23. Juni 2015

Whisky Gigant „Diageo“ vor der Übernahme durch einen „private equity fond“ aus Brasilien?


Wer will Diageo aufkaufen?
Anfang Juni gab es die ersten Gerüchte, dass der brasilianische Multi Milliardär Jorge Paulo Lemann und seine Partner von der private equity company 3G Capital Interesse an Diageo haben. Allerdings scheint des den Herren eher um die Biersparte als um den Whisky zu gehen.
(Jorge Paulo Lemann, Chefinvestor bei 3G Capital kontrollierte bereits 65% vom Brasilianischen Biermarkt, bevor er 2004 in Belgiens "Interbrew" einstieg, aus der InBev hervorging, die dann 2008 die Großbrauerei Anheuser Bush übernahm (Brands: Budweiser, Corona, Stalle, Becks,....) - da fehlt natürlich auch noch ein dunkles Bier, wie z.B. Guinness :-))
 
 
Bei einer solchen Übernahme sieht es dann für mich allerdings nach einer Zerschlagung von „Diageo“ aus - Jorge Paulo Lemann wird sich die Biersparte greifen und den Rest des Konzerns am Weltmarkt vergolden. Aber wer könnte der mögliche Käufer sein???? Pernod Ricard ist auf dem Whiskysektor schon zu groß und würde mit der Diageo Whiskysparte ca. 49% Markanteil bekommen. Da wird bestimmt keine Kartellbehörde mitspielen.

Schlagen wieder die Japaner zu (Suntory kaufte letztes Jahr Beam), oder werden die Chinesen den Schritt wagen? ….und was wird aus den Whiskyfreunden in Europa?

1. April 2015

EU verbannt Phenole aus dem schottischen Whisky!

Ab dem 2. Quartal 2015 verbietet die Europäische Union, dass Phenole im Whisky enthalten sein dürfen.

Phenole stehen im Verdacht, Krebs auszulösen und dürfen daher nicht mehr im Whisky enthalten sein.
Für den typischen Geschmack der Islay Whisky wurde das Malz bis jetzt mit Torfrauch getrocknet. Phenole waren beim Whisky wichtige Geschmacksträger; hierzu gehören u. a. 4-Ethylphenol, 4-Ethylguajacol, Guajacol, Eugenol, Syringaaldehyd.
Wie wird der typische Islay Whisky in 8-10 Jahren schmecken, wenn er nur noch ohne sein Raucharoma auf den Markt kommt?
Was folgt als nächstes?????
Viele Frage!
Danke EU

Slainte

25. November 2014

Tasting Notes: mein Springbank 1993 Originalabfüllung

Springbank 21 Jahre Originalabfüllung The Whisky ChamberMein neuer Lieblingswhisky

Auf den richtigen Zeitpunkt habe ich lange  – gefühlt ewig – gewartet: dass mein Springbank Fass von 1993 endlich volljährig wird :-)

Das Fass ist diesmal auch gleich direkt bei Springbank abgefüllt worden und gilt damit als Originalabfüllung, wobei es mich schon etwas stolz macht, dass "The Whisky Chamber" auf dem Ettikett steht.

Hinzu kommt das besondere Springbank-Gefühl, dass alle Herstellungsprozesse im eigenen Haus gelaufen sind: vom Mälzen der Gerste bis zum Aufkleben der Label auf die Flasche.

Tasting Notes:



Springbank (OA/TWC) 1993

21 Jahre ex Bourbon Hogshead, 55,7%vol, 0,7 l


Region: Campbeltown

Aroma: der typische „Springbank Rauch“, Vanille, Malzzucker, Kräuter (Erika) leicht grasig mit einem Hauch grüner Äpfel


Geschmack: Fruchtig (vollreife Birnen), dunkles Malz, auch hier finden wir Kräuter, leicht rauchig und sehr komplex


Nachklang: Lang und sehr abwechslungsreich

Da kommen schöne Erinnerungen hoch an die Zeit in der
Springbank Whisky-School... :-)



Slainte

20. Oktober 2014

Alte Fässer – neue Fässer – junger Whisky


Vor zwei Jahren war es noch ein Aprilscherz, als ich über Alternativen zur Whiskylagerung in Holzfässern geschrieben habe. Jetzt scheint es keine solche Utopie mehr:

Whiskyfässer werden knapp


Single Malt Scotch Whisky bekommt sein besonderes Aroma zu einem grossen Teil von den Fässern, in denen er lagert. Die Gesetze sagen ganz klar, dass es Eichenfässer sein müssen. Da es in Schottland gar nicht genug Eichenholz gäbe und Schotten von jeher sparsam waren, werden gebrauchte Fässer aus der ganzen Welt verwendet, in denen vorher Sherry oder Rum, aber hauptsächlich amerikanischer Bourbon gelagert wurde.


Aber worin soll unser Whisky in der Zukunft lagern?


Der anhaltende Whiskyboom in der ganzen Welt (Irland, Japan, Indien usw.) schreit nach gebrauchten ex Bourbon Fässern aus den USA. Wir haben den Geschmack des Whiskies aus eben diesen gebrauchten Fässern lieben gelernt und es würde eine gewaltige Geschmacksveränderung geben, wenn die schottische Whiskyindustrie auf ungebrauchte, frische Eichenfässer zurückgreifen würde (dann könnte man beinahe gleich einen Bourbon kaufen...).



Gerne würden die Whiskyhersteller auch wieder mehr gebrauchte Sherry Fässer einsetzten, aber von denen gibt es schon seit vielen Jahren nicht genug Nachschub. Und die hohe Nachfrage hat natürlich auch ihren Preis: bis zu 800 GBP pro leeres Sherry Butt müssen erst einmal finanziert werden.

Eine Lösung ist, dass die Hersteller ihren Whisky etwas früher, also jünger, abzufüllen, um schneller wieder an gebrauchte Fässer heranzukommen. Aus Geschmacksgründen kann man das aber auch nicht unbegrenzt machen.



Die Hoffnung ruht darum auf dem momentanen Bourbon Whiskey Boom in den USA, der in ein paar Jahren hoffentlich auch wieder für ausreichend Fassnachschub sorgt.


Es wäre ein Albtraum, wenn man bei der Whiskyreifung auf das Prinzip der kalifornischen „Wine Maker“ zurückgreifen und mit Holzschnitzeln in Edelstahltanks arbeiten würde. Das wäre der Tod des Single Malt Whiskies – jedenfalls für mich!


Slainte

Quelle: Scottish Express



13. Oktober 2014

Ende des Whisky-Booms?

Der Whiskyexport nach China hat sich im ersten Halbjahr 2014 fast halbiert – das ist für die großen Konzerne wie Diageo und Pernod Ricard alarmierend.  

Wenn die Wirtschaft schwächelt, dann spart man zuerst am „Luxus“ und dazu gehört zum Beispiel in China neben dem Glückspiel dann auch der Whisky. Wenn gleichzeitig noch eine Antikorruptionskampagne gestartet wird, dann ist es auch mit den kleinen Geschenken vorbei, wo eine „gute Flasche“ dabei helfen konnte, Prozesse in der Verwaltung zu beschleunigen... 

Dieser Einbruch könnte für die Konzerne ein Problem werden, wenn die hohe Nachfrage in Indien die Lücke nicht füllt. Andererseits war der Bedarf vom indischen Markt sicher auch schon in den Prognosen eingerechnet.
 

Viele Brennereien in Schottland haben in den letzten Jahren ihre Kapazitäten deutlich erhöht, um die steigende Nachfrage nach Scotch Whisky in den neuen Boom-Märkten (China, Indien und Russland) befriedigen zu können. Dabei geht es in erster Linie um Blended Whisky, aber auch um den Markt für teure Single Malt Scotch Whiskies. 


Wohin mit den Überkapazitäten?


Kurzfristig lässt sich der abrupte Nachfragerückgang sicher durch Drosseln der Produktion regeln, aber sollte die Flaute länger andauern, wird man nach anderen Kanälen für die hohen Bestände suchen:
  • Ein Traum wäre es, wenn wieder mehr Whisky an unabhängige Abfüller ginge :-)
  • Und ein Albtraum, wenn es wie in den 80ern ein neues Destillerie-Sterben gäbe...
Ich werde den Trend weiter beobachten und auf gute Fasseinkäufe hoffen!

Slainte

Quelle:
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