisky-Liebhaber nicht einfach sammeln, sondern vor allem genießen wollten. So schmolzen die Bestände schnell dahin...

Vor ca. 10 Jahren wurde Scotch Whisky dann zum Mode-Getränk und die Nachfrage stieg gewaltig. Hinzu kommen noch die Sammler aus den Ländern, die Whisky erst vor kurzer Zeit entdeckt haben: Indien, China, Russland.

Et voilà: Mit der wachsenden Nachfrage stieg der Preis. – Und da aus den früheren Epochen nichts mehr nachkommen kann, werden einige Abfüllungen für viele von uns nicht mehr bezahlbar sein – leider!

Warum sind dann so viele Menschen bereit, so viel Geld für einen „alten“ Whisky zu bezahlen – die „neuen“ sind doch auch nicht schlecht ?!

Ein Freund von mir hat es – etwas poetisch - auf den Punkt gebracht:

Alles wird schneller, enger,
nichts hat Bestand,
alles wird zur Mode.
Selbst Luxus ist Massenware geworden -
Wir suchen alle diese Momente, Augenblicke,
diesen Ort, das Gefühl etwas für uns persönlich festhalten zu wollen,
wir wollen uns erinnern.


Whiskies sind Individuen - egal ob alte oder junge alte Abfüllungen.
Sie stehen für traditionelle Werte,
also konservativ im positiven Sinne, gutes bewahrend
Sie stehen dafür was zu ihrer Zeit - für uns - wichtig war oder noch ist.
Sie sind ein unwiederbringlicher Zeuge ihre Zeit, Umwelt, Mode...


Slainte

4. Februar 2008

1959er Knockando (J&B) beim Raritäten-Tasting im Union Jack


Für dieses Raritäten-Tasting im Union Jack in Berlin letzten Freitag hatte ich mich schweren Herzens von einigen alten Flaschen aus meiner Whisky-Sammlung getrennt….

Dafür wurde es ein wirklich genussvoller Abend mit "Snake" (der Wirtin) und einigen Whisky-Liebhabern, die die Malt-Schätze echt zu würdigen wussten. Am Ende fiel es allen schwer zu sagen, welcher der Whiskies denn nun das Highlight war.
Für mich war es dann doch knapp der 20jährige Knockando:

Tasting Notes:


Knockando (J&B) 20y
(Originalabfüllung von J&B 1959)
40%vol.

Farbe: Gold
Nase: weich, sehr komplex mit floralen Noten (Sommerwiese), Sherrytöne und ein Hauch von Eiche + etwas Rauch + Vollmilchschokolade
Geschmack: Ein Wechselspiel von Frucht, floralen Tönen und einer angenehmen Sherrynote (eine Geschmacksexplosion mit vielen wechselnden Aromen)
Nachklang: genussreich, beruhigend, mittellang (das liegt auch an den „nur“ 40%vol) – die Aromenvielfalt bleibt bis zum Schluss erhalten

Slainte