Seit der "offiziellen" Gründung 1852 ist die
Glenfarclas Destillerie ununterbrochen im Familienbesitz der Grant Familie. Zuvor hatten Pächter auf dem Gelände bereits Alkohol gebrannt, aber seit 160 Jahren geht die Leitung über Generationen immer an den nächsten Grant-Sohn über.
Im Oktober 2011 habe ich die Destillerie mal wieder mit einer Reisegruppe besucht und man konnte gut erkennen, dass auch über
Generationen immer wieder viel Geld in die Destillerie investiert wurde: alles
ist auf dem neusten Stand, was aber nicht heißt, dass die Tradition auf der
Strecke geblieben ist.

Das zeigte sich unter anderem im herzlichen Empfang und der sehr individuellen Betreuung vor Ort durch den Marketing-Leiter Ian McWilliam. Besonders hat die Besucher gefreut, dass hier noch alles fotografiert
werden durfte, was in vielen Destillerien auf dem bekannten "Malt Whisky Trail" leider keine Selbstverständlichkeit
mehr ist. Auch das „bonded Warehouse“ wurde nicht ausgelassen und bei den
schönen alten Fässern kam einem schon mal der Gedanke,
einen LKW zu chartern und aufzuladen... ;-)
Danach ging es zum probieren in einen ganz besonderen Tastingroom – den „Ships Room“ aus Paneelen der „RMS Empress of Australia“ (die 1913 immerhin in Deutschland gebaut wurde und bis 1919 unter
deutscher Flagge fuhr) – was für eine tolle Atmosphäre! Diese Schiffs-Verbindung mitten im Speyside ist schon recht speziell aber ausser einer persönlichen Vorliebe des Eigners scheint es keine besondere Geschichte dazu zu geben.

Ian hat die Spekulationen aber schnell mit seinem „spezial“
Tasting beendet als er für uns eine Flasche „Family Cask“ von 1960
öffnete (komisch, wie hat er nur mein Geburtsjahr erraten ;-)). Das war ein schönes Highlight gleich am Anfang und es ging dann allerdings etwas jünger weiter, wobei die Abfüllung von 1974 auch nicht gerade ein junger Hüpfer war. Es folgten etliche Fassproben, die das Tasting definitiv für alle Teilnehmer zu etwas besonderem machte. Ich frage mich wirklich, wie Ian das beim nächsten Besuch steigern will???
;-)
So ein Familieunternehmen ist schon etwas besonderes und bei
schottischen Destillerien leider nur noch ganz selten anzutreffen.
Wer kann, sollte bei seiner Schottland- und Whisky-Reise einen Besuch einplanen. Ich komme bestimmt wieder!
Slainte